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Staffel 5: Kritik von „The Distance“ The Walking Dead Folge 11: Rick Grimes starke Veränderung

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Osnabrück. Nach den beiden ruhigen Folgen der zweiten Hälfte von Staffel 5 von „The Walking Dead“ geht es in Folge 11 „Akrasia/ The Distance“ wieder etwas actionreicher zur Sache. Im Mittelpunkt steht aber vor allem die starke Veränderung von Rick Grimes.

Achtung, im Text folgen Spoiler!

Akrasia: Handeln wider besseres Wissen

Waren die Folgen 9 „What Happenend and What’s Going On“ und 10 „Them“ von Hoffnungslosigkeit und dem verzweifelten Kampf um die Menschlichkeit geprägt, stellt Folge 11 „The Distance“ nicht nur die Aussicht auf ein neues Zuhause in Sicht. Sondern vor allem den brutalen Rick Grimes in den Mittelpunkt, der wider besseres Wissen handelt und seine Familie der Gefahr einer ungewissen Reise aussetzt. In diesem Fall macht der deutsche Titel der Episode „Akrasia“ mehr Sinn als der englische, denn „Akrasia“ ist griechischen Ursprungs und heißt übersetzt Willensschwäche, Unbeherrschtheit oder auch Handeln wider besseres Wissen.

Die Verwandlung von Rick Grimes

Rick Grimes war ein besonnener Polizist. Nach dem Aufwachen in einer verwüsteten Welt hatte er sich sein Verhandlungsgeschick bewahrt, versuchte immer, einen friedlichen Weg zu finden. Sein bester Freund Shane jedoch brachte als erster Ricks brutale und kompromisslose Art zum Vorschein. „Dies ist keine Demokratie mehr!“ Wir erinnern uns an Ricks harte Worte am Ende der zweiten Staffel, die das Überleben der Gruppe sicherten und klarstellten, wer die Entscheidungen trifft. Nach den brutalen Auseinandersetzungen mit dem Governor, dem Töten der Kannibalen und letztlich die Konfrontation im Krankenhaus mit Officer Dawn scheint es den alten, besonnenen Rick Grimes nicht mehr zu geben. Sondern nur noch einen Rick, der einen Polizisten kaltblütig mit den Worten „Halt‘s Maul“ erschießt. Keine Trauer um verlorene Weggefährten, keine Hoffnung, er ist zum lebenden Toten geworden. Um, wie er nicht müde wird zu betonen, seine Familie zu beschützen.

Aaron ist Ricks Gefangener

Dieser Rick ist es nun, der am Anfang von Folge 11 den Fremden Aaron nicht lange reden lässt, sondern ihm gleich einen Faustschlag verpasst und ihn fesselt. Damit auch Aaron gleich klar ist, in wessen Revier er eingedrungen ist. Den anderen Gruppenmitgliedern hat Aaron aber längst wieder den Funken der Hoffnung eingesetzt, als er von der Sicherheitszone Alexandria erzählte. Von einem Ort, der mit meterdickem Stahl vor den Beißern geschützt wird, an dem Menschen in einer Gemeinschaft leben und genug Lebensmittel haben.

Misstrauen weicht der Hoffnung auf ein Zuhause

Michonne wurde recht schnell von Aaron überzeugt, sie will nachsehen, ob seine Geschichte, dass er und sein Gefährte dank umgestürzter Bäume mit ihren Wagen nicht mehr weiterfahren konnten, wahr ist. Glenn, Maggie, Abraham und Rosita begleiten sie. Wo Rick vielleicht eine Spur zu heftig reagiert, zeigt diese Truppe zu schnelle Bereitschaft, Aaron zu glauben.

Dabei war es immer diese Spur zu heftiges Misstrauen von Rick, das die anderen bislang beschützt hat. Auch der Zuschauer denkt, das ist doch alles zu schön, um wahr zu sein. Da reist die Gruppe von Staffel zu Staffel an sichere Orte, die es letztlich doch nicht waren. Der saubere, wohlgenährte und ordentlich angezogene Aaron wirkt zu nett, zu freundlich, die Aussicht auf einen Ort mit Apfelbäumen und eigenen Häusern zu verlockend. Wo ist der Haken?

