„Der Irre Iwan“ ist albern „Tatort“ heute mit Nora Tschirner und Christian Ulmen

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Osnabrück. Der „Tatort“ kommt heute aus Weimar: „Der Irre Iwan“ mit Nora Tschirner und Christian Ulmen ist vor allem eins: albern.

Tatort ist... wenn am Sonntagabend um 20.15 Uhr die seit über 40 Jahren bekannte Melodie ertönt, einer oder mehrere Menschen auf unnatürliche Weise ums Leben kommen und einer oder mehrere Kommissare die dafür Verantwortlichen ermitteln und hinter Schloss und Riegel bringen. Irgendwie trifft das auch auf den zweiten Weimarer „Tatort“ mit Nora Tschirner und Christian Ulmen zu. Und dennoch wird dieser Film, den man nicht als Krimi bezeichnen sollte, die Fangemeinde zutiefst spalten: auf der einen Seite die Spaßfraktion, die sich auf die Schenkel schlägt und vor Vergnügen quiekt, auf der anderen die Puristen, die den Ausverkauf ihres Lieblingsformats an ebendiese Spaßfraktion beklagen.

Die Geschichte als haarsträubend zu bezeichnen wäre noch geschmeichelt: Beim Überfall auf die Stadtkämmerei gibt der Täter mehrere Schüsse durch die dünne Decke ab und erwischt dabei nicht nur ein Aquarium, sondern auch einen Sitzsack und die darauf hockende und im Internet nach Dessous fahndende Sekretärin. Pech gehabt, oder?

Das zweite Opfer könnte der Zuschauer sein: Er soll sich totlachen. Und genau das funktioniert nicht.Es vergeht keine Minute ohne dünnes Witzchen, ohne blöden Spruch („Sein Sie nicht kindisch, Herr Windisch“). Gag auf Gag auf Gag - bis man ganz gaga ist. Und es dabei immer langweiliger wird. Wie sehr will sich der „Tatort“ eigentlich noch an das Publikum ranschleimen, das Nora Tschirner in Til Schweiger-Komödien zum Schreien komisch findet? Dieser Weimar-„Tatort“ zwischen Geisterbahn und Swingerclub ist nur albern. Wie schön und versöhnlich, dass Sven Regner und seine Band Element of Crime dem filmischen Flachpass zumindest musikalisch ein niveauvolles Finale geben.

Schluss mit lustig ist trotz früherer anderslautender Bekundungen noch nicht. Denn nachdem es zunächst nur einen „Tatort“ mit Tschirner und Ulmen geben sollte und wegen des Quotenerfolgs dieser zweite nachgeschoben wurde, ist nun auch schon der dritte in Arbeit. Er soll im Gegensatz zu „Die Fette Hoppe“ und „Der Irre Iwan“ nicht an einem Feiertag, sondern an einem ganz normalen Sonntag des neuen Jahres ausgestrahlt werden.

Und wenn die Quoten weiter stimmen und der Sender seine jungen Stars bei Laune hält, ist auch eine weitere Fortsetzung nicht ausgeschlossen. In einem Interview erklärte Christian Ulmen kürzlich: „Die Verabredung ist: Nach jedem ,Tatort‘ schauen wir uns alle in die Augen. Unsere Augen in die des MDR, die des MDR in die Augen der Autoren, die Autoren-Augen starren Nora an, Nora sieht mich lieb an - und wenn alle Augen leuchten, dann, und nur dann, machen wir weiter.“ Für den Sender heißt das nicht anderes als: Frau Tschirner und Herr Ulmen mögen sich nicht festlegen und keine längerfristigen Verträge unterschreiben. Deshalb werden sie uns möglicherweise noch lange am Nasenring durch die Manege führen. Und wir machen natürlich mit, solange die Quote stimmt.


Tatort: Der Irre Iwan - ARD, Neujahr, 20.15 Uhr

Wertung: 2 von 6 Sternen


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