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Let‘s Dance 2015 Michael Hull widerspricht Let‘s-Dance-Juror Llambi


Berlin. Exklusiv für noz.de kommentiert Michael Hull „Let‘s Dance 2015“. Wie hätte der Osnabrücker Profitänzer geurteilt, wenn er noch Juror in der RTL-Show wäre? Ein Widerspruch zu Llambi, Mabuse und Gonzalez.

Wer bei „Let‘s Dance 2015“ weiterkommt, entscheiden die Juroren Joachim Llambi, Motsi Mabuse und Jorge Gonzalez. In den ersten beiden Staffeln der RTL-Show saß der Osnabrücker Tänzer Michael Hull auf dem Podium. Hier schreibt er, wie er die Tänze von Minh-Khai Phan-Thi, Daniel Küblböck und Cora Schumacher einschätzt:

Steiner und Leonova? Sympathisch! Hier irrt Llambi!

Der sympathische Matthias Steiner und Ekaterina Leonova haben in der ersten Sendung einen sehr guten langsamen Walzer getanzt – obwohl die Meinung von Joachim Llambi dazu anders war – dies war ungerecht. In der zweiten Liveshow ist der Jive dran. Obwohl der Tanz zu den schnellsten gehört, hat Matthias die Grundbewegungen, die Freude und die Kicks und Flicks sehr gekonnt rübergebracht. Er wird durch seine neue Körpergröße und Geschmeidigkeit vielleicht im Verlauf der Sendung noch zum Favoriten. Schauen wir mal, wie er sich entwickelt.

Panagiota Petridou und Sergiu Luca: Diesmal trifft die Llambi-Schelte

Der erste Quickstep war schon hölzern. Jetzt ist Rumba dran. Mit Tanz hatte das wenig zu tun. Panagiota Petridou bewegte sich nur von Position zur Position. Da war ich mit Llambi einer Meinung. (Wer sind Petridou und Luca?)

Milos Vukovic und Kathrin Hissnauer: Steiners Jive war besser

Die Woche zuvor empfand ich, dass der langsame Walzer gut ankam; jetzt heißt es beim Jive „Volle Kraft voraus!“ Der Jive von Herrn Steiner war deutlicher und besser ausgeführt. Milos Vukovic ist fleißig, aber da muss noch einiges kommen. (Wer sind Vukovic und Hissnauer?)

Ralf Bauer und Oana Nechiti: innere Einkehr

Beim ersten Quickstep sah Ralf Bauerbei aus wie Jim Knopf aus der Augsburger Puppenkiste. In der zweiten Live-Show ist die Rumba dran. Bauer war sehr fleißig in der Woche; man sah es deutlich an der im Vergleich viel besseren Leistung. Es war eine schöne „innere Einkehr“ in der Weise zu erkennen, in der Bauer und Nechiti die Rumba angegangen sind.

Beatrice Richter und Vadim Garbuzov: Respekt!

Der Slowfoxtrott muss „Lust statt Last“ ausstrahlen. Richter tanzt nur elf Takte in Haltung und den Rest auf Show. Das ist der wahre Tanzstil – was der Slowfoxtrott eigentlich erfordert. Lange elegante Schritte, sowie Jorge es behauptet hat, waren nicht zu sehen! Respekt verdient, dass Beatrice Richter überhaupt angetreten ist, obwohl ihre Mutter kurz vorher gestorben ist. Das macht sie zusätzlich auch sehr sympathisch.

Thomas Drechsel und Regina Murtasina: Spaziert statt getanzt

Der Cha Cha in der erste Sendung war schon gut auf ihn geschnitten und wirkte authentisch. In der zweiten Liveshow ist der Slowfoxtrott dran. Ein Wechsel zwischen den Rhythmen und Bewegungen und ein Ohr für die Harmonie sollten uns hier taktvoll schwingen lassen. Der Thomas ist eher spazieren gegangen!

Cora Schumacher und Erich Klann: Ein Wort zu Llambis Worten

Viel zu erwarten war schon nach dem ersten Auftritt nicht. Die Prominenten müssen bei „Let‘s Dance“ neben der Technik auch erlernen, mit der Musik der Fantasie freien Lauf zu lassen. Nach ihrem Jive waren Cora Schumacher und Erich Klann von der Sympathie des Publikums abhängig. Ihr Rauswurf war erwartbar. Handlungsbedarf gibt es hier bei der Meinungsäußerung von Herrn Joachim Llambi! „Achte stets auf deine Gedanken, sie werden zu Worten!“ (Wer sind Schumacher und Klann?)

