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Kritik von Folge 12 Remember The Walking Dead Staffel 5: Willkommen in Alexandria!


Osnabrück. Nach den ruhigen und dramatischen Folgen der fünften Staffel von „The Walking Dead“ kommt die Gruppe um Rick Grimes in Folge 12 „Remember“ endlich in Alexandria an. Doch ist die Sicherheitszone wirklich das ruhige Paradies von dem alle träumen?

Achtung, im Text folgen Spoiler!

Friede, Freude, Eierkuchen in Staffel 5 von „The Walking Dead“: In Folge 12 „Remember“ (Erinnerung) ist die Gruppe um Rick Grimes endlich in der Sicherheitszone Alexandria angekommen. Die anfängliche Skepsis ist schnell verschwunden, nur Daryl ist noch unsicher. Und dann passiert es auch: Die Gruppe muss Abschied nehmen. Aber keine Angst, nur von einem haarigen Mitglied.

Rick Grimes rasiert sich!

Endlich, der Bart ist ab! Rick Grimes (Andrew Lincoln) durfte sich in Folge 12 „Remember“ in der Sicherheitszone Alexandria von seiner zottigen Gesichtsbehaarung trennen. #RIPRicksBeard ist auch schon ein Trend auf Twitter. Doch keine Sorge, es ging auch ernst zu in der aktuellen Folge der fünften Staffel von „The Walking Dead“. Denn die Ankunft in Alexandria gefiel nicht jedem Mitglied der Überlebenden und der Bewohner.

Befragung durch Deanna Monroe

Kaum ist die Truppe in Alexandria angekommen, müssen sie natürlich ihre Waffen abgeben. Ein grummeliger Rick lehnt das ab, er marschiert zur Abgeordneten und dem Oberhaupt von Alexandria Deanna Monroe mit seinem Waffenarsenal. Und findet sich nicht nur in einem äußerst sauberen und ordentlichen Haus wider, sondern auch gegenüber einer Frau, die weiß, was sie will, und die eine sehr gute Menschenkenntnis hat. So erkennt sie auch gleich Ricks Anführerqualitäten, später werden er und Michonne (Danai Gurira) zu den Sheriffs von Alexandria ernannt. Sie dürfen als einzige innerhalb der Sicherheitszone Waffen tragen, alle anderen nur, wenn sie nach draußen gehen.

„Ich habe Menschen getötet, aber ich weiß gar nicht mehr, wie viele. Aber ich weiß, warum ich sie getötet habe.“ Ricks Geständnis in Deannas sauberem Verhörsessel beeindruckt die ehemalige Abgeordnete von Ohio, sie möchte Rick und seine widerstandsfähige Familie aufnehmen. Es sei erstaunlich, sagt sie, wie stark diese Gruppe ist, obwohl sie alle so unterschiedlich sind und vor dem Ausbruch der Seuche nichts miteinander zu tun hatten.

Daryl Dixon bleibt dreckig

Während Rick versucht, sich sauber geschrubbt (ja, endlich sieht man wieder sein Gesicht!) in der surrealen und zombiefreien Parallelwelt zurechtzufinden, macht Daryl Dixon (Norman Reedus) keine Anstalten, sich in die Gesellschaft von Alexandria einzugliedern. Als einziger duscht er nicht und fängt weiter Tiere, um sich von ihnen zu ernähren.

Carol Peletier spielt die brave Hausfrau

Carol Peletier (Melissa McBride) hingegen wählt einen weitaus interessanteren Weg, um mit ihrem Misstrauen umzugehen: Sie passt sich perfekt an. Erzählt Deanna, dass sie früher mit Leidenschaft Hausfrau und Mutter war und ihren Mann Ed so sehr vermisst. Dass sie ihn gehasst hat und froh war, dass er weg ist, verschweigt sie ebenso wie die Tatsache, dass aus ihr eine respektable und kompromisslose Anführerin geworden ist. Man denke nur an die Tötung von Lizzie und die Befreiungsaktion in Terminus. Die Krönung kommt allerdings fast am Schluss von Folge 12: Carol in biederer Kleidung übernimmt die Essensausgabe. Dabei ist ihr Ziel allerdings, möglichst viele Bewohner kennenzulernen und auszuspionieren.

Carl Grimes Misstrauen

Während die meisten Bewohner, denen die Gruppe begegnet, freundlich zu ihnen sind, verfolgt Carl das missmutig wirkende Mädchen Enid, das sich öfter aus der Sicherheitszone schleicht. Enid stieß vor ein paar Monaten zu der Gemeinschaft von Alexandria, doch ist sie vielleicht ein Spion? Carl versucht herauszufinden, was sie allein in den Wäldern treibt, verliert aber ihre Spur.

Eine Spur, die aber auffällt, ist wieder der Verweis auf „Wölfe“. Tauchte in Folge 9 „What Happened and Whats Going On“ die Warnung „Wolves not far“ (Wölfe nicht weit entfernt) auf, in Folge 10 „Them“ (Lebende Tote) schienen zuerst Wölfe aus dem Unterholz hervorzubrechen, es waren aber nur Hunde, gibt es auch in dieser Folge einen Hinweis auf die mysteriösen Tiere: Auf dem Comic, der Enid gehört, steht „Wolf Fight“. Gehört Enid vielleicht zu einer neuen Bedrohung? Zufall ist das sicher alles nicht... Genauso wenig wie die Waffe, die Rick in Folge 11 versteckt hat und die nun verschwunden ist.

Heile Welt in Alexandria?

Als langjähriger Zuschauer ist man natürlich skeptisch, dass nun in Alexandria die Welt noch heile sein soll. Die Bewohner haben sich von Anfang an dort verschanzt, haben also kaum eine Ahnung, wie sie draußen überleben sollen. Deshalb will Deanna auch Ricks Gruppe aufnehmen. Beide Gruppen gehen ein großes Risiko damit ein, denn Vertrauen herrscht auf beiden Seiten nicht.

Glenn Rhee (Steven Yeun) wird zum Anführer, als er Deannas Sohn Aiden in die Schranken weist, der Glenn, Noah und Tara in Gefahr gebracht hat. Daryl ist enttäuscht, dass er nicht an Ricks Seite Sheriff wird. Rick trifft auf eine junge Frau, Jessie, die ihm die Haare schneidet als gute Nachbarschaftshilfe. Ihr Mann begrüßt Rick aber mit weniger Enthusiasmus. Ist Jessie vielleicht sogar die neue Liebe für Rick? Ein bisschen geknistert hat es schon ...

Aber abseits von den zwischenmenschlichen Tönen, die für mehr Schwung in der Folge gesorgt haben, bleibt die Skepsis: Wo ist der Haken?

Überleben um jeden Preis

Carl und Carol sehen ihn darin, dass sie durch ihre Anpassung in diese perfekte Welt mit fließendem Wasser unaufmerksam und schwach werden. Rick hingegen sieht das anders: „Wir werden nicht mehr schwach, das steckt nicht mehr in uns. Wenn die es nicht hinkriegen, dann übernehmen wir den Ort einfach.“

Eine starke Abschlussszene, die deutlich macht: Den sanften und diplomatischen Rick, auch wenn er jetzt wieder so aussieht wie in Staffel 1, gibt es nicht mehr. Da können sie noch lange versuchen, eine geordnete Welt aufrechtzuerhalten, die es nicht mehr gibt. Rick und seine Familie wissen: Es geht nur noch ums Überleben. Um jeden Preis.

Fazit: „Remember“ besinnt sich auf die alten Zeiten

Die Verweise in der fünften Staffel von „The Walking Dead“ auf die erste Staffel sind deutlich: Als Beth in dem Krankenhaus erwacht, erinnert die Szene stark an das Erwachen von Rick in der ersten Folge. Auf Dale und seinen Wohnwagen wird in Folge 11 verwiesen, in der zwölften Folge „Remember“ sehen fast alle so sauber aus wie am Anfang. Doch sie sind es nicht. Sie haben so schlimme Ereignisse hinter sich, dass sie nur noch ihre Fassade schön machen können, innen bleiben sie die Überlebenden mit einer grausamen Vergangenheit. Außer Daryl, er war schon immer so.

Fast möchte man Mitleid mit Deanna Monroe haben: Sie will auch nur das Beste für ihre Familie, aber hat sie vielleicht Alexandrias Untergang damit besiegelt?

Nach der langen Zeit unterwegs, die durchaus ihren Reiz hatte, ist die Gruppe nun in einem neuen Zuhause angekommen. Und damit gewinnt „The Walking Dead“ auch wieder an Fahrt. Sind es doch die Konflikte untereinander, die das Überleben spannend machen. Der Satz, den Rick am Ende unheilvoll ausspricht, ist im ersten Moment unerwartet, dann aber logisch: Natürlich will er nur das Beste für seine Familie. Die Bewohner von Alexandria gehören aber nicht dazu.


Wer mit Gleichgesinnten über die US-Serie „The Walking Dead“ diskutieren möchte, ist in der Facebook-Gruppe „The Walking Dead German Webfanside“ und auf der Fan-Seite The Walking Dead German Webfanside gut aufgehoben. Auf der gleichnamigen Fan-Seite gibt es auch immer aktuelle Infos.

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