Überzeugendes Spielfilmdebüt Beklemmende Bilder: „Rock the Casbah“ am Mittwoch auf Arte

Tomer (Yon Tumarkin, links) und Haim (Iftach Rave) hören Rockmusik im Radio, während sie auf dem Dach des Hauses Wache halten. Foto: ArteTomer (Yon Tumarkin, links) und Haim (Iftach Rave) hören Rockmusik im Radio, während sie auf dem Dach des Hauses Wache halten. Foto: Arte

Osnabrück. Yariv Horowitz‘ preisgekröntes Spielfilmdebüt „Rock the Casbah“ (Arte, Mittwoch, 22.45 Uhr) zeichnet ein beklemmendes Bild aus der Zeit der Ersten Intifada.

1989 werden vier junge israelische Soldaten nach Gaza geschickt, um dort für „Ruhe und Ordnung“ zu sorgen. Kein einfaches Unterfangen in dem chaotischen Pulverfass zur Zeit der Ersten Intifada . Es dauert nicht lange, und einer der vier Soldaten wird getötet – erschlagen von einer Waschmaschine, die vom Dach eines Hauses geworfen wird. Fortan wird das Dach von den Soldaten belagert, was nicht ohne Konsequenzen für die Bewohner bleibt. Die provokante Präsenz der Soldaten sorgt für böse Spannungen innerhalb der komplett vergifteten Atmosphäre.

Regisseur und Ko-Autor Yariv Horowitz erzeugt in seinem mehrfach preisgekrönten Spielfilmdebüt eine fremdartige Atmosphäre, die die tödliche Absurdität des gesamten Konfliktes abbildet. Unüberwindbare Vorurteile zwischen den israelischen Soldaten und den Palästinensern, dazu eine gefährliche Mischung aus Langeweile, Angst, Hoffnung und Hass bei den Soldaten auf dem Dach lassen die Situation eskalieren. Im Hintergrund läuft für die Soldaten der Piratensender Voice of Peace – Stimme des Friedens, während sogar der auf einer spielerischen Ebene ausgetragene Konflikt zwischen einem kleinen Palästinenserjungen und einem Soldaten komplett aus dem Ruder zu laufen droht. Beklemmend.

„Rock the Casbah“, Mittwoch, 29. April, 22.45 Uhr, Arte

Wertung: Fünf von sechs Sternen


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