Detlef Steves und Isabel Edvardsson: ein einfühlsamer Gentleman

Der Rasputin-Cha-Cha in der ersten Sendung war nicht unbedingt gut. Beim Tanz gilt es, die eigenen Gefühle und die des Partners wahrzunehmen, sie zu verstehen und wohlmeinend zu nutzen – dann hat man es leicht miteinander. Und das hat Detlev Steves drauf. Hier muss ich seine Persönlichkeit loben: Er behandelt Isabel wie eine Prinzessin. Er ist ein wahrer und netter Gentleman. In der zweiten Liveshow ist die Rumba dran. Detlev erweist sich eher als ein Papa-Rumba-Tänzer. Nüchtern betrachtet war es aber trotzdem besser als Cora Schumachers Versuch. (Wer sind Steves und Edvardsson?)

Minh-Khai Phan-Thi Massimo Sinató: wie ein Sonnentag

Der Quickstep in der ersten Sendung war sehr hart, in den Übergängen fehlte die Leichtigkeit. Das war eigentlich enttäuschend. Vielleicht weil Massimo in den Standardtänzen nicht so bewandt ist. In der zweiten Show ist die Rumba dran. Minh-Khai Phan-Thi bewies Mut, nahm die Herausforderung an und hat viel Emotionen gezeigt. Ihre Positive Ausstrahlung war wie ein sonniger Tag bei dieser Rumba. Sehr schön. (Minh-Khai und Massimo: Krank ins Finale?)

Katja Burkard und Paul Lorenz: Haltung bewiesen

Ihr langsamer Walzer in der ersten Sendung war sehr elegant und leicht. Beim zweiten Durchlauf ist der Jive dran. Feiern wir Katja Burkards Jive! Dieser Tanz zeigte ihre verrückte und freudige Haltung. (Wer sind Burkard und Lorenz?)

Hans Sarpei und Kathrin Menzinger : Unwiederholbar

Der Cha Cha in der ersten Sendung war schon mit Klasse und rhythmisch vorgeführt. Und der Slowfoxtrott in der zweiten Show? Jeder rhythmische Augenblick ist bei der Kunst des Tanzes neu und unwiederholbar. Die Vorbereitung ist entscheidend für Erfolg oder Niederlage – aber nur für den Moment, und der kann sich verändern. Im Fall von Hans Sarpei war es ein klasse vorgeführter Tanz. Atmosphäre und Ausstrahlung bestimmen den Eindruck. (Wer sind Sarpei und Menzinger?)

Daniel Küblböck und Otlile Mabuse: tolles Zusammenspiel

Der Quickstep war in der ersten Sendung sehr stelzig. Bei der Rumba sehe ich ein schönes großes Zusammenspiel. Die beiden stellten es mit sehr viel Ruhe her, obwohl Daniel einmal kurz aus der Balance geriet. (Hilft Motsi Mabuse Daniel Küblböck und ihrer Schwester Otlile?)

Enissa Amani Christian Polanc: meine Favoriten

Die Art und Weise wie Christian mit seinen Prominenten umgeht und zur Spitzenleistung innerhalb von kurzer Zeit hervor bringt, macht Spaß. Der Cha Cha in der ersten Sendung war schon eine sehr hochklassig dargestellter Tanz. Füße, Spannung, Rhythmus, Ausstrahlung und Enissa Amanis natürliche Art kamen sehr gut zum Ausdruck. Wo die anderen noch in sich fallen, lebte sie den Moment im Tanz – und das für eine Anfängerin. Klasse! Enissa Amani ist meine Favoritin – zumindest wenn Milos und Hans sich jetzt nicht noch steigern. Beim Slowfoxtrott ist Enissa in der Gestaltung und im lebendigen Ausdruck nah am Menschen. Der Tanz mit Christian Polanc war ein Geben und Nehmen. Amani hat erkannt, dass es sich lohnt, sich zu quälen, um gut zu tanzen. (Wer sind Amani und Polanc?)

Wer ist weiter? Wer ist raus? Alles zu „Let‘s Dance 2015“ auf unserer Themenseite.


Michael Hull holte zwei Jahrzehnte lang einen Weltmeistertitel nach dem anderen. In den ersten beiden Staffeln von „Let‘s Dance“ saß er als Juror neben Joachim Llambi auf dem Podium. Er lebt in Osnabrück, wo der 55-Jährige an seiner Tanzschule sein Können weitergibt.

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