„Die Schlacht der Fünf Heere“ Hobbit 3: Martin Freeman spielt Hobbit Bilbo Beutlin

Von Manuela Kanies


Osnabrück. Der britische Schauspieler Martin Freeman verkörpert Bilbo Beutlin in der „Hobbit“-Trilogie. Fans der Serie „Sherlock“ kennen Freeman als klugen Dr. Watson.

Bilbo Beutlin in seinen jungen Jahren: Die „Hobbit“-Trilogie erzählt vom großen Abenteuer, das Bilbo mit seinen Zwergen-Gefährten und dem Zauberer Gandalf durchlebt. Martin Freeman (sein kompletter Name: Martin John Christopher Freeman, jüngstes von fünf Kindern) prägt den Hobbit als Einsiedler, der eigentlich nichts anderes will, als in Ruhe sein Abendessen zu genießen. Das wird aber gestört von den Zwergen und der Unternehmung, ihre Heimat von einem Drachen zurückzuerobern. Nach einem grandios gespielten Ohnmachtsanfall rafft Bilbo sich doch noch auf zu dem großen Abenteuer. Dabei verleiht Freeman der Fantasy-Figur von J.R.R. Tolkien britischen Charme, einen Hauch Trotteligkeit und Tapferkeit im Blick.

Martin Freeman als Porno-Lichtdouble in „Tatsächlich... Liebe“

Eine beachtliche Karriere, wenn man bedenkt, dass der 43-Jährige unter anderem als Lichtdouble John für einen erotischen Spielfilm in „Tatsächlich… Liebe“ bekannt wurde. Auch ein Auftritt in der Comedy-Serie „The Office“ prägte seinen Ruf als Komiker. Seit der kultigen und blutigen Zombie-Satire „Shaun oft he Dead“ ist er aus der „Blood-and-Icecream“-Trilogie von Simon Pegg und Edgar Wright nicht mehr wegzudenken. In dem Film „Per Anhalter durch die Galaxis“ stellte Freeman erneut sein komödiantisches Talent unter Beweis. Daher irritierte es die Tolkien-Fans anfangs, dass der Brite Bilbo verkörpert, ist doch die Fantasy-Welt unter der Regie von Peter Jackson grausam und teilweise mit gewalttätigen Orks bevölkert.

Martin Freeman und Richard Armitage: wie Feuer und Wasser

Richard Armitage, der seinen Gefährten und Gegenspieler Thorin Eichenschild im „Hobbit“ verkörpert, sagte einmal in einem Interview, Martin Freeman würde eine optimistische Sicht auf die Welt an den Tag legen, die ihm fehle. Was Armitage damit meint, kann man wunderbar beobachten in zwei Youtube-Videos, in denen sich der ernste Armitage und der witzige Freeman gegenseitig für die Kinokette Cinemaxx interviewen. Den Hobbit-Filmen tut die Leichtigkeit von Martin Freeman gut, der Bilbo einen skurrilen Auftritt verleiht, ihn aber auch mit Ernsthaftigkeit ausstattet. Wenn auch nicht so ernsthaft wie Armitage. Deshalb harmonieren die beiden im Zusammenspiel aber auch besonders gut.

Freeman spielt neben Benedict Cumberbatch in „Sherlock“

Seit 2010 spielt er an der Seite von Benedict Cumberbatch in der Serie „Sherlock“ Dr. Watson. Für den „Hobbit“ stehen die beiden zwar nicht direkt wieder gemeinsam vor der Kamera, sind aber wieder gemeinsam an einem Projekt beteiligt, denn Cumberbatch verleiht dem Drachen Smaug seine Stimme und Mimik.

Für die Rolle als Dr. Watson wurde Freeman mit einem Emmy und mit dem britischen BAFTA-Award (quasi die britischen Oscars) ausgezeichnet. Für Sherlock wird er noch weiter vor der Kamera stehen, für 2015 ist eine vierte Staffel geplant. In der ersten Staffel der Serie „Fargo“ mimt Freeman den unter Mordverdacht stehenden Lester Nygaard.

Wie Wikipedia zu berichten weiß, ist Freeman Pescetarier. Er isst also kein Fleisch, aber Fisch. Gab es darauf einen kleinen Hinweis im ersten Teil des Hobbits, „Eine unerwartete Reise“, als Bilbo Beutlin sich Fisch zum Abendessen gönnte?

Was Bilbo Beutlin noch an Essen zu sich nimmt und ob er nur noch ernst sein muss, gibt es ab dem 10. Dezember 2014 in den Kinos zu sehen. Dann startet der dritte und letzte Teil der „Hobbit“-Trilogie „Die Schlacht der Fünf Heere“.


Die Geschichte vom kleinen Hobbit basiert auf dem Roman des britischen Schriftstellers John Ronald Reuel (J.R.R.) Tolkien (1892-1973). Das Buch „Der Hobbit oder hin und zurück“ (The Hobbit or There and Back Again) erschien 1937 mit zunächst 1500 Exemplaren. Heute wird die Weltauflage auf rund 100 Millionen Bücher geschätzt.

Im Roman erhält der Hobbit Bilbo Beutlin in seiner Heimat Auenland ungebetenen Besuch. Der Zauberer Gandalf taucht mit 13 Zwergen in seiner Höhle auf und bittet um Hilfe bei der Suche nach einem vom Drachen Smaug gestohlenen Schatz. Eine abenteuerliche Reise durch Tolkiens Fantasie-Welt beginnt.

Zwischen Nebelgebirge und Düsterwald verteidigen sie sich gegen zwergenfressende Trolle und Riesenspinnen und entkommen dem listigen Gollum. Ihm nimmt Bilbo einen Ring ab, der später in Tolkiens Trilogie „Der Herr der Ringe“ eine entscheidende Rolle spielt.

Die Freunde finden den Schatz, müssen ihn aber in einer Schlacht von Zwergen, Menschen und Elben gegen die Orks verteidigen. Mit Gold und Silber beladen kehrt der kleine Hobbit heim und widmet sich wieder seiner Lieblingsbeschäftigung: in Ruhe täglich sechs Mahlzeiten essen.

(dpa)