Samstag, 8.8.: „Timster“ KiKa startet Medienmagazin für Kinder

Von Marcel Kawentel

Eine Besucherin der Gamescom testet eine neue 3-D-Brille. Auch der KiKa ist auf der Spielemesse dabei. Foto: dpaEine Besucherin der Gamescom testet eine neue 3-D-Brille. Auch der KiKa ist auf der Spielemesse dabei. Foto: dpa

Osnabrück. Von wegen Sommerloch! Kaum gehen für die ersten Bundesländer die Schulferien zu Ende, ist es im KiKa bereits wieder Zeit für Bildung. An diesem Samstag startet dort mit „Timster“ das erste Medienmagazin für Kinder mit einer Sonderausgabe von der Spielemesse Gamescom in Köln.

Als 15-minütige, wochenaktuelle und multithematische Magazinsendung wird „Timster“ beim KiKa angekündigt, auch wenn die Auftaktfolge anlässlich der Gamescom , der Kölner Messe für interaktive Unterhaltungselektronik, einen Schwerpunkt setzt. Bewusst hat man für „Timster“, benannt nach dem Moderator Tim Gailus, die Bezeichnung Medienwerkstatt gewählt, denn „Timster“ versteht sich als Mitmach-Format. „Der Zuschauer ist eingeladen, Medien zu machen“, heißt es dazu aus der KiKa-Redaktion.

Die Kernzielgruppe sind Grundschüler zwischen sieben und zehn Jahren – angefangen bei den Erstlesern und Medieneinsteigern, die ihre ersten Schritte am Computer tun. Aber auch Bücher und Filme gehören bei „Timster“ zu den Medien. So beteiligen sich die entsprechenden Redaktionen beim RBB (Rubrik Bücher und Literatur), NDR (Kino, Film und Comedy) und SWR (Gaming) unter Federführung des KiKa. Ebenso wie das Auftaktspecial von der Gamescom ist also eine Ausgabe zur Buchmesse denkbar.

Tim Gailus moderiert

Moderator Tim Gailus, der unter anderem bei „Science Slams“ oder als Märchenvorleser auf Youtube aktiv ist, musste in einem Casting nicht nur vor der Kamera überzeugen, sondern auch im Umgang mit verschiedenen Medien.

Bei dem Lernpensum, das Grundschüler die Woche über zu bewältigen hätten, wolle „Timster“ die Kinder nicht auch noch am frühen Samstagabend belehren, so die Redaktion. Der Zugang führt über den Spaß. Ein Großteil der Sendung wird aus Tipps und Trends bestehen. Aber auch Themen wie die Sucht nach Medienkonsum werden nicht ausgespart. Die betrifft immerhin – wie eine Studie kürzlich zeigte – nicht nur die Kinder. Auch die Erwachsenen geben aus Sicht der Kinder oft kein gutes Vorbild ab, etwa im Umgang mit Smartphones. „Timster“ versucht daher, neben den Grundschülern auch deren Eltern und Familien, Lehrer und Pädagogen mitzunehmen.

Ergänzend zur TV-Sendung, die üblicherweise drei bis vier Themen pro Folge behandelt, gibt es unter dem Titel „Team Timster“ die Möglichkeit, sich online einzubringen. Eine einfache Anmeldung genügt, dann können zum Beispiel Charaktere für ein Game mitgestaltet oder Geräusche dafür aufgenommen werden.

Das erste Projekt läuft in mehreren kleinen Einheiten über ein halbes Jahr. Experten helfen dabei und werten die Beiträge der Community aus, die dann wiederum ihren Weg in die Sendung finden sollen.

„Team Timster“ läuft zwar schon an, man wolle das Ganze aber langsam angehen lassen um auszuprobieren, ob und wie es am besten beim Publikum ankommt, so die zuständige Redaktion. Überhaupt soll der experimentelle Charakter im Vordergrund stehen, auf viele Fragen rund um das Thema Medienkonsum gebe es schließlich noch keine eindeutigen Antworten, heißt es aus der KiKa-Redaktion. Aber: Medienthemen interessierten immer mehr Menschen, unabhängig von ihrem Alter und ihrer Bildung, so die Macher von „Timster“. Ziel ist es, „Kindern einen reflektierten und souveränen Umgang mit Medien zu ermöglichen“, fasst KiKA-Programmgeschäftsführer Michael Stumpf das redaktionelle Anliegen zusammen. „Diese Art der Medienkompetenzvermittlung ist neu: Erlaubt sind ungewöhnliche Fragen und ungewohnte Perspektiven.“

Man darf gespannt auf die Resonanz sein, denn zumindest das erwachsene Fernsehpublikum tut sich bekanntlich oft schwer mit Ungewohntem.

„Timster“ startet am Samstag, 8. August um 17.45 im KiKa.