Arte, 21.11., 20.15 Uhr Rührend: „Glückskind“

Von Frank Jürgens

Glaubt Herr Wenzel (Thomas Thieme) Hans (Herbert Knaup), dass es sich bei dem Baby um sein Enkelkind handelt? Foto: © SWR/Martin FurchGlaubt Herr Wenzel (Thomas Thieme) Hans (Herbert Knaup), dass es sich bei dem Baby um sein Enkelkind handelt? Foto: © SWR/Martin Furch

Osnabrück. Michael Verhoevens Verfilmung von Steven Uhlys Roman „Glückskind“ (Arte, Fr., 21.11., 20.15 Uhr) mit Herbert Knaup wird der Romanvorlage nur teilweise gerecht.

So hat man Herbert Knaup noch nie gesehen. Zu Beginn seiner Rolle in „Glückskind“ ist er nicht wiederzuerkennen. Als Hartz-IV-Empfänger Hans Scholz sieht man ihn versifft und versoffen in seiner kleinen Bude, die einer Müllhalde gleicht. Dieser Hans hat sich selbst offenbar vollkommen aufgegeben. Immerhin bringt er noch hin und wieder seinen Müll runter. Was in diesem Fall zu einem sehr sonderbaren Glücksfall für ihn wird. In der Mülltonne findet er ein Baby! Wer macht denn so etwas? Erschüttert nimmt er das hilflose Würmchen an sich und beginnt, sich zu kümmern. Um das Baby. Und um sich. Sogar die zunächst skeptischen Nachbarn unterstützen ihn. Aber haben die echten Eltern nicht auch ein Anrecht darauf zu erfahren, dass das Kind noch lebt?

Regisseur und Drehbuchautor Michael Verhoeven wird der Romanvorlage von Steven Uhly nur teilweise gerecht. Auf Rückblenden aus dem Leben des Protagonisten wird in der Verfilmung vollständig verzichtet. Erst spät erfahren die Zuschauer, was den armen Hans in seine bedauernswerte Situation getrieben hat. Und gegen Ende rutscht der Film ins arg Unglaubwürdige ab. Das Erste wiederholt diese rührende, märchenhafte Geschichte am kommenden Mittwoch um 20.15 Uhr.

Wertung: 4 von 6 Sternen