Tibeter in Peking Packende Doku auf Arte: „Kein Zuhause nirgendwo“

Aus der Bergwelt Tibets in die Anonymität Pekings: Zanta nimmt die Herausforderung an. Foto: ZDFAus der Bergwelt Tibets in die Anonymität Pekings: Zanta nimmt die Herausforderung an. Foto: ZDF

Osnabrück. Der Arte-Themenabend „Tibets Zukunft“ am Dienstagabend hat einen starken Höhepunkt: Die Dokumentation „Kein Zuhause nirgendwo“ um 21.10 Uhr.

Ich wünschte, ich wäre tot.“ Zanta, eine alleinerziehende Mutter und Straßenhändlerin in Peking, war so verzweifelt, dass sie keinen anderen Ausweg sah, als ihren Sohn einer Ausländerin anzubieten. Die Amerikanerin Jocelyn Ford schien ihre letzte Hoffnung zu sein. Die Reporterin half der bettelarmen Frau daraufhin, das Schulgeld für den Sohn zu zahlen, und erhielt dafür einen Einblick in das Leben vieler Exil-Tibetaner in Chinas Hauptstadt.

Verachtet von den Chinesen und drangsaliert von der Staatsmacht, fristen sie in Peking eher ein trostloses Dasein. Dennoch hatte Zanta allen Grund, dorthin zu fliehen. Sie musste den archaischen, im Westen oft verklärten Verhältnissen in Tibet entkommen, wo Frauen nicht selten grausam unterdrückt werden. „Kein Zuhause nirgendwo“ , das Mittelstück des Arte-Themenabends „Tibets Zukunft“ ab 20.15 Uhr, beschreibt, wenngleich von Arte um über 20 Minuten gekürzt, eindrucksvoll die Entwurzelung dieser „Wanderer zwischen den Kulturen“.

Während die beiden anderen Dokus sich eher aktuell mit der Politik um den Dalai Lama und historisch mit dem „Kampf um Tibet“ beschäftigen, geht dieser Film das Thema stärker gefühlsmäßig an. Und das sehr packend.


Kein Zuhause nirgendwo - Arte, Dienstag, 30. Juni, 21.10 Uhr

Wertung: 5 von 6 Sternen


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