Besuch auf der Gamescom 2015 Das sind unsere ganz persönlichen Gamescom-Gewinner

Meine Nachrichten

Um das Thema Medien Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Cosplayer posieren auf der Gamescom: Die Verkleidungskünstler sind auf der Spielemesser immer ein Hingucker. Foto: ReutersCosplayer posieren auf der Gamescom: Die Verkleidungskünstler sind auf der Spielemesser immer ein Hingucker. Foto: Reuters

Köln. Zehntausende Gamer sind am Donnerstag zum ersten Publikumstag auf die Gamescom nach Köln geströmt. Wir haben uns auf Europas größter Videospielmesse umgesehen und zeigen unsere persönlichen Gewinner.


GAMESCOM

6. August 2015 19:31
Mit ein bißchen gutem Zureden sorgt auch das in die Jahre gekommene "Tomb Raider" noch für gute Stimmung.
Karsten Frei
6. August 2015 20:09

… die Gamer,weil sie neugierig, geduldig und begeisterungsfähig sind. Auch bei beengten Verhältnissen. Mehrere zehntausend strömten am Donnerstag auf das Messegelände, drückten sich in Tippelschritten Schulter an Schulter durch die Hallen. Das Quietschen von Sneaker-Sohlen auf dem Boden des Boulevards erreichte eine beängstigende Lautstärke. Wer sich zu seinem Ziel durchgedrängelt hatte, auf den warteten zumindest bei den populären Spielen lange Schlangen. Erfahrenere Gamescom-Besucher zeigten sich mit Energy-Drinks, Handheld-Konsole und Klappstuhl gut ausgestattet für die lange Wartezeit. Klug, denn um eine Runde „Star Fox Zero“ spielen zu können, brauchte es Geduld: Satte anderthalb Stunden Wartezeit. 

Da ist Geduld gefragt - doch trotz des abschreckenden Schilds füllt sich die Schlange vor "Star Fox Zero" immer wieder auf. Foto: Karsten Frei 

Noch längere Schlangen bildeten sich vor den Anspielstationen von „Fifa 16“ und „Star Wars: Battlefront“ – obwohl Electronic Arts Platz für mehr als 200 spielende Besucher gleichzeitig  geschaffen hatte. Mehr über die Produktpräsentation von Electronic Arts erfahrt ihr übrigens hier.


Klug, wer sich eine Sitzgelegenheit mitgebracht hat. Foto: Karsten Frei 

Marcel (19) aus Düsseldorf berichtet, er habe von den sechs Stunden, die er auf der Messe bislang verbracht hatte, mindestens zwei in Schlange-Stehen investieren müssen. „Aber das war es wert. Wenn ich nach Hause gegangen wäre, ohne ‚Call of Duty: Black Ops III‘ wenigstens mal angezockt zu haben, hätte ich mich im Nachhinein echt aufgeregt.“  Die „Süddeutsche Zeitung“ hat sich den Spaß gemacht und nachgerechnet: Gerade einmal anderthalb Quadratmeter Messefläche stehen jedem Besucher zur Verfügung – der Platz den Bühnen, Stände und Dekorationen  belegen, noch nicht einmal eingerechnet. Schubsen, Hauen und Stechen konnte man dennoch nicht beobachten. „Wer meint, dass es zu voll ist, der soll nicht herkommen. Das gehört doch irgendwie schon längst dazu", meint Marcel. 

Dicht an dicht: Vor allem in den Hallen, in denen sich die großen Publisher präsentierten, war viel los. Foto: Karsten Frei 
Karsten Frei
6. August 2015 20:52
Der Soundtrack der Cosplayer: Haru Kiss
Karsten Frei
6. August 2015 20:53



… die Cosplayer,weil man selten bis nie so viele quietschbunte, fantasievolle und selbstbewusst getragene Kostüme von Spielehelden sieht. Längst hat der japanische Verkleidungstrend auch Deutschland erreicht und wo, wenn nicht auf der Gamescom, haben Menschen die Gelegenheit die Früchte ihrer stundenlangen Näh-, Bastel- und Schminkarbeiten zu präsentieren? Wo sie auftreten, ziehen sie Blicke und das Blitzlicht der Fotohandys auf sich. Dass ihr selbstverständliches Auftreten eine willkommene Bereicherung der Gamescom-Atmosphäre ist, haben die Veranstalter längst erkannt und widmen den Verkleidungskünstlern ein ganzes Areal in einer der Hallen, das sogenannte „Cosplay-Village“. Hier haben Spielefans die Möglichkeit, Fotos zu machen und mit den Cosplayern ins Gespräch zu kommen. „Hier wird man einfach nur bewundert“, erzählt Janine (17),
die sich als eine Figur aus „Final Fantasy“ in Schale geworfen hat.
Das Kostüm hat sie komplett selbst entworfen. Das Basteln und Perfektionieren des Outfits ist der Grund, warum sie es macht – ein Hobby, wie für andere Stricken, Häkeln oder Nähen. Untröstlich ist sie daher auch, dass ihr Schulterpanzer kaputt gegangen ist. Fotografieren lassen will sie sich erst wieder lassen, wenn die Montur in Gänze strahlt. „Ich versuche mithilfe der anderen, das später zu reparieren“, sagt sie. 

