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Julianne Moore: Demenz-Film Von „Still Alice“ bis „Iris“: Top 5 der Alzheimer-Filme

Von Daniel Benedict


Berlin. In „Still Alice“ spielt Julianne Moore eine an Alzheimer erkrankte Professorin. Mit der Zahl der Betroffenen steigt auch die der Filme zur Demenz. Unsere Top 5 der Alzheimer-Filme von „Iris“ bis „Planet der Affen“.

„Still Alice“ – im Titel klingt der Verfall der Hauptfigur schon mit: Noch ist die von Julianne Moore gespielte Linguistin die Alice, als die ihre Familie sie kennt. Aber mit der Alzheimer-Diagnonse steht unwiderruflich fest: Die Erfahrungen, das Wissen und die Erinnerungen, aus denen sich ihre Identität zusammensetzt, werden der Professorin bald unwiderruflich entgleiten.

„Still Alice“ und die Volkskrankheit Alzheimer

Auf 24 Millionen Menschen wird die Zahl der Demenzkranken heute weltweit geschätzt; rund 60 Prozent davon leiden unter der von Alois Alzheimer beschriebenen Variante. Je mehr die Medizin das Leben verlängert, desto häufiger wird auch das Altersleiden. Und auch das Kino nimmt sich des Themas immer öfter an. Die Regisseure Richard Glatzer und Wash Westmoreland stehen mit ihrer Verfilmung von Lisa Genovas Roman „Still Alice – Mein Leben ohne Gestern“ in einer Tradition von Alzheimer-Filmen, die vom Biopic über das Melodram bis in die Blockbuster reicht.Hier unsere Top 5 des Alzheimer-Films. (Weiterlesen: Ist Alzheimer übertragbar?)

Alzheimer im Mainstream-Kracher: „Planet der Affen“

im Action-Blockbuster ist das Thema angekommen: „Planet der Affen: Prevolution“ (2011) lebt von der Sci-Fi-Fantasie vernunftbegabter Affen, die den Aufstand gegen die Menschheit erproben. Voraussetzung ist die sprunghaft wachsende Affenintelligenz – ein Nebenprodukt von Tierversuchen der Alzheimer-Forschung. Wackelt der Unterschied von Tier und Mensch, wenn Affen zumindest den dementen Senioren geistig überlegen sind? Mit diesem Dilemma wirft Rupert Wyatts Blockbuster eine verzwackte Frage auf. (Hier geht‘s zur Kritik von „Planet der Affen: Prevolution“.)

Schriftstellerin mit Alzheimer: „Iris“

Wie „Still Alice“ schildert auch Richard Eyres „Iris“ (2001) eine Intellektuellenbiografie. Die anglo-irische Schriftstellerin und Philosophin Iris Murdoch (1919-1999) erkrankte im Alter von 74 Jahren an Alzheimer und konnte am Ende ihres Lebens ihre eigenen Bücher nicht mehr lesen. Der Film erzählt nach den Memoiren von Murdochs Mann John Bayley („Elegy for Iris“) parallel die Jugend und Verfall der Protagonistin. Judi Dench und Kate Winslet waren für ihre Darstellung der jungen und der alten Iris Murdoch für den Oscar nominiert; Jim Broadbent hat ihn als Murdochs Mann gewonnen.

Thatchers Demenz in „Die Eiserne Lady“

Jim Broadbent ist auf die Rolle des Alzheimer-Gatten abonniert: Er spielt sie auch in Phyllida Lloyds „Die Eiserne Lady“ (2011) – wobei er hier nur eine Fantasie der greisen Margaret Thatcher ist, die in ihrer Demenz immer noch mit dem verstorbenen Ehemann spricht, als säße er neben ihr. Nicht nur Meryl Streep gewann mit der Rolle einen Oscar, auch ihre Maskenbildnerin wurde ausgezeichnet.

Demente Gauner-Komödie „Robot & Frank“

Jake Schreier widmet sich dem Thema Demenz mit Humor. „Robot & Frank“ (2012) handelt von einer nicht allzu fernen Zukunft, in der Senioren von Robotern gepflegt werden. Der senile Juwelendieb Frank (Frank Langhella) wehrt sich zunächst gegen die Zumutung, mit einer Maschine Umgang zu haben – bis er das diebische Potenzial seines Roboters erkennt. (Hier geht‘s zur Kritik von „Robot & Frank“.)

Alzheimer-Patient unter Mordverdacht

Schwarzer Anarcho-Witz ist das Markenzeichen von Richard J. Lewis‘ Literaturverfilmung „Barney’s Version“ (2010). Paul Giamatti spielt darin den zynischen TV-Produzenten Barney Panofsky, der sich im Alter mit Mordvorwürfen konfrontiert sieht. Die Widerlegung wird zum Erinnerungsreigen an „die wahre Geschichte meines vergeudeten Lebens“ – die durch die Alzheimer-Erkrankung Panofskys erschwert wird. Mordecai Richlers Romanvorlage ist ein erzählerisches Feuerwerk, in dem ein fiktiver Herausgeber die Autobiografie seines Helden in ausufernden Fußnoten zerpflückt. Die konventionellere Verfilmung lebt von Stars wie Dustin Hoffman, Rosamund Pike und dem Hauptdarsteller Paul Giamatti, der als Panofsky einen Golden Globe gewann. (Zur Kritik von „Barney‘s Version“.)


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