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Trends der Videospielmesse Gamescom 2015: Spiele, Technik, Innovationen

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Computerspiel-Fans und Besucher der Spielemesse Gamescom spielen in Köln. Foto: dpaComputerspiel-Fans und Besucher der Spielemesse Gamescom spielen in Köln. Foto: dpa

Osnabrück/Köln. Am Mittwoch, 5. August, öffnet die Gamescom 2015 in Köln ihre Tore. Auf Europas größter Computerspielmesse werden unter anderem lang erwartete Videospieltitel sowie technische Neuerungen der Gaming-Szene vorgestellt. Microsoft hat bereits am Dienstag vorgelegt.

Mehr Fläche, mehr Aussteller, mehr Show: Kein Wunder, dass die Gamescom auch 2015 wieder Hunderttausende auf die Kölnmesse lockt und Tagestickets schon Wochen vorher vergriffen sind. 335 000 Besucher waren es im letzten Jahr. 700 Aussteller aus 40 Ländern haben sich in diesem Jahr angekündigt. Was Gamescom-Besucher in diesem Jahr erwartet, zeigen wir im Überblick.

VR-Brillen und Smartphones

VR-Brillen, also Brillen für virtuelle Realität, stehen mit im Fokus der Messe. Besucher können unter anderem Modelle von HTC (Vive), Sony (Project Morpheus) und Oculus (Oculus Rift) ausprobieren. Dem Träger sollen sie mittels mehrerer integrierter kleiner Bildschirme ein noch tieferes Eintauchen in das Spielerlebnis ermöglichen. So übertragen die Brillen etwa die Blickrichtungen und Bewegungen des Spielers in Echtzeit in das Spiel. Die näher rückende Marktreife der Datenbrillen stellt Entwickler vor neue Herausforderungen, bietet aber auch die Chance auf Innovationen.

Weitere Neuerungen sind die Ausreizung der technischen Möglichkeiten der mittlerweile nicht mehr so neuen Konsolen Xbox One und Playstation 4. Immer mehr Entwickler verabschieden sich von den älteren Modellen Xbox 360 und Playstation 3. Die Berücksichtigung der älteren, allerdings immer noch weit verbreiteten Technik, zwang die Spielehersteller zu Kompromissen, etwa bei der Grafik. Zudem fungieren Konsolen bereits als Mediencenter im Wohnzimmer. Für Sonys Playstation 4 gilt das noch mehr als für Microsofts Xbox One, doch das soll sich ändern: Microsoft kündigte an, dass die Konsole ab 2016 in der Lage sein soll, TV-Programme aufzuzeichnen und auf andere Windows 10-Geräte zu streamen – die Xbox One wird damit zum Videorekorder. So sehr sich die neuen Konsolen durchsetzen, einer aktuellen YouGov-Umfrage zufolge hat der PC mit 55 Prozent immer noch die Nase vorn als bevorzugtes Spielgerät der Gamer.

Mit dem immer größer werdenden technischen Möglichkeiten der Smartphones und Tablets, die sich bei Spielern (39 Prozent) immer größerer Beliebtheit erfreuen, stehen auch Spiele-Apps verstärkt im Fokus der Messe.

Auf diese Titel warten Gamer

Mit besonderer Spannung erwarten Spieler weitere Neuigkeiten zu „Fallout 4“ , dem Endzeit-Rollenspiel von Bethesda. Bei Konami ist die Fortsetzung des erfolgreichen Schleichspiels „Metal Gear Solid V“ geplant. Mit im Rennen um die beliebtesten Titel auf der Messe sind zudem das Rollenspiel „Final Fantasy 15“ und der neueste Ableger von „Need for Speed“. Fehlen darf auch nicht die Fortsetzung des ewigen Duells zwischen Konamis „Pro Evolution Soccers“ und EAs „Fifa 2016“. Online-Rollenspieler blicken zudem mit Spannung auf Blizzards „World of Warcraft: Warlords of Draenor“. (Weiterlesen: Gamescom 2015: Die EA-Pressekonferenz)

Bereits am Dienstag kündigte Microsoft den Multiplayer-Shooter „Halo 5 Guardians“ an. Zu diesem Spiel soll sogar eine Weltmeisterschaft mit einem Preisgeld von einer Million US-Dollar ausgelobt werden. Interessant auch die Ankündigung von „Quantum Break“, einem kinoreif inszenierten Shooter, in dem sich der Spieler durch die aus den Fugen geratene Zeit kämpft. (Weiterlesen: Gamescom 2015: Die Microsoft-Show)

Branchentreff mit Karrierechancen

Teil der Spielemesse ist auch eine Karrierebörse. Erstmals findet zudem ein „Women in Tech Day“ statt. Jobsuchende mit Interesse an der Videospielbranche können sich vor Ort mit Entwicklern austauschen und direkt auf vakante Positionen bewerben.

Die Aussichten sind alles andere als schlecht: Der Branchenverband BIU hatte vor einigen Tagen einen positiven Ausblick für das laufende Jahr gegeben. In der ersten Jahreshälfte seien mit Spielen für PC, Konsole, Handheld, Tablet und Smartphone 534 Millionen Euro umgesetzt worden. Im Vergleich zum Vorjahr war das ein Plus von 3 Prozent.

Spiele für Konsolen legten sogar um 16 Prozent zu. Microsoft und Sony haben ihre neuen Konsolen seit 2014 im Handel. Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr zwar um über 30 Prozent, doch der Absatz der Geräte blieb zunächst stabil. Das dürfte sich nun langsam ändern. Der BIU rechnet für dieses Jahr mit einem Zuwachs im niedrigen einstelligen Bereich.

Nur Spiele aus der Cloud, die per Streaming auf den Rechner kommen, bleiben laut einer Studie der Wirtschaftsprüfer PwC noch ein Nischenmarkt in Deutschland. Bis 2019 werde der Umsatz auf 17,5 Millionen Euro steigen, weltweit dagegen bereits auf eine Milliarde US-Dollar. Vor allem die nicht ausreichende Internetgeschwindigkeit gaben rund die Hälfte der Nutzer (51 Prozent) in einer Befragung als Hinderungsgrund an.

Konzerte und Cosplayer

Mit einem Rahmenprogramm will die Gamescom nicht nur Gamer, sondern auch Familien begeistern. Neben der Nabelschau für Videospiele sorgen Skateboard-Workshops, ein Lebendkicker und eine Ausstellung zu Retrogames aus vier Jahrzehnten für Abwechslung. Bei einem Konzert singen ein Chor und Orchester die beliebtesten Videospiel-Songs live. In einem Messebereich verkleiden sich „Cosplayer“ als Figuren aus Mangas, Animes oder Videospielen. Und für Nintendo-Nostalgiker wird am Samstagabend das Finale eines Mario-Kart-Turniers geboten.

(Mit dpa)


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