Mittwochabend in der ARD „Houston“ - Ein grandioser Film mit Ulrich Tukur

Von Tobias Sunderdiek

Allein im riesigen Houston: Headhunter Clemens Trunschka (Ulrich Tukur). Foto: SWR/Lichtblick Media GmbHAllein im riesigen Houston: Headhunter Clemens Trunschka (Ulrich Tukur). Foto: SWR/Lichtblick Media GmbH

Osnabrück. Ulrich Tukur brilliert am Mittwoch, 12. August 2015, in der ARD in Bastian Günthers tollen Film „Houston“ als alkoholkranker Headhunter.

Ein Mann am Abgrund erhält eine letzte Chance, sein bürgerliches Leben zu retten. Das ist im Grunde das Thema für einen der intensivsten deutschen Filme der letzten Jahre, der 2013 leider fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit in den Kinos lief. Dabei bietet „Houston“ einen spannenden psychologischen Einblick in den Raubtierkapitalismus, wo sich harte Wahrheiten zwar hinter höflichen Floskeln verbergen, der Erfolgsdruck aber immens ist.

Den bekommt hier auch der von Ulrich Tukur brillant gespielte, alkoholkranke Clemens Trunschka zu spüren, als er den Auftrag erhält, einen texanischen Top-Manager für einen deutschen Konzern abzuwerben. Doch die Konkurrenz ist hart, schirmt den gefragten Mann perfekt ab. Und dann taucht da auch noch ein aufdringlicher Hotelnachbar auf, der eventuell ein dubioses Spiel spielt.

Subtil inszeniert, ist dem Regisseur und Autor Bastian Günther, der vorher unter anderem Assistent bei Christian Petzold war, mit „Houston“ ein untergründig spannendes Drama gelungen. Atmosphärisch dicht ist dabei auch die Kameraarbeit: Selten schien eine Großstadt wie Houston so glitzernd und zugleich deprimierend wie hier. Ein eisiger Blick hinter coole Fassaden.


Houston - ARD, Mittwoch, 12. August 2015, 22.45 Uhr

Wertung: 6 von 6 Sternen