zuletzt aktualisiert vor

Er ist weiter! Voice of Germany 2014: Was kommt jetzt, Björn Amadeus Kahl?

Von Daniel Benedict


Berlin. Hat „The Voice of Germany 2014“ sich für Björn Amadeus Kahl jetzt schon gelohnt? Im Interview schätzt der Osnabrücker Kandidat seine Chancen vor den Live-Shows ein.

Kommt Björn Amadeus Kahl in die Live-Runde von „The Voice of Germany 2014“? Am Donnerstag, 20. November, endet bei der Castingshow die Phase der aufgezeichneten Auftritte; wenn der Osnabrücker Student die Knockout-Runde übersteht, könnte er schon ab Freitag live im Berliner Studio Adlerhof auftreten. Im Interview erzählt er, wie er „The Voice“ bis jetzt erlebt hat. (Weitelesen: Björn ist weiter – wie war sein Auftritt? Livebericht von den letzten Knockouts bei „The Voice“)

Hat sich Dein Alltag seit der Ausstrahlung von „The Voice of Germany“ verändert?

Ich muss sagen: Obwohl ich der Typ bin, der es schön findet, erkannt zu werden – bis jetzt ist alles noch sehr entspannt. Ich gehe in Osnabrück immer noch unbemerkt einkaufen. Am stärksten merke ich es im Internet. Auf Facebook bekomme ich viele Nachrichten zu „The Voice“. (Weiterlesen: Wer ist Björn Amadeus Kahl? Zum Porträt.)

Und was schreiben die Leute?

Dass ich sie berührt habe. Manche sogar, dass sie weinen mussten. Einer hat mir dazugeschrieben, dass er eigentlich ein gestandener Mann ist, aber doch Tränen in den Augen hatte. Das rührt dann wieder mich. Viele haben auch geschrieben, weil ich mich bei den Blind Auditions zu Gott bekannt hatte. Das waren selbst Christen, denen das gefallen hat.

Kommen denn auch Liebesbriefe?

Bislang war keiner dabei – zum Glück. Ich bin ja schon vergeben.

Ein Höhepunkt bei „The Voice“ war für Dich bestimmt das Duett mit Gregor Meyle, mit dessen Song Du angetreten warst. Saß der wirklich zufällig im Publikum?

Dass er da saß, war geplant. Aber ich wusste es natürlich nicht und war überwältigt. Und dass er am Ende zum Duett auf die Bühne bugsiert wurde, war ihm vorher selbst wohl nicht ganz klar. (Hier geht‘s zu Bericht und Video von Björns Auftritt in der Blind Audition bei „The Voice“.)

Bei der Battle-Runde hast Du Xavier Naidoos „Geh davon aus“ gesungen – im Duett mit Deinen Konkurrenten Johanna und Jonathan. Es sah aus, als ob Du Dich weder mit dem Song noch mit der Konstellation sehr wohl gefühlt hast.

Der Song war nicht meine erste Wahl, aber auch kein Problem. Aber miteinander und gleichzeitig gegeneinander zu singen, ist komisch. In der Musik gibt es kein „Gegeneinander“ - zumal wir drei zu Freunden geworden sind. Aber „The Voice“ ist eine Show, und das eben ist ein Showelement. Zu dritt auf der Bühne zu stehen, war auch vom Bild her nicht einfach. Wir hatte alles so geplant, wie es gesendet wurde. Die beiden sollten sich als Duo ansingen, ich wollte allein daneben stehen und mich stärker bewegen. Allerdings hatte ich gedacht, die die Bewegungen cooler aussehen, als sie dann rüberkamen. Macht nichts. Ich bin weiter, lerne daraus und freue mich, in den Knockouts wieder allein auf der Bühne zu stehen. (Hier geht‘s zum Video und hier zum Bericht von Björns Auftritt in der Battle-Runde bei „The Voice“.)

Was wirst du bei Deinem Knockout-Auftritt denn singen?

Johannes Oerdings „Für immer ab jetzt“, das passt wieder gut zu mir: Ballade, deutscher Text, emotional. Johannes Oerding macht genau das, was ich machen will. Es gefällt mir auch, dass es mal kein Liebeslied ist. Es geht darum, den Moment festzuhalten.

Je näher die Live-Shows rücken, desto größer wird die Konkurrenz: Vor wem hast Du am meisten Respekt?

Bei dem Rapper Alex Hartung ging es mega ab, auch im Internet. Auf den muss man natürlich achten. Aber Vorhersagen kann man kaum machen; noch haben die Coaches entschieden, in den Live-Shows sind es auch die Zuschauer. Und ob die Facebook-Likes oder die Videoabrufe bei Youtube wirklich schon alles sagen, bezweifle ich. Am Ende entscheiden die Leute am Fernseher, und das sind vielleicht ganz andere als die Fans im Internet. (Weiterlesen: Stimme oder Klischee? Die Battles zeigen, worum es bei „The Voice“ wirklich geht.)

Falls mit den Knockouts am Donnerstag Schluss für Dich sein sollte – was nimmst Du von „The Voice of Germany 2014“ mit?

Was die Arbeit mit Stefanie Kloß, dem Vocal- und dem Site-Coach angeht: Ich denke vielleicht ein bisschen mehr darüber nach, ob ich einen Song nicht doch noch ein bisschen anders singen kann, als ich es intuitiv tun würde, dynamischer zum Beispiel. Ich kann weich singen, aber ich kann auch Gas geben. Mit den Coaches zu proben, ist intensiver, aber vieles ist mir aus dem Studium vertraut. Was völlig neu für mich war, ist der Crash-Kurs in Öffentlichkeitsarbeit; dabei werden wir hier auch sehr unterstützt. Bei meinem ersten Interview war ich trotzdem sehr aufgeregt; hinterher habe ich mich auch nicht wohl gefühlt. Das hat sich verändert. Pressearbeit begreife ich jetzt.

Wie intensiv hat denn Stefanie Kloß die Arbeit von Deinem Vocal- und Deinem Site-Coach eingegriffen?

Sie war schon sehr präsent und auch bei Proben anwesend, bei denen das gar nicht geplant war. Stefanie weiß, was sie will. Aber ich freue mich auch, dass sie mir nichts überstülpt. Bei „The Voice“ bereite ich meinen eigenen Weg vor, und den muss ich selbst finden. (Weiterlesen: Singende Soldaten und reuige Väter: Wenn „The Voice“ menschelt.)

Björn Amadeus im Netz: Wer dem „The Voice“-Sänger digital folgen möchte, kommt hier zu seiner Website, zu seinem Facebook-Auftritt und seinem Twitter-Account.


„The Voice of Germany“ versteht sich als die Castingshow, in der es wirklich um die Musik geht. Der Beweis der Schwestersender Pro Sieben und Sat1: In der ersten Runde werden die Kandidaten blind beurteilt – also nur nach der Stimme. Nach den Blind Auditions folgen allerdings Battles, Knockouts und Live-Shows – in denen dann inszeniert wird wie in jeder anderen Fernsehshow auch. In der vierten Staffel von „The Voice of Germany 2014“. übernehmen Silbermond-Sängerin Stefanie Kloß, Rea Garvey, Samu Haber und die Fanta-4-Stars Michi Beck und Smudo die Rolle der Coaches, die sich die Kandidaten untereinander in Teams aufteilen und zu den finalen Live-Shows führen. Für Osnabrück ist der Student Björn Amadeus Kahl im Rennen.