Betuliche Doku Neuseeländer erforscht Volkskmusik: „Sound of Heimat“ im WDR

Von Hendrik Steinkuhl

Der neuseeländische Saxophonisten Hayden Chisholm (Mitte) geht auf Entdeckungsreise durch Deutschland, um herauszufinden, warum besonders jüngere Menschen Probleme mit deutscher Volksmusik haben. Foto: WDR/Steffen JunghansDer neuseeländische Saxophonisten Hayden Chisholm (Mitte) geht auf Entdeckungsreise durch Deutschland, um herauszufinden, warum besonders jüngere Menschen Probleme mit deutscher Volksmusik haben. Foto: WDR/Steffen Junghans

Osnabrück. Der Neuseeländer Hayden Chisholm erforscht in der Dokumentation „Sound of Heimat“ (Di., 25.11., 23.15 Uhr) die deutsche Volksmusik.

Vor acht Jahren porträtierte die Koreanerin Cho Sung-hyung in „Full Metal Village“ die Einwohner des Festival-Kuhdorfs Wacken, jetzt erforscht ein Neuseeländer in „Sound of Heimat“ die deutsche Volksmusik.

Hayden Chisholm spielt Klarinette, sieht aus wie Mick Hucknall und ist so sympathisch wie der beste Freund, den sich jeder wünscht. In der Dokumentation von Regisseur Arne Birkenstock singt und musiziert sich der eingewanderte Neuseeländer einmal quer durch die Republik. Los geht’s in einer Kölner Kneipe mit kölschem Liedgut, das jeder Feministin Albträume beschert. Textprobe: „Und so gingen die Brüstchen, und die Brüstchen gingen so“. Danach folgt das Jodeldiplom im Allgäu mit einer grenzdebil grinsenden Vorjodlerin, später dann im Vogtland der Besuch einer kleinen Fabrik, die Bandoneons (dem Akkordeon verwandt) baut. Chisholms sächsischer Fremdenführer müsste eigentlich untertitelt werden. Textprobe: „Die Orgentinior hoben nur domit zu tun, dos Instrument zu spielen.“

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Die Dokumentation, die vor zwei Jahren in den Kinos lief, macht sich um die Heimatkunde verdient und würdigt zu Recht traditionelles Liedgut. Ein bisschen weniger betulich hätte es allerdings trotzdem sein dürfen.


Wertung: 3 von 6 Sternen

Sound of Heimat, WDR, Dienstag, 25. November, 23.15 Uhr