Fans kritisieren Remake Ab Ostermontag: „Heidi“ im neuen 3-D-Gewand auf ZDF und KiKa

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Andreas Gabalier singt den Titelsong der „Heidi“-Neuauflage in moderner 3-D-Optik. Foto: dpaAndreas Gabalier singt den Titelsong der „Heidi“-Neuauflage in moderner 3-D-Optik. Foto: dpa

Osnabrück. Ostern 2013 summte eine mehr oder weniger neue, jedenfalls 3-D-animierte „Biene Maja“ über den Bildschirm. Im letzten Jahr folgte „Wickie und die starken Männer“. Und nun zeigt sich auch Kultfigur „Heidi“ in zeitgemäßem Look.

„Eine Zumutung“, donnerte die „Welt“, als „Die Biene Maja“ ins Kino kam . Zuvor war die Insektenheldin frisch animiert und optisch leicht verschlankt in Serie gegangen und prompt der Magersucht bezichtigt worden. Auch „Wickie“ hat kürzlich ein digitales Make-over erhalten. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis auch das Alpenmädchen „Heidi“ aufgepeppt werden würde. Am Ostermontag ist es nun so weit: „Heidi“ startet in neuem, 3-D-animiertem Gewand. Den Titelsong – im Original von Erika und Gitti gejodelt – singt Andreas Gabalier. Schon bei der

„Biene Maja“ hatte man mit Helene Fischer auf eine prominente Stimme gesetzt.

Kritik bleibt nicht aus

„Ich glaube, es war an der Zeit“, sagt der Münchner Produzent Patrick Elmendorff, Geschäftsführer von Studio 100 Media in Deutschland, über die neue „Heidi“. Die Firma hält auch die Rechte an „Die Biene Maja“ und „Wickie und die starken Männer“. Auch Maya Götz, Leiterin des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) in München, begrüßt die Neuauflage und nennt sie „zügiger erzählt“.

Doch wie schon bei „Biene Maja“ bleiben die kritischen Stimmen nicht aus. Auf Twitter etwa erregten sich Zeichentrickfans darüber, dass ihre Kindheit „nachträglich ruiniert“ werde, wie die „Bild“ berichtet. Dabei hat sich, abgesehen vom neuen Look, gar nicht so viel geändert. Zwar fehlt die charakteristische Erzählerstimme der Originalserie aus den Siebzigern. Doch dafür gibt es auch nicht mehr die holprige Synchronisierung und die mitunter doch arg rührselige Verklärung des Berglebens. Die Figuren haben sich indes nicht verändert, der schroffe Großvater, der anfangs verschlossene Ziegenpeter und allen voran die lebensfrohe Heidi, die sich von der Kargheit des Almdaseins nicht unterkriegen lässt.

Die vor rund 40 Jahren wegweisende Animation von Isao Takahata und Hayao Miyazaki machte das „Kawaii“ genannte kulleräugige Kindchenschema in Europa populär, das noch heute in Gestalt von Mangas und Animes begegnet. Nachdem sich das ursprünglich geplante Projekt einer „Pippi Langstrumpf“-Adaption zerschlagen hatte, fielen den Japanern „Heidis Lehr- und Wanderjahre“ in die Hände, Johanna Spyris Roman aus dem Jahr 1880. Dank penibler Recherche gelang den Zeichnern ein sehr getreues Abbild der Schweizer Berglandschaft, die selbst in Japan Kultstatus errang.

Charme und Humor bleiben erhalten

Das Remake erweist sich des Vorgängers jedoch als durchaus würdig. Wie schon bei „Wickie“ schafft es das französische Autorenteam, den Charme und Humor des Originals zu erhalten, dabei gleichzeitig das Altbackene wegzulassen und ein flotteres Erzähltempo anzuschlagen. Den Nostalgikern – also den Erwachsenen, die „Heidi“ noch aus der Kindheit kennen – dürfte die Frischzellenkur womöglich als Ketzerei und weiterer Schritt zum Untergang des 3-D-Zeichentrickfilms erscheinen. De facto muss eine Kinderserie zunächst einmal Kindern gefallen und sie unterhalten.

Bei der neu produzierten Version der „Biene Maja“ sprechen die Quoten eine klare Sprache. Vor allem Kinder zwischen 10 und 13 Jahren fühlten sich von dem neuen 3-D-Look stärker angesprochen, heißt es beim ZDF.

Dort läuft die neue „Heidi“ am Ostermontag, 6. April, um 8.00 Uhr, ab dem 11. April dann immer samstags um 9.20 Uhr. Im KiKa startet die Serie am 11. April um 18 Uhr und läuft dann ab dem 13. April täglich um 18.15 Uhr.

Im Dezember soll eine „Heidi“-Realverfilmung ins Kino kommen. Die Kritiker dürften schon in den Startlöchern stehen. (Mit dpa)


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