Dritter Teil der „Hobbit“-Trilogie Hobbit 3: Fakten zum Mitreden zur „Schlacht der Fünf Heere“

Von Manuela Kanies


Osnabrück. Wenn am 10. Dezember 2014 der dritte und letzte Teil der „Hobbit“-Trilogie endlich in die Kinos kommt, wird die Brücke zur „Herr der Ringe“-Trilogie geschlagen. Wir fassen die Fakten zu den Filmreihen zusammen und geben eine kurze Inhaltsangabe der anderen beiden Teile, falls man sie noch nicht gesehen hat, aber mitreden möchte.

Wer die anderen Filme nicht gesehen hat: In diesem Text kommen Spoiler vor!

Fakt 1: Es geht immer nur ums Geld

Der Fantasy-Roman „Der Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien wurde erfolgreich von Regisseur Peter Jackson in drei Teilen verfilmt. Das Produktionsbudget für alle drei Filme lag bei 280 Millionen US-Dollar. Teuer, aber Actionfilme mit fantastischen Animationen sind ein Renner beim Publikum. So wie „Avatar – Aufbruch nach Pandora“, der kommerziell erfolgreichste Film aller Zeiten mit einem Einspielergebnis von 2,7 Milliarden Dollar weltweit. Die „Herr der Ringe“-Trilogie ist die erfolgreichste Filmtrilogie weltweit. Dabei brachte der letzte Teil „Die Rückkehr des Königs“ am meisten Geld ein: über 1,119 Milliarden Dollar laut Boxofficemojo. Damit liegt der Film aus dem Jahr 2003 zurzeit auf Platz 8 der erfolgreichsten Filme aller Zeiten. Teil zwei, „Die zwei Türme“, ist weiter abgeschlagen, aber immer hin mit 926 Millionen Dollar auf Platz 29. Der erste Teil, „Die Gefährten“, landet mit 871 Millionen Dollar auf Platz 36.

Der „Hobbit“ konnte bislang etwas mehr einspielen als die ersten beiden „Herr der Ringe“-Teile: „Eine unerwartete Reise“ landet mit 1,017 Milliarden Dollar auf Platz 18, „Smaugs Einöde“ mit 958 Millionen Dollar auf Platz 25.

Um erfolgreicher als „Der Herr der Ringe“ im Kino zu werden, muss „Die Schlacht der Fünf Heere“ also noch Einiges aufholen. Doch das Einspielergebnis des dritten Teils dürfte höher sein, das hatte mit „Die Rückkehr des Königs“ schließlich auch funktioniert. Allerdings: Doppelt so teuer wie die „Herr der Ringe“-Trilogie sind die drei „Hobbit“-Filme, für sie werden Produktionskosten von mehr als 560 Millionen Dollar veranschlagt.

Fakt 2: Der „Hobbit“ ist nicht so angesehen

Gut, die Fans regen sich immer standardmäßig über inhaltliche Veränderungen im Gegensatz zur Buchvorlage auf. Doch viele bemängelten, dass der „Hobbit“ eben ein Kinderbuch ist, das nicht mit der Epik und Dramatik des „Herrn der Ringe“ mithalten kann. Vor allem der erste Teil wurde als zu langatmig und kindisch bezeichnet. So schneidet der Film auch in der NOZ-Kritik in ästethischen Gesichtspunkten zwar gut ab, aber nicht im erzählerischen Bereich. Lesen Sie hier die komplette Kritik: Peter Jackson beginnt seine zweite Tolkien-Saga – Reicht „Der Hobbit“ für drei Filme?

Die Süddeutsche Zeitung hatte bei einer Sammlung der internationalen Kritiker-Stimmen angemerkt, dass es sicherlich nicht hilfreich gewesen sei, die durchweg positiven Kritiken aus Neuseeland erst zu veröffentlichen, nachdem die US-Kritiker den Film gesehen hatten. Denn aus den Vereinigten Staaten gab es zum Teil vernichtende Stimmen: „Nervtötend“, „viele Mätzchen“, „nicht genug Neuigkeitswert“ – das ist nur ein kleiner Auszug zum ersten „Hobbit“-Film.