Rick geht ein unnötiges Risiko ein

Darauf wartet man in Folge 11 vergebens. Dank Ricks Misstrauen fahren sie mit den tatsächlich aufgefundenen Wagen und Wohnwagen eine andere Route als die, welche Aaron vorgeschlagen hatte. Und rasen mitten in eine Horde Zombies hinein. Die Gruppe wird getrennt, Rick, Glenn, Michonne und Aaron schlagen sich zu einem Wasserturm durch, dabei rettet Glenn Aaron, obwohl er abhauen wollte. Doch in Glenn steckt immer noch einen Funken mehr Menschlichkeit als in Rick.

Und auch die ewig misstrauische Michonne fällt in „Akrasia“ immer mehr Entscheidungen, die in Ricks Augen zu vertrauensvoll sind. „Sie wollen ihre Gruppe schützen, setzen sie aber der Gefahr aus“, kommentiert Aaron zurecht, als Rick die andere Route entlang fahren will.

Wir schaffen es nur gemeinsam!

Doch dadurch kommt die Gruppe in eine brenzlige Situation, die sie nur gemeinsam meistern kann. Ein Rick allein hilft nicht, alle müssen ran, um die Zombiehorde aufzuhalten. Dabei retten sie auch Aarons Lebensgefährten Eric das Leben, er hat sich zwar den Knöchel gebrochen, ist aber sonst wohlauf. Gemeinsam machen sie sich am nächsten Tag auf nach Alexandria, bei ihrer Fahrt im Wohnwagen können sie einen Blick auf die noch stehenden Wahrzeichen Washingtons sehen. Und selbst der grummelige Abraham wird hoffnungsvoll: „Wir können es schaffen!“

Kurz danach ist die Batterie des Wohnmobils jedoch leer. Hier kommt eine schöne Hommage ins Spiel: Denn dank Dale (gestorben in Staffel 2) kennt Glenn sich mit Batterien und Wohnwagen aus und kann weiterhelfen.

Kinderlachen in Alexandria

Sie schaffen es also vor die Tore Alexandrias, doch Ricks Misstrauen ist nicht weg. Bis zu dem Moment, wo er Kinderlachen hört, das aus dem Inneren der kleinen Festung zu kommen scheint. Dann kann er endlich, wie von Michonne gewünscht, den Kampf loslassen. „Der Kampf hat Dich am Leben gehalten, er hat Dich gewärmt. Aber der Kampf wendet sich gegen Dich“, sagt Michonne zu Rick auch als Erklärung dafür, warum sie losgelassen und Hoffnung wieder zugelassen hat. Und ja, am Ende der Episode kann man sie fast sehen, die Hoffnung in Rick Grimes altem Polizisten-Gesicht.

„Akrasia / The Distance“: Endlich angekommen?

Da ist sie nun, die Sicherheitszone Alexandria. Was verbirgt sich hinter ihren Mauern? Wird sich die Gruppe dort zurechtfinden? Spannende Fragen, die am Ende von Episode 11 „Akrasia / The Distance“ stehen. Der Weg dorthin ist geprägt von Misstrauen und zeichnet sehr schön die Rückverwandlung vom brutalen in den diplomatischen Rick nach.

Auch der neue Charakter Aaron bringt wieder frischen Wind in die Gruppe, er ist nicht verbittert, sondern freundlich und ausgesprochen höflich. Seine Motive scheinen ehrlich zu sein, obwohl er die Gruppe belauscht und beobachtet hat, nur seinen Freund Eric kann man noch nicht so ganz einschätzen.

Alles in allem fällt Folge 11 etwas ab hinter den beiden letzten Episoden, die sehr philosophisch und atmosphärisch waren. In „Akrasia“ hingegen kommt auch wieder die gute alte Zombie-Action zum Einsatz, das dürfte Splatter-Fans zufriedenstellen.


Wer mit Gleichgesinnten über die US-Serie „The Walking Dead“ diskutieren möchte, ist in der Facebook-Gruppe „The Walking Dead German Webfanside“ und auf der Fan-Seite The Walking Dead German Webfanside gut aufgehoben. Auf der gleichnamigen Fan-Seite gibt es auch immer aktuelle Infos.

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