"Cosplay-Schmiede" und Fotostage. Foto: Karsten Frei

Die anderen, das sind diejenigen, die in der „Cosplay-Schmiede“ arbeiten, wo die Kostüme direkt auf der Messe repariert werden können. Zumindest bis Sonntag sollten die Kostüme der Cosplayer halten: Dann nämlich ist der große Kostüm-Wettbewerb, der Höhepunkt für viele Verkleidungskünstler.Den Soundtrack zu dem außergewöhnlichen Hobby liefert auf der Gamescom die Band „Haru Kiss", die Anime und J-Pop zum Besten geben.


Karsten Frei
6. August 2015 21:21
Wie in guten alten Zeiten. Foto: Karsten Frei 

… die Retro-Spielecke,weil hier Nostalgie pur herrscht.
Scheinbar.
Denn nicht alle Spiele, die Besucher hier auf Atari-Konsolen oder
dem Commodore 64 spielen können, sind so alt wie die Maschinen auf denen sie
laufen.
So gibt es immer noch Entwickler, die Titel für die mehr als 20 Jahre
alten Geräte produzieren, etwa „Curious Expedition“ von der Spieleschmiede „Out
of Order Softworks“, ein Adventure im Stil von „Monkey Island“ (Auf Youtube
könnt ihr hier einen Trailer ansehen).

Das sind allerdings eher die Ausnahmen, auf den meisten Geräten laufen die
Titel der 80er und 90er Jahre.
 

Deutlich weniger besucht als die Hallen mit den großen Publishern: Dennoch war auch in der Retro-Ecke einiges los. Foto: Karsten Frei 


Die Klassiker werden stilecht auf Röhrenmonitoren und –fernsehern präsentiert. Noch einen Schritt weiter zurück können Spieler an den Geräten des Flipper- und Arcademusuem Seligenstadt machen. Da der Andrang hier in der Regel geringer ist, können Spieler sich hier auch für die ein oder andere ruhige Minute vor einem Bildschirm niederlassen und – entsprechendes Alter vorausgesetzt – in Erinnerung an ihre Jugend schwelgen. Zu der Retro-Ecke gehört auch eine Ausstellung sowie verschiedene Turniere – etwa ein Tetris-Wettbewerb. 
Karsten Frei
6. August 2015 21:24
Die Grafik wird nicht besser, wenn der Bildschirm größer wird - der Spaß dafür umso mehr.
Karsten Frei
6. August 2015 22:00



Forder die Nackenmuskulatur und die Stimmbänder: "Louie Cooks". Foto: Karsten Frei 

… der Entwickler-Nachwuchs,
weil er angesichts der scheinbar endlosen Verwertungskette von starken Titeln in der Spieleindustrie für frische Ideen sorgt. Auch wenn die ein oder andere Familienvätern den Schweiß auf die Stirn treibt, beim Gedanken daran, dass die Kinder eines Tages mit dem Titel „Louie Cooks“ in der Einkaufstüte zurückkehren. Das von Studenten des SAE Institute Köln entwickelte Spiel setzt auf lautstarken Körpereinsatz. Der Spieler trägt eine VR-Brille, auf der Gamescom war es die Oculus Rift, und muss beim Versuch Marmelade zu machen, Zuckerdiebe anstarren und mittels Mikrofon durch Schreien zum Platzen bringen. Sehr erheiternd, fand auch die Jury des Deutschen Computerspielpreises. 

Wer sich für eine Karriere in der Spieleindustrie interessiert, konnte sich auf dem "Campus" informieren. Foto: Karsten Frei 


Damit mehr frische Ideen auf den Markt kommen, gab es auf der Gamescom den „Campus“. Hier zeigten Softwareschmieden und Universitäten den Gamern, auf welchem Wege sie ihr Hobby zum Beruf machen können. Auch wenn die Halle 10.1, wo dies alles stattfindet, nicht gerade überrannt wird: Indie-Spieler kommen hier auf ihre Kosten.

