Wer ist raus? Let’s Dance 2015: Was sagt Ex-Juror Hull zum Llambi-Klopapier?


Berlin. „Let‘s Dance 2015“: Mit der dritten Show fliegt Panagiota Petridou raus, Minh-Khai Phan-Thi holt 30 Punkte und Juror Joachim Llambi liest seinen Namen auf Kosettpapier. Was sagt der Osnabrücker Ex-Juror Michael Hull dazu?

„Let‘s Dance 2015“ überrascht in der dritten Ausgabe mit einem 80er-Jahre-Special. Pangiota Petridou ist am Ende der Show raus, Minh-Khai Phan-Thi holt 30 Punkte. Hat der Osnabrücker Ex-Juror Michael Hull die Tänze ähnlich eingeschätzt? Und wie beurteilt er Detlef Steves Respektlosigkeit gegenüber Joachim Llambi? Der strengste „Let‘s Dance“-Juror musste seinen Namen auf Klosettpapier lesen. So beurteilt Michael Hull den Abend:

Panagiota Petridou & Sergiu Luca: Hilfe!

Bei Panagiota Petridou und Sergiu Luca sah es heute so aus, als hätten sie nur den einen Gedanken: Was kann ich tun, um dem Ziel wieder einen Schritt näher zu kommen? Hilfe! (Wer sind Petridou und Luca?)

Matthias Steiner & Ekatarina Leonova: Favoriten fürs Finale

Der Rhythmus in der Rumba macht es nicht so einfach, mit den Pausen umzugehen. Fuß- und Beinarbeit war bei Matthias Steiner und Ekatarina Leonova klar und rhythmisch deutlich vorgeführt. Matthias hat aber auch sehr gutes und sicheres Können gezeigt. Es muss auch bei der Rumba nicht immer bloß ein Betatschen sein! Beim Tanz von Matthias Steiner war sehr anzuschauen, dass es auch ohne geht – mit schön entwickelten, einfachen Bewegungsmustern. Ein sehr sympathisches Paar – zumal der Mathias eine andere Seite von sich zeigt. Matthias Steiner wird zu einem heißen Favoriten für den Cup!

Ralf Bauer & Oana Nechiti: ungeschmeidige Eleganz

Elegant im Frack tanzt Ralf Bauer heute den langsamsten Standardtanz: den Slowfoxtrott. Aufrichtung und Spannung sind bei Ralf Bauer keine Frage. Beweglich ist er – aber wirklich geschmeidig war diese Vorführung des Slowfoxtrotts nicht unbedingt.

Milos Vukovic & Cathrin Hissnauer: Favoritenstatus wackelt

Milos Vukovic ist eigentlich mein Favorit – aber auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Heute ist für Milos der Paso-doble dran, genannt: der Doppelschritt. In diesem Tanz müssen Geben und Nehmen viel Tiefe zeigen. Vukovics Bewegungen hätten weicher sein sollen. Der Paso-Sprung, der über eine raumgreifende halbe Drehung geht, war von Milos dann allerdings sehr gut, sein Appell dagegen eher ein Aufstampfen statt eines spontanen rhythmischen Spannungszustands. Ich habe das Gefühl, dass er seine Favoritenstelle langsam, aber sicher an Matthias verliert. (Wer sind Vukovic und Hissnauer?)

Beatrice Richter & Vadim Gabuzov: letzte Chance

Beatrice Richters schauspielerischeres Talent kam hier klar zum Vorschein. Trotz ihres Alters war sehr viel Ausdruck in den vorgeführten Inhalten zu sehen. „Let’s Dance“ ist aber ein Wettbewerb und ein Turnier – und der aktuelle Auftritt könnte schon ihre letzte Chance gewesen sein.

Thomas Drechsel & Regina Murtasina: Wer führt denn hier?

Mit erkennbarer Interaktion zeigten uns Thomas Drechsel und Regina Murtasina in diesem Tanz, wer welche Rolle hat. Trotzdem hat Ekatarina zu viel geführt.

Detlef Steves & Isabell Edvarsson: lustiges Llambi-Toilettenpapier

Dass Detlef Steves und Isabell Edvardsson ein Stück Toilettenpapier mit dem Namen Llambi dabei hatten, war schon zu lustig – zumal der Hersteller offensichtlich wirklich so wie der „Let’s Dance“-Juror heißt. Der Quickstep von Steves und Edvarsson fing auch gut an, aber dann ließ die Fuß-Kondition mit den bei diesem Tanz erforderlichen Sprüngen stark nach. Trotzdem tanzte Steves sehr ruhig – und das trotz des schneller vorgebenden Rhythmus. (Wer sind Steves und Edvardsson?)

Minh-Khai Phan-Thi & Massimo Sinató: Der Knoten ist geplatzt!

