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„Deckname Kidon“ aus Wien Tatort schlägt Tannbach: Quotensieg für Krassnitzer

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Berlin. Der “Tatort: Deckname Kidon“ läuft dem ZDF-Mehrteiler „Tannbach“ den Rang ab. Krassnitzer und Neuhauser haben einen Vorsprung von zwei Millionen Zuschauern. Warum darf das ZDF sich trotzdem freuen?

Wieso heißt der „Tatort“ „Deckname Kidon“? Wie war die Quote? Und was will uns der Schlussgag sagen? Alles, was Sie über den „Tatort“ heute wissen müssen, in unseren Fakten zum Fall. Was der Krimi taugt, lesen Sie in unserer Kritik.

Welche Quoten hatte der Austro-„Tatort: Deckname Kidon“?

Obwohl die ARD den „Tatort“ vom österreichischen Partner ORF gegen ein starkes ZDF-Programm gesendet hat, holen Krassnitzer und Neuhauser mit „Deckname Kidon“ den Quotensieg. Der ARD-Krimi liegt mit 8,44 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 22,8 Prozent auf Platz 1 der Tagesbesten. Der Auftakt der ZDF-Mehrteilers „Tannbach“ hatte trotz starker medialer Aufmerksamkeit nur 6,35 Millionen Zuschauer. Die aber waren offenbar sehr interessiert. Denn auch die anschließende Dokumentation zu „Tannbach“ hatte um 21.45 Uhr noch 6,12 Millionen Zuschauer – eine starke Leistung des Zweiten.

Wie schneidet der „Tatort“ mit Krassnitzer sonst bei den Quoten ab?

Die österreichischen „Tatort“-Fälle mit Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser locken in der Regel auch in Deutschland gute acht Millionen Zuschauer vor den Fernseher. In den letzten zehn Fällen gab es nur einen Ausreißer, den „Tatort: Lohn der Arbeit“ mit nur 6,56 Millionen Zuschauern – in dem Neuhauser übrigens fehlte. Der Spitzenreiter war der „Tatort: Angezählt“, der nicht nur 9,43 Zuschauer holte, sondern auch einen von sieben Grimme-Preisen der 44-jährigen „Tatort“-Geschichte.

Worum ging es im „Tatort: Deckname Kidon“?

Ein ranghoher Vertreter des iranischen Atomprogramms stürzt aus dem Hotelzimmer in den Tod. Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) ermitteln gegen den Widerstand von Mossad-Agenten, Waffenhändlern und Vorgesetzten, die alles unterm Teppich halten wollen.

Gibt es den Decknamen Kidon wirklich?

Ja. Kidon ist eine Spezialeinheit des Mossad, die angeblich für gezielte Tötungen eingesetzt wird. Das hebräische Wort steht für Bajonett oder Speerspitze.

Arabische Titel? Ist der „Tatort“ pro-iranisch?

Der „Tatort: Deckname Kidon“ beginnt mit Vorspann-Titeln in arabischer Schrift. Wer darin eine Parteinahme für die iranische Seite sieht, wird beim Ende verblüfft sein. Da lassen Eisner und Fellner die Mossad-Killer ungestraft davonsausen. Direkt nach ihrem letzten Mord. Trotz der haarsträubenden Schlusspointe: Die „Tatort“-Verschwörungstheorien lassen alle schlecht aussehen: die iranische Diplomatie, Israels Geheimdienst – und Österreichs Geldadel mitsamt der korrupten Bürokratie.

Wie stoppt man einen Güterzug?

In der originellsten Szene des „Tatort“ müssen Eisner und Fellner einen Güterzug voller illegaler Rüstungsgüter stoppen – eine Standardszene in jedem zweiten 007-Film. „Tatort“-Regisseur Thomas Roth macht sich den Spaß, das Problem zur Abwechslung mal völlig realistisch zu lösen. Und verliert dabei nicht mal an Suspense.

Wieso sitzt die Tochter des „Tatort“-Kommissars im Rollstuhl?

In der ersten Szene sitzt Claudia Eisner im Rollstuhl – und stößt sich eine Nadel tief in die gefühllosen Beine. „Tatort“-Kenner wissen Bescheid: Im „Tatort: Abgründe“ sollte Claudias Vater, Kommissar Moritz Eisner (Harald Krassnitzer), bei einem fingierten Autounfall aus dem Weg geschafft werden. Zum Tatzeitpunkt fuhr allerdings Claudia den Dienstwagen.

Sieht Claudia Eisner irgendwie anders aus?

Wer öfter mal eine „Tatort“-Wiederholung guckt, dürfte sich über Eisners Tochter Claudia wundern. Sie zählt zu den wenigen „Tatort“-Figuren, die von verschiedenen Darstellern verkörpert wurden. Von 2005 bis 2010 spielte GZSZ-Star Sarah Tkotsch die Rolle, wurde dann aber ersetzt – angeblich wegen Terminschwierigkeiten. Seitdem ist Tanja Raunig Eisners Tochter.

„Tatort“-Finsterling in Schloss Ernstbrunn

Einer der Finsterlinge des heutigen „Tatort“ ist ein Waffenhändler (Udo Samel). Das Schloss, in dem er wohnt, hat nicht nur im „Tatort“ eine west-östliche Geschichte. Im 16. Jahrhundert lag die Herrschaft bei Joachim von Sinzendorf, der als Sonderbotschafter am Hofe des Sultans in Istanbul wirkte.

„Tatort“ in Zahlen

Die ARD sendet heute den 930. Krimi der Reihe. Für Harald Krassnitzer, der seit 1999 für den österreichischen ORF ermittelt, ist der „Tatort: Deckname Kidon“ sein 34. Fall; Kollegin Bibi Fellner ist zum zehnten Mal im Einsatz.


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