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07.08.2015, 15:23 Uhr KOMMENTAR ZUR GAMESCOM 2015

Gamescom 2015: Das bisschen Eskapismus...

Kommentar von Karsten Frei

Besucher drängen sich in den Hallen auf der Gamescom. Foto: dpaBesucher drängen sich in den Hallen auf der Gamescom. Foto: dpa

Köln. Das Naserümpfen über Videospieler lässt nach, ist aber immer noch nicht ausgestorben. Das muss sich ändern. Ein Kommentar.

Immer noch spüren vor allem ältere Videospieler den Druck, sich zu rechtfertigen, wenn sie auf ihr scheinbar so sinnfreies Hobby angesprochen werden. Was für ein Blödsinn. Zum Glück werden die Kritiker weniger und die Akzeptanz steigt.

Der durchschnittliche „Gamer“ ist heute im Schnitt älter als 30 Jahre und muss sich nicht dafür entschuldigen, dass er für ein kurzes Entschwinden aus der Leistungsgesellschaft einen Joystick statt eines Buches oder eine Fernbedienung in die Hand nimmt. Denn wenn für B-Movies auf dem Fernsehbildschirm und Schundromane auf dem Nachttisch Platz ist, wird sich auch eine Ecke für Videospiele finden.

Ein bisschen Eskapimus muss erlaubt sein, und genau das feiern die mehr als 300 000 Besucher der Gamescom noch bis Sonntag, bevor sie an den Schultisch, die Uni oder den Arbeitsplatz zurückkehren.

In ein Spiel einzutauchen ist – bei maßvollen Gebrauch – keine panische Flucht aus dem Alltag, sondern ein erholsamer Kurzurlaub. Genau dazu raten Experten doch ständig. Das bisschen Eskapismus ins Virtuelle hat auch einen realen Nutzen: Die Spieleindustrie setzt Milliarden um und wird durch steigende Absatzzahlen zu neuen technischen Innovationen ermuntert, die nicht zuletzt auch dem „sinnvollen“ Alltag zugute kommen, wie Bewegungssteuerung und zukünftig vielleicht die VR-Brillen. Kein Grund also, sich zu rechtfertigen.


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