Subtile Pseudo-Doku Arte-Film „Play“ thematisiert alltäglichen Rassismus

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Alex (Sebastian Hegmar) und Sebastian (Sebastian Blyckert) werden von Anas (Anas Abdirahman), Yannik (Yannick Diakité), Nana (Nana Manu) und Abdi (Abdiaziz Hilowle) unter Druck gesetzt. Foto: Plattform Produktion/Marius Dybwad BrandrudAlex (Sebastian Hegmar) und Sebastian (Sebastian Blyckert) werden von Anas (Anas Abdirahman), Yannik (Yannick Diakité), Nana (Nana Manu) und Abdi (Abdiaziz Hilowle) unter Druck gesetzt. Foto: Plattform Produktion/Marius Dybwad Brandrud

Osnabrück. Nur ein Spiel? In „Play“ geht es auch um Vorurteile in dem sonst so als tolerant geltenden Schweden. Ein diskussionswürdiger Film über den alltäglichen Rassismus.

Ist dieser Film rassistisch? Ein Weckruf? Als „Play“ 2011 in Schweden erschien, sorgte er dort jedenfalls für reichlich Diskussionsstoff. Dabei stellt das Drama einen Vorfall nach, der sich tatsächlich ereignet hat.

Eine Gruppe schwedischer Jungs wird in einem Göteborger Einkaufscenter von ein paar afrikanischen Jugendlichen beschuldigt, ein Handy gestohlen zu haben. Sie nehmen das Gerät an sich, wollen es angeblich überprüfen. Was jedoch nur ein Trick scheint, es zu stehlen.

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Die weißen Kinder werden daraufhin von den Emigranten durch die ganze Stadt gejagt. Erwachsene helfen nicht, reagieren ausweichend. Und doch: Es entwickelt sich eine nicht rationale Eigendynamik, in der sich Bewunderung füreinander mit harschem Psychoterror abwechselt.

Pseudodokumentarisch inszeniert, zeigt „Play“ dabei aber auch den latenten Rassismus auf, der sich unter anderem im Generalverdacht gegenüber Fremden oder im seichten Ethnokitsch manifestiert. Ein zugleich subtiler wie erschreckender Film. „Höhere Gewalt“, der neue Film von Regisseur Ruben Östlund (deutscher Kinostart ist am Donnerstag), wurde von Schweden übrigens für das Rennen um den Auslands-Oscar 2015 eingereicht.

Wertung: 5 von 6 Sternen

„Play“, Dienstag, 18. November, 21.40 Uhr, Arte


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