„Flossen hoch!“ „Kinderradionacht“ der ARD: Tiefsee im Klassenzimmer

Von Marcel Kawentel

Fertigmachen für die Radionacht: Unter dem Motto „Flossen hoch“ geht es auf der fünfstündigen Radio-Reise in geheimnisvolle Unterwasserwelten. Foto: WDR/Sibylle AnneckFertigmachen für die Radionacht: Unter dem Motto „Flossen hoch“ geht es auf der fünfstündigen Radio-Reise in geheimnisvolle Unterwasserwelten. Foto: WDR/Sibylle Anneck

Osnabrück. Bereits zum achten Mal veranstalten die Radiosender der ARD an diesem Freitag die „Kinderradionacht“. In diesem Jahr steht sie unter dem Motto „Flossen hoch!“.

Das Radio ist mit durchschnittlich drei Stunden täglicher Hördauer der Deutschen liebstes Medium – nicht zuletzt, weil man es so schön nebenbei konsumieren kann. Die „ARD-Radionacht für Kinder“ dagegen wirbt auch in diesem Jahr wieder mit einem vielfältigen Programm für das konzentrierte Zuhören beim Nachwuchs. Mit fiktionalen und dokumentarischen Sendungen rund um das Thema Tiefsee bestücken die insgesamt neun beteiligten Kinderradios vier Stunden Programm – von 20 Uhr bis Mitternacht, begleitet von WDR-Moderator Ralph Erdenberger.

Den Anfang macht das Hörspiel „SOS – Wale in Not!“, das, über den Abend verteilt, in vier Blöcken gesendet wird und die Geschichte eines Forschungsteams auf der Suche nach dem ausgestorbenen Fisch-Dino Ichthyosaurus erzählt. Die jungen Hörer können telefonisch oder per Chat live mit entscheiden, welchen Verlauf die Geschichte nehmen soll.

Mit „CSI Fischkopp: Die Unterwasserpolizei“ folgt eine Comedy um Agent Scholle und Detective Barracuda. Danach berichtet eine Kinderreporterin von ihrem Tauchkurs. Später befasst sich eine Reportage mit dem Problem der zunehmenden Meeresverschmutzung durch Plastikmüll. In diesem Wechsel geht es munter weiter durch den Freitagabend.

Begleitende Materialien wie Dekotipps, Bastelvorschläge und Buchempfehlungen werden auf der Website kinderradionacht.de angeboten. Hier finden sich auch Kochrezepte, etwa für das Gurkenkrokodil oder den Tiefseeschlamm-Shake, sowie der Text zum diesjährigen Song zur Radionacht mit dem naheliegenden Titel „Flossen hoch!“.

Wie in den vergangenen Jahren konnten sich Schulen zur Wachbleibe-Party anmelden, rund 1000 Schulen sind dem Aufruf gefolgt. Auch an der Overbergschule in Voltlage im Landkreis Osnabrück, die bereits vor zwei Jahren bei der Radionacht mitgemacht hat, steht an diesem Freitagabend Radio auf dem Programm – obwohl die Weihnachtsfeier am selben Tag stattfindet. In einer vierten Klasse wird der Raum tiefseetauglich dekoriert, Schlafsäcke und Kuscheltiere sorgen für gemütliche Stimmung. Das Programm der Radionacht läuft in einem separaten Hörraum, sodass die Kinder zwischendurch auftauchen und sich in der Kombüse stärken oder spielen können.

Laut Marktforschung wird das Radio zwar als sogenanntes Nebenbei-Medium genutzt, also im Verbund mit anderen Medien oder Tätigkeiten. Beim Konzept der Kinderradionacht, die nicht umsonst von der Stiftung Zuhören der Landesmedienanstalten unterstützt wird, gibt man sich alle Mühe, die Zuhörer aktiv einzubinden. So werden im Laufe des Abends auch die drei Gewinner der Mitmachaktion „Entdecke ein Unterwasserwesen!“ präsentiert, bei der Kinder ihre Vorschläge für eine fiktive, bislang unentdeckte Tiefsee-Spezies einschicken konnten. Ab etwa 22.45 Uhr stellen die elfjährige Ilva aus Hamburg, Elia (9) aus Poppenhausen in Hessen und Dorothea (12) aus dem bayrischen Beratzhausen ihre Fantasietiere in Interviews persönlich vor: den Sopranfisch, der sich von Musik ernährt, Weisi, den lebendigen Unterwasser-Wegweiser, sowie den Kokoszüngler, der seine Riesenzunge zur Kokosnussernte über die Strände gleiten lässt.

Die ARD-Radionacht für Kinder läuft an diesem Freitag, 28. November ab 20.05 Uhr auf folgenden Sendern: Bayern 2, HR 2 Kultur, MDR Figaro, NDR Info, SWR 2, WDR 5, Bremen vier, Radio Berlin und SR, sowie auf dem digitalen Kinderradiosender KiRaKa. Wem die Radionacht zu lange dauert, der kann sie über den Radiorekorder aufzeichnen. Informationen dazu finden sich auf der Internetseite der Radionacht.