„Traumhotel“ ist Geschichte Fernsehstar Christian Kohlund feiert 65. Geburtstag

Von dpa

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München. „Schwarzwaldklinik“, „Traumhotel“, „Tatort“ - Christian Kohlund ist ein deutsches Fernsehgesicht. An diesem Montag, 17. August 2015, wird er 65.

Zehn Jahre lang reiste Schauspieler Christian Kohlund als TV-Hotelmanager von einem Urlaubsparadies ins nächste. Nach dem Aus der ARD-Reihe „Das Traumhotel“ - trotz stabiler Quoten von rund fünf Millionen Zuschauern - widmete sich der vielbeschäftigte Fernsehstar kurzerhand neuen Projekten: Im Münster-„Tatort“ spielte er jüngst den schwulen Onkel von Professor Boerne (Jan Josef Liefers) und in „Borcherts Fall“ stand er als Anwalt vor der Kamera. Jetzt wird der Frauenschwarm mit der sonoren Stimme 65.

Myanmar, Kapstadt oder die Seychellen - für seine Rolle als Hotelier Markus Winter in „Das Traumhotel“ ist Kohlund rund um den Globus geflogen. Nach zehn Jahren war Schluss, vergangenen Herbst sendete die ARD die letzte Folge der Reihe. „Natürlich hat das Spaß gemacht, weil ich die ganze Welt sehen konnte“, sagte Kohlund kürzlich. Zu viel Wehmut ließ er jedoch nicht aufkommen: Er habe sich schließlich nie auf eine Rolle festnageln lassen wollen. „Ich bin ja Schauspieler geworden, um möglichst viele verschiedene Rollen zu spielen.“

Das ist ihm im Laufe seiner mehr als 40-jährigen Karriere gelungen - auf der Bühne und auf dem Bildschirm. Neben der Figur des Hotelmanagers gehört wohl die des Professor Vollmers in der „Schwarzwaldklinik“ zu seinen bekanntesten Rollen.

Format ist heute Kult

Immer wieder damit in Verbindung gebracht zu werden, gehört für Kohlund dazu. Das Publikum habe ein Recht darauf, solche Formate zu sehen, sagte er im vergangenen Herbst der „Südwest Presse“ im Interview. „Natürlich gab es die Feuilletons, die die Nase gerümpft haben über ein solches Format. Heute ist es Kult. Ich war halt dieser junge Schweizer mit dem Lockenschopf.“ Stört ihn das Schubladendenken? „Ich werde mich nicht beklagen, dass Filme, die ich gemacht habe, beim Publikum so gut angekommen sind.“

Künstlerfamilie

Dabei hatte Kohlund nicht unbedingt eine TV-Karriere angestrebt, als er in Wien am renommierten Max-Reinhardt-Seminar studierte. In Basel geboren, stammt er aus einer Schweizer Künstler- und Schauspielerfamilie, zu deren Freunden Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt zählten. Als Bub stand er schon an der Seite seines Vaters auf der Bühne und hatte erste kleine TV-Rollen. „Wir haben Theater einfach gelebt. Und so ist das geblieben“, sagte er der „Südwest Presse“. Als junger Schauspieler habe er Shakespeare, Kleist, Schiller und Goethe im Kopf gehabt. Gerade in den 70er und 80er Jahren stand er in klassischen Stücken auf der Theaterbühne, unter anderem in Zürich, Wien, Berlin, Hamburg und München.

Frauenschwarm

Dann kam „Die Schwarzwaldklinik“, und Kohlund wurde zum TV-Star und Frauenschwarm. Auch in Serien-Klassikern wie „Derrick“, „Ein Fall für Zwei“ und „Das Traumschiff“ war er zu sehen. Im vergangenen Jahr stand der Wahl-Münchner auch wieder auf der Bühne - und zwar als Schurke bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg . Und wie verbringt der zweifache Vater und Familienmensch die Zeit zwischen den Dreharbeiten? Am liebsten beim Golfspiel oder mit Fotografieren. Sein liebstes Motiv sind, wie Kohlund sagt, seine Kollegen am Set. Die Foto-Sammlung will er irgendwann einmal veröffentlichen. Zunächst steht aber ein neuer Filmdreh an, der zweite Teil von „Borcherts Fall“.


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