Wer siegt im Finale? Promi Big Brother 2015: Nino de Angelo und Menowin blamieren Sat.1

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Berlin. Promi Big Brother 2015: Was ist schlimmer? Nino de Angelo und Menowin Fröhlich? Oder die Hilflosigkeit, mit der Sat.1 die Posen der beiden abfilmt und sendet?

Nino de Angelo und Menowin Fröhlich haben es geschafft: Mit ihnen unterbietet „Promi Big Brother 2015“ das Niveau der ausgestorbenen Gerichtsshows und Nachmittagstalks. Ein Sender und seine Bankrotterklärung:

Nino beweint eine Papiertüte – Menowin tröstet

Eine Szene aus dem Halbfinale von „Promi Big Brother 2015“: Nino de Angelo findet im Keller eine Papiertüte beschädigt vor, aus der er wie Top Hanks in „Cast Away“ ein Gesicht gebastelt hatte: Rudi nennt er sie. Er findet oder fingiert irgendeinen Schaden an der Behelfspuppe und improvisiert dann einen Nervenzusammenbruch: „Was haben sie dir angetan? Ist die Welt so scheiße? Dann mache ich nicht mehr mit?“, ruft de Angelo. „Ich pisse auf euer Geld.“ Auch ein besserer Schauspieler als die Ein-Mann-Coverband hätte Schwierigkeiten, einem so seltenen Wahnsinn wahrhaftige Züge zu geben. Bei „Promi Big Brother“ gibt‘s zwar keine besseren, einen genauso schlechten aber schon: Menowin Fröhlich reagiert mit Bestürzung auf Ninos Qualen und diktiert Sat.1 mit eisernen Blick Forderungen in eine der 100 Kameras: „Macht was! Handelt!“ (Wer ist schuld, dass Promi BB so öde ist? Menowin Fröhlich? De Angelo? Schropp?)

Warum ist „Promi Big Brother 2015“ so unerträglich schlecht?

Das große Problem von „Promi Big Brother 2015“: Sat.1 gehorcht und macht tatsächlich was. De Angelos schlecht erfundener Irrsinn wird zu einer mehrminütigen Sequenz geschnitten und erbarmungslos gesendet. Die Knallchargen-Sequenz ist bei „Promi Big Brother 2015“ kein Ausreißer: Daniel Köllerer erleidet einen Zusammenbruch, als Jochen Schropp mit ihm schimpft. Menowin Fröhlich macht sich mit einem Stuhlbein als Mikro zum Moderator des „Keller-TV“ – und übernimmt damit die Deutungshoheit im Container. Désirée Nick zettelt künstlichen Krawall an. Und de Angelo spricht mit seinen Furzen. Das wäre völlig in Ordnung, wenn nur die Furze ihn hören würden. Aber Sat.1 sieht in all dem Unterhaltung für Millionen. („Mobbingmuschis“: Gerechte Sexismus-Attacke auf Désirée Nick.)

Was unterscheidet „Promi Big Brother“ vom Dschungelcamp?

Das Versprechen von Container-Shows mit Promis ist eigentlich, Selbstdarsteller zu blamieren. Dem Dschungelcamp gelingt das in der Regel ganz gut – mit einer Ironie, der die Ambivalenzen des eigenen Formats immer bewusst sind: das Wechselspiel von Spott und Popularität, von Inszenierung und Realität, von niederen Instinkten und artistischem Anspruch. Von dieser Doppelbödigkeit ist bei Sat.1 nichts zu spüren. Hier reicht es, irgendwie laut und auffällig zu sein, um von der Regie mit Aufmerksamkeit umschmeichelt zu werden. Wer um eine Tüte trauert, bekommt die große Bühne – egal, wie abgefurzt die Nummer ist. Welche Legende die Promis auch von sich in die Welt setzen wollen – Big Brother trägt sie mit. Wenn das bei Sat.1 die Idee von intelligenter Unterhaltung ist, hätte man Barbara Salesch nicht entsorgen müssen. (Dschungelcamp 2016: Wann ziehen die Kandidaten ein?)

Wer hat sich heute daneben benommen? Zur Tageskritik von „Promi Big Brother 2015“.


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