„Smaugs Einöde“ kommt dann auch nicht viel besser weg. Die Action wird zwar mehr und noch besser, immerhin ist endlich der Drache Smaug in voller Pracht zu sehen, aber inhaltlich gibt der Film eben nicht mehr her. Zeit Online bringt es ganz gut auf den Punkt: „Es geht schlicht um die totale visuelle Überwältigung und Betäubung des Zuschauers“, schreibt Kritiker David Hugendick.

Fakt 3: Wenig Inhalt, viel Spektakel im „Hobbit“

Es ist aber auch schwierig: Was hätte Peter Jackson denn auch machen sollen aus etwas mehr als 300 Seiten Buchvorlage? Nicht nur die Aussicht auf kommerziellen Erfolg dürfte Jackson dazu verleitet haben, das Kinderbuch zu verfilmen. Er ist ein bekennender, riesengroßer Tolkien-Fan und verwirklicht sich mit den Verfilmungen, in denen einiges an seinem eigenen Kapital steckt, einen Lebenstraum. Gut, dass es noch Träumer in Hollywood gibt, sonst wären uns diese grandiosen Landschaftsaufnahmen und dramatischen Momente entgangen.

Jackson entwirft dabei ein erweitertes „Mittelerde“, indem er Figuren und Handlungsstränge frei erfindet. Die zarte Liebesgeschichte zwischen Elbin Tauriel und Zwerg Kili kommt im Buch nicht vor, Tauriel wurde sogar komplett erfunden. Das dürfte aber allen zugutekommen, die starke weibliche Rollen bei Tolkien vermisst haben: Auch die Rolle von Elbin Arwen bei den „Herr der Ringe“-Filmen wurde vom Regisseur und den Drehbuchautoren erweitert.

Für Zauberer hat Jackson auch ein Faible: Radagast, der Braune, wird im Roman nur erwähnt, in „Eine unerwartete Reise“ hat er einen dramatischen Auftritt. Auch Gandalf bekommt einen größeren Auftritt in „Smaugs Einöde“, sein Kampf gegen den Nekromanten wird im Detail gezeigt, im Roman wird der Nekromant nur erwähnt.

Die Actionszenen wurden also erweitert, Geschichten hinzugefügt, sonst wäre wohl nur ein Film aus der Buchvorlage entstanden.

Fakt 4: Das Finale ist der kürzeste Film

Wie filmstarts.de berichtet, soll der finale Teil des Hobbits dann auch nur eine Laufzeit von 144 Minuten umfassen. Kurz und bündig wird das Trilogie-Ende, das ab 12 Jahren von der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) freigegeben wurde, denn im Vergleich mit den anderen Peter-Jackson-Filmen ist „Die Schlacht der Fünf Heere“ wirklich nicht lang: Die Kinofassung vom „Hobbit: Eine unerwartete Reise“ war 169 Minuten lang, der zweite Teil „Smaugs Einöde“ lief im Kino mit 161 Minuten. Die längeren Fassungen auf DVD waren jeweils beim ersten Teil 182 Minuten, beim zweiten Teil 183 Minuten.

Das ist aber alles nichts im Vergleich mit den Filmen der „Herr der Ringe“-Trilogie. Der erste Teil „Die Gefährten“ war mit 178 Minuten im Kino (FSK 12) noch kurz, die Extended Version (FSK 16) auf DVD umfasst 218 Minuten, auf Blu-ray sogar 228 Minuten. Im Fernsehen liefen dann nur 163 Minuten. Der zweite Teil „Die zwei Türme“ (FSK 12) war im Kino 179 Minuten lang, die Extended Version auf DVD 214 Minuten, auf Blu-ray stolze 235 Minuten. Teil drei „Die Rückkehr des Königs“ toppt dann alles: Im Kino musste man für 201 Minuten (FSK 12) gutes Sitzfleisch haben (einige Kinos machten Pausen, die allerdings ziemlich abrupt waren), vor dem Fernsehsessel konnte man das Epos auf der Extended Version (FSK 16) DVD 240 Minuten lang genießen, Blu-ray-Besitzer haben stolze 263 Minuten vor sich. Respekt, wer es damals schaffte, zum dritten Teil im Kino das Event mitzumachen, alle drei Teile hintereinander zu schauen. Dagegen ist der „Hobbit“ wahrlich ein Kinderfilm.