Karsten Frei
6. August 2015 22:03
Das war es dann mit der Ruhe: "Louie Cooks"
Karsten Frei
6. August 2015 22:56



Vor dem Stand von "Need for Speed" parkte dieser Flitzer als Blickfang. Foto: Karsten Frei 

..die Dekorationen, weil jeder Spieler sich gerne Goodies auf den Schreibtisch stellt und weil die Realwelt-Umsetzung von Videospielen mal beeindruckend, mal zum Lachen ist. Da waren die überlebensgroßen Kunststoff-Fabelwesen in der Halle von „World of Warcraft“-Entwickler Blizzard, Tie-Fighter vor den Spielstationen von "Star Wars: Battlefront", aber auch ein Pickup voller bewaffneter Rebellen vor dem Stand von „Homefront: Revolution“, kostümierte Schausteller, die Laune auf „Assassin’s Creed: Syndicate“ machen sollten und schicke Sportwagen, die „Forza Motorsport“ und „Need for Speed“ als Blickfang dienten. Eine Nummer kleiner, dafür aber bezahlbar, war das Spiele-Merchandising in dem erstmals auf eine komplette Halle ausgedehnten Fanshop. Hier gab es von Postern über T-Shirts, Actionfiguren und Plastikschwertern eine Menge Zubehör für die Ausstattung des Spiele-Zimmers. Und weil jeder gucken wollte, verlangsamte sich das ohnehin zähe Vorwärtskommen hier noch einmal beträchtlich.
Der Rebellen-Pick-up vor dem "Homefront: Revolution"-Stand ist ein begehrtes Fotomotiv. Foto: Karsten Frei 


So sieht also ein Tie-Fighter in Originalgröße aus. Foto: Karsten Frei 


Für "Assassin's Creed: Syndicate" machten diese Herren Werbung. Foto: Karsten Frei 


"Mad Max" meets Gamescom. Foto: Karsten Frei


Karsten Frei
6. August 2015 23:07

…zuvorderst natürlich die Spiele, weil sie der Grund sind, warum wir überhaupt zur Gamescom kommen. Auch wenn hier das Interesse je nach persönlicher Neigung schwankt: Von einigen Titeln lässt sich jetzt bereits erahnen, dass sie einschlagen werden, wie eine Bombe. Hier nur eine kleine, subjektive Auswahl:


Foto: EA 

 „Star Wars: Battlefront“ aus dem Hause Dice: In dem Multiplayer-Shooter liefern sich Rebellen und das Imperium der Star Wars-Universums Schlachten im Stil von „Battlefield“ am Boden und auch in der Luft. Bewährtes Konzept, prominentes Setting – da kann nicht viel schiefgehen.


 Kurz vor der Präsentation von Fallout 4 hieß es "No Videos, No Photos". Foto: Karsten Frei

„Fallout 4“ von den Rollenspiel-Experten von Bethesda. Spielen konnte man es auf der Gamescom zwar nicht, dafür lud das Studio zu einer Vorführung mit neuen Gameplay-Szenen ein. In diesen erkundet der Spieler eine von Ghulen und Raidern besetzte Stadt und liefert sich Schießereien in einem Supermarkt. Zudem wurde das neue Skillsystem im Fallout-Pip-Boy-Stil vorgestellt. Fotografieren und Filmen strengstens verboten. Grund für das Nicht-Spiel-Angebot: „Das Spiel ist zu gut, um es nur mal eben 20 Minuten anzuspielen. Das wird ihm nicht gerecht.“ Hoffentlich bewahrheitet sich das. Einen Trailer seht ihr hier.

Fifa geht immer, wie die lange Schlange vor den Spielestationen beweist. Foto: Reuters 

„Fifa 16“ – egal, wie wenig oder viel das Spiel sich vom Vorgänger unterscheidet: Die Spieler werden es EA aus den Händen reißen. Geklagt werden kann hinterher immer noch. Mehr Infos zu den Neuerungen gibt es hier.

Die letzte Mission für Drake? Foto: Hersteller 

„Uncharted 4 – A Thieves End“: Der Titel lässt es erahnen, Nathan Drake wird sein Finale erleben. Es wäre ein mutiger Schritt von Sony und Entwickler Naughty Dog, eine von Kritikern hoch gelobte Serie enden zu lassen. So richtig mag man da nicht an das tatsächliche Ende von Drake glauben. Dafür sah das auf der Gamescom gezeigte Material zu gut aus. Anspielen konnte man den Titel nicht. 

Foto: Hersteller 

„Total War: Warhammer“: Der serieneigene Mix aus Runden- und Echtzeitstrategie hat schon Kriege aus unterschiedlichsten Epochen inszeniert. Das japanische Mittelalter, das europäische, die Antike und die napoleonische Ära. Jetzt allerdings macht die Serie einen untypischen Ausflug ins Fantasy Genre, genauer gesagt, in das von „Wahrhammer“, einer Welt voller Magie, Orks, Zwerge, Untote, Riesen und Zauberern. Entwickler Creative Assembly zeigte auf der Gamescom bislang allerdings nur Artworks und einen Trailer (auf Youtube zu sehen).

Karsten Frei
Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN