Er praktiziert wieder „Der Bergdoktor“ als ZDF-Quotengarant – Glücksfall Hans Sigl

Meine Nachrichten

Um das Thema Medien Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Haben auch wieder knifflige medizinische Fälle zu lösen: Bergdoktor Martin Gruber (Hans Sigl, vorne) und Dr. Alexander Kahnweiler (Mark Keller). Foto: ZDF/Stefanie LeoHaben auch wieder knifflige medizinische Fälle zu lösen: Bergdoktor Martin Gruber (Hans Sigl, vorne) und Dr. Alexander Kahnweiler (Mark Keller). Foto: ZDF/Stefanie Leo

Osnabrück. In Sachen TV-Quote muss sich das ZDF in den nächsten Wochen um den Donnerstagabend keine Sorgen machen: Bergdoktor Martin Gruber (Hans Sigl) praktiziert wieder – noch siebenmal in Spielfilmlänge, siebenmal 90 Minuten, siebenmal sicherer Kandidat für den Quoten-Tagessieg.

Die erste Folge der achten Staffel sahen in der vergangenen Woche 6,59 Millionen Zuschauer – im Quoten-Ranking ein ungefährdeter erster Platz. „Der Bergdoktor“ hat sich mittlerweile als salonfähige Serie in die TV-Landschaft eingefügt. In früheren Zeiten gaben manche Menschen nur hinter vorgehaltener Hand zu, dass sie doch tatsächlich den Fernseher für den Bergdoktor einschalten. Das sind längst vergangene Verhaltensmuster. Für Millionen von Zuschauern ist der Bergdoktor-Donnerstag ein kleiner Feiertag. Der Bergdoktor-Hype sorgt sogar dafür, dass etliche Gäste nur ihren Urlaub am Wilden Kaiser in Tirol verbringen, um dort die Drehorte der Serie zu besuchen. Die Touristiker frohlocken und konzipieren immer mehr Bergdoktor-Fanwochen. (Weiterlesen: Hans Sigl fürchtet Weihnachtskekse der Ehefrau)

Und gäbe es nicht Hans Sigl – wer weiß, ob sich das Format so entwickelt hätte. Der Hauptdarsteller ist ein Glücksfall für das ZDF und die Produzenten: Hans Sigl nimmt sich oft Zeit für eine Plauderei, ein Foto oder ein Autogramm, wenn Fans doch einen eigentlich geheimen Drehort ausfindig machen. Der Schauspieler liebt die Neuen Medien und versorgt das Bergdoktor-Publikum zum Beispiel regelmäßig auf Facebook mit Beiträgen, Fotos oder Videos. Kurz: ein Publikumsliebling wie aus dem Bilderbuch.

NOZ-Leser zu Gast in der Heimat des „Bergdoktors“

Als Bilderbuch-Freundschaft könnte man auch das Verhältnis zwischen Hans Sigl und Hauptregisseur Axel Barth bezeichnen. „Wir haben am Set sehr viel positive Energie miteinander. Axel Barth hat auch den zunächst sehr empathisch geladenen Dr. Martin Gruber etwas entkernt, indem diese Figur bei der Vermittlung einer Diagnose nicht mehr so viel mitleidet“, erzählt Hans Sigl im Gespräch mit unserer Redaktion. Jener Axel Barth zeichnet im Übrigen auch verantwortlich für den Serien-Vorspann, der für die achte Staffel runderneuert wurde. Optisch, nicht musikalisch. Hier hören die Zuschauer weiter den Song „Patience“ (Geduld) von Take That, „obwohl Axel Barth einmal den kruden Vorschlag in die Runde geworfen hat, über eine andere Musik nachzudenken“, wie Hans Sigl berichtet. Warum krude? „Wir hatten eine Einladung des Bergdoktor-Fanclubs in Ellmau. An diesem Abend hatten viele Gitarren mit – und sie haben miteinander den Song ,Patience‘ gesungen. Der Regisseur hat gesehen, was dieser Song bei den Fans auslöst. Ergebnis: Wenn wir diese Musik killen, dann sind wir verloren.“

„Bergdoktor“ Hans Sigl im Interview: „Ich genieße die Zeit“

Nach unserem Besuch am Set und den Gesprächen mit Hans Sigl können wir für den Rest der neuen Staffel schon so viel verraten: Es wird weiter sehr emotional zugehen, dramatisch, traurig, lustig, herzzerreißend – oder wie es der Schauspieler ausdrückt: „Da ist grundsätzlich alles dabei. Wir haben Hodgkin, Nierentransplantationen, Alzheimer.“ Und der 45-jährige Österreicher ergänzt: „Im Laufe der Zeit haben wir uns vom Look, von der Kameratechnik oder von der Dramaturgie der Geschichten her entwickelt. Dass wir seit drei Jahren die 90-Minuten-Filme machen, ist ja auch eine Folge der Weiterentwicklung.“

Wie der musikalische Vorspann wird ebenfalls wohl bis zum Serienende der alte grüne Mercedes des Bergdoktors fester Bestandteil bleiben. „Wenn das Auto eingeht, dann ist es vorbei. Der Wagen ist vollgestopft mit Elektronik. Wir haben einen V8-Zylinder eingebaut, eine Sitzheizung. Das Auto ist völlig gepimpt, ausgestattet mit zahlreichen Bildschirmen“, plaudert Hans Sigl aus dem Nähkästchen. Nun ja, dieses Vehikel ist offensichtlich der gesamten Fernsehfamilie und den Drehbuchautoren ans Herz gewachsen. Immerhin startete Folge eins der neuen Staffel am vergangenen Donnerstag mit dem Geburtstag von Dr. Martin Gruber – und einer Holzkugel-Sitzauflage für den Pkw als Familiengeschenk.

Wer die Serie „Der Bergdoktor“ immer nur mit der berühmten heilen Welt verbindet, liegt übrigens falsch: Bei den Grubers – sprich Martin (Hans Sigl), Bruder Hans (Heiko Ruprecht), Mutter Lisbeth (Monika Baumgartner) und Enkelin Lilli (Ronja Forcher) geht es viel zu oft drunter und drüber: Es wird gestritten, das gemeinsame Familienfrühstück wird immer wieder jäh gestört, weil das Handy des Arztes klingelt. In den nächsten Wochen sucht Dr. Martin Gruber auch vorübergehend Unterschlupf bei seinem Serienfreund (und privaten Kumpel) Dr. Alexander Kahnweiler (Mark Keller). Es geht also weiter hoch her am Wilden Kaiser.

„Der Bergdoktor“: Staffel acht (noch bis einschließlich 26. Februar), immer donnerstags um 20.15 Uhr im ZDF.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN