Doku „Mein Name sei Altmann“ Das zweite Leben des NS-Verbrechers Klaus Barbie

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Klaus Barbie, hier auf einem Bild von 1938, wurde als „Schlächter von Lyon“ bekannt. Foto: Imago/United Archives InternationalKlaus Barbie, hier auf einem Bild von 1938, wurde als „Schlächter von Lyon“ bekannt. Foto: Imago/United Archives International

Osnabrück. Der wegen seiner Grausamkeit als „Schlächter von Lyon“ bekannte NS-Verbrecher Klaus Barbie hat nach Ende des Zweiten Weltkriegs eine schillernde Karriere in Südamerika gemacht – unterstützt auch von der Bundesrepublik. Eine Arte-Dokumentation zeichnet Barbies zweites Leben jetzt nach.

Nicht wenige NS-Kriegsverbrecher wurden nach 1945 von westlichen Geheimdiensten beschäftigt – filmisch immer wieder daran zu erinnern, ist per se lobenswert. Über Klaus Barbie, den „Schlächter von Lyon“ wurden schon viele Filme gemacht, „Hotel Terminus“ von Marcel Ophüls gewann sogar einen Oscar, und erst im März dieses Jahres zeigte Arte die Dokumentation „Operation Barbie. Kuhhandel. Staatsaffäre.“ Dass derselbe Sender ein halbes Jahr später die nächste Doku über Klaus Barbie zeigt, ist schon etwas seltsam. Am Dienstag ist „Mein Name sei Altmann“ auf Arte zu sehen (22.15 Uhr).

Große Enthüllungen kann der Film auch nicht liefern, jedoch: Wie gerne sich die Bundesrepublik, die USA und schließlich Barbies neues Heimatland seiner Dienste bedienten, zeigt die Dokumentation sehr genau und sehr gut. „Der fanatische Anti-Kommunist und passionierte Menschenjäger“ Barbie half in Bolivien unter dem Decknamen Klaus Altmann vor allem dabei, linke Aufstandsversuche niederzuschlagen.

Auch an der – erfolgreichen – Jagd auf Che Guevara war er beteiligt, und in den 60ern dann war er Repräsentant für das Bonner Unternehmen Merex, das im Auftrag des BND überflüssiges Material der Bundeswehr vertrieb.

Die Verstrickungen Barbies sind derart unübersichtlich, dass auch die Dokumentation im letzten Viertel ein wenig darunter leidet. Ein bisschen weniger Breite und dafür mehr Tiefe hätte dem Film gut getan; trotzdem bleibt er ein sehenswertes Zeitdokument.


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