Fakt 5: Grandiose Action macht noch keinen Oscar-Gewinner

Doch teuer, lang, actionreich und erfolgreich beim Publikum reicht eben nicht, um auch die Jurys von Filmauszeichnungen zu überzeugen. So wurde die „Herr der Ringe“-Trilogie insgesamt mit 17 Oscars ausgezeichnet, davon gingen allein elf an den dritten Teil, der auch die Trophäe für den besten Film holte. Allerdings wurden die Oscars in der Regel in eher unwichtigen Kategorien (mit Ausnahmen im Bereich Filmmusik) verliehen wie Kostüm, Make-up oder Schnitt. Nur der letzte Teil schaffte es immerhin, die Oscars für den besten Film, beste Regie und bestes adaptiertes Drehbuch zu bekommen. Die Schauspieler wurden hingegen nie mit einem Academy Award ausgezeichnet.

Bei den bisherigen „Hobbit“-Filmen sieht es noch schlechter aus. Sie brachten es auf insgesamt sechs Nominierungen in Nebenkategorien. Auch hier sucht man Nominierungen im Bereich der Schauspieler vergeblich.

Fakt 6: Benedict Cumberbatch ist nicht zu sehen

Sorry, Mädels! Benedict Cumberbatch ist für den „Hobbit“ das, was Andy Serkis für den „Herr der Ringe“ war: nur die Leihgabe für eine fiktive Figur. Doch so grandios Andy Serkis dem Geschöpf Gollum Gesicht, Körper und Stimme lieh, so großartig gibt Cumberbatch den Drachen Smaug, brüllt und faucht, was das Zeug hält. Daher standen die beiden „Sherlock“-Darsteller Cumberbatch und Martin Freeman ungewohnterweise auch nicht gemeinsam vor der Kamera, denn Smaug wurde von Cumberbatch im Studio, abseits der anderen Schauspieler, eingesprochen. Um die Mimik des Briten für den Drachen einzufangen, wurde wie bei der Darstellung von Gollum Motion Capture eingesetzt. Übersetzt heißt das, Cumberbatch musste in einem hautengen Anzug mit Sensoren über den Boden krabbeln und einen Drachen nachahmen. Seine Bewegungen wurden dann auf ein im Computer generiertes 3-D-Modell übertragen. Dazu gibt es auch ein lustiges Video bei Youtube.


Die Geschichte vom kleinen Hobbit basiert auf dem Roman des britischen Schriftstellers John Ronald Reuel (J.R.R.) Tolkien (1892-1973). Das Buch „Der Hobbit oder hin und zurück“ (The Hobbit or There and Back Again) erschien 1937 mit zunächst 1500 Exemplaren. Heute wird die Weltauflage auf rund 100 Millionen Bücher geschätzt.

Der Inhalt von Buch und Film ist schnell erzählt (Service für alle, die beide Vorgänger nicht gesehen haben, aber den dritten Teil ansehen wollen): Der Hobbit Bilbo Beutlin wird vom Zauberer Gandalf überredet, zusammen mit Zwergenkönig (außer Dienst) Thorin Eichenschild und seinen Zwergengefährten zur Bergfestung Erebor zu reisen, um dem Drachen Smaug einen wertvollen Schatz aus den Klauen zu reißen. Dabei findet Bilbo nicht nur Gollum, sondern auch seinen wertvollen Schatz, den einen Ring, um den alle im „Herrn der Ringe“ kämpfen. Die Gefährten müssen Riesenspinnen entgehen, Orks bekämpfen, mit Elben essen und vor ihnen fliehen, bis sie schließlich das Inferno in Gestalt von Smaug auf die Bewohner von Seestadt (aus Versehen) loslassen. Das war der gemeine Cliffhanger am Ende von „Smaugs Einöde“. Am 10. Dezember 2014 geht es endlich weiter!