Mit dem Säen und Ernten des Erfolgs kennt Massimo sich nur zu gut aus! Die Rumba in der letzten Sendung löste bei Minh-Khai Phan-Thi etwas aus, was sie bestimmt in jedem folgenden Tanz wieder abrufen kann. Der Knoten ist geplatzt! Entscheidend ist für Minh-Khai Phan-Thi nicht, was sie ist, sondern was sie daraus macht. An ihrer gemeinsamen Art, Sinéad O’Connors tolles Lied „Nothing Compares 2 U“ zu tanzen, sieht man wirklich: Minh-Khai lebt den Tanz. Ich glaube, wenn sie so weitermacht, ist sie die Top-Favoritin. Die Jury gab dreimal 10 Punkte – und das war richtig! (Minh-Khai und Massimo: Krank ins Finale?)

Katja Burkard & Paul Lorenz: gut, aber nicht gut genug

Mit ihrer Rumba zeigten Katja Burkard und Paul Lorenz zwar eine ganz gute Vorbereitung – aber die anderen waren in diesem Tanz eben noch besser vorbereitet. (Wer sind Burkard und Lorenz?)

Hans Sarpei & Kathrin Menzinger: das „Let’s Dance“-Erfolgsrezept

Hans Sarpei hat ein Rezept für besondere Resultate: Er hat ein Ziel, eine gute Planung, das Training. Und er beherrscht das Wechselspiel von Kontrolle und Loslassen. Und sein Tango? Alle Positionen waren stimmig. Schritt und Drehtechnik stimmten. Ein heißer Favorit ist er nach dieser Tango-Vorführung eindeutig. Ausstrahlung und der entsprechende Stil: Das war bei beiden authentisch. (Wer sind Sarpei und Menzinger?)

Daniel Küblböck & Otlile Mabuse: verspielt aufs Ganze gegangen

Bei Daniel Küblböck und Otlile Mabuse löste jede Aktion eine Reaktion aus. Nicht nur im Tanz und hier beim Contemporary waren die beiden sich darin einig, dass alles ein Spiel ist. Mit dieser Haltung kann man aufs Ganze gehen. Daniel wird immer sicherer und besser. (Hilft Motsi Mabuse Daniel Küblböck und ihrer Schwester Otlile?)

Enissa Amani & Christian Polanc: Was für ein Trainer!

Entscheidend finde ich, wie gut Christian Polanc an Enissa Amani herangeht, um das Möglichste aus ihr herauszuholen – ohne zu wissen, wo das tänzerische Talent liegt. Diesmal tanzen sie den Englischen Zweiviertel-Takt-Tango. Und das sehr gut vorbereitet und dargestellt. Zum Schluss des Tangos wurde Enissa ein bisschen schwerfällig. Ihre ausseitlichen Positionen waren nicht zueinander geneigt. Trotzdem sah das Paar aus wie aus einem Guss. Warum? Christian kann sehr gut ausgleichen! (Wer sind Amani und Polanc?)

Und wie sieht Michael Hull das Thema 80er Jahre?

In der Musik der 80er Jahre haben Kreativität und Phantasie noch eine ganz andere Bedeutung. Die Pausen in der Musik waren damals ein schönes Klangbild der Ruhe – gerade im Vergleich zu heutigen, manchmal andauernd lauten Rauscheffekten. Wahre Gesangs- und Musikkünstler dieser Epoche haben diese Art der heutigen Technik nicht gebraucht und sind immer noch herausragend im Vergleich zum aktuellen Wandel. Qualitativ sind sie unerreichbar. Bei ihnen finden wir mit der Musik die Bewegung, die den Tanz erst entstehen lässt, und so zu ganz neuen Ausdrucksformen. Keiner weiß, was davon zukünftig noch bleibt. (So siegten Minh-Khai und Massimo in der zweiten Liveshow von „‚Let‘s Dance 2015“.)

Was bedeutet das für die Kandidaten von „Let’s Dance 2015“?

Die Entstehung eines rhythmischen Tanzkunstwerks zeigen einem, wie gern wir uns von der Musik immer wieder beeinflussen lassen. Mal ist sie Quell der Inspiration, mal Ruhepol. Hier entsteht bei den noch tanzenden Paaren von „Let’s Dance 2015“ eine Idee der Parkettreife. Die Paare haben bei „Let’s Dance“ die Chance, fair bewertet zu werden und eine andere Ebene der Bewegung darzustellen. Erkennt die Chance, die vor euch liegt! Nutzt die Möglichkeiten! In der Tanz-Kunst ist fast alles möglich. Man kann seine Umgebung nur verändern, indem man es zulässt. Wir sollten das Augenmerk nicht zu sehr auf die Jury richten, sondern auf die Leistung der Tanzpaare. Sie sind die wahren Träger der Sendung Was ist wichtiger? Viel zu wissen und zu begreifen? Nein! Es zu leben! (Weiterlesen: Küblböck küsst Llambi – die Highlights der ersten Show.)

Wer ist weiter? Wer ist raus? Alles zu „Let‘s Dance 2015“ auf unserer Themenseite.


Michael Hull holte zwei Jahrzehnte lang einen Weltmeistertitel nach dem anderen. In den ersten beiden Staffeln von „Let‘s Dance“ saß er als Juror neben Joachim Llambi auf dem Podium. Er lebt in Osnabrück, wo der 55-Jährige an seiner Tanzschule sein Können weitergibt.

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