In zwei Teilen am Stück Arte zeigt mit „Sühne“ ein komplexes, japanisches Drama

Die kleine Emili (Hazuki Kimura, M.) ist neu in der Stadt. Doch hat sie in Sae Kikuchi (Erika Omata, l.), Yuka Ogawa (Kyoka Shibata, 2.v.l.), Maki Fujiwara (Manatsu Kimura, 2.v.r.) und Akiko Takano (Asumi Kikuchi, re.) schnell Freundinnen gefunden. Foto: ArteDie kleine Emili (Hazuki Kimura, M.) ist neu in der Stadt. Doch hat sie in Sae Kikuchi (Erika Omata, l.), Yuka Ogawa (Kyoka Shibata, 2.v.l.), Maki Fujiwara (Manatsu Kimura, 2.v.r.) und Akiko Takano (Asumi Kikuchi, re.) schnell Freundinnen gefunden. Foto: Arte

Mit „Sühne“ zeigt Arte ein komplexes Drama des japanischen Meisterregisseurs Kiyoshi Kurosawa, das mit einer wendungsreichen Geschichte aufwartet.

Ein Mord ist geschehen. Emili, ein neunjähriges Mädchen, liegt tot in der Turnhalle einer Tokioter Grundschule. Was jedoch wie der Auftakt zu einem gewöhnlichen TV-Krimi klingt, entwickelt sich rasch zu einem menschlichen Drama, in dem es vor allem um Schuld geht.

Aber auch um die titelgebende Sühne, die hier meist vergeblich gesucht wird. So auch von den Freundinnen der Ermordeten, die geschockt vom Geschehenen, nicht fähig sind, eine Täterbeschreibung abzugeben. Und weil auch deswegen 15 Jahre nach dem Geschehen der Mörder noch frei herumläuft, verlangt Emilis Mutter von den verstörten Zeuginnen Sühne. Eine Forderung, die fast alle ins Unglück stürzen wird.

Inszeniert von Kiyoshi Kuosawa, vor allem bekannt für den Horrorfilm „Pulse“, aber auch das in Cannes ausgezeichnete Familiendrama „Tokyo Sonata“, vereint „Sühne“ ebenso surreale wie melodramatische als auch schweißtreibend spannende Momente. Den ursprünglich 2013 fürs japanische Fernsehen produzierten Fünfteiler zeigt Arte nun in zwei Teilen am Stück.

Wobei das viereinhalb Stunden lange Drama maximale Intensität erreicht, und das trotz oder gerade wegen minimalistischer Filmmittel. Ein Meisterwerk!

Wertung: 6 von 6 Sternen

Sühne, Donnerstag, 23. Juli, 20.15 Uhr, Arte


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