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371 Minuten Raab Schlag den Raab: Debakel oder TV-Geschichte?

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Berlin. „Schlag den Raab“ braucht 371 Minuten, um den Kandidaten Peter um 2,5 Millionen reicher zu machen. Bis dahin haben er und Stefan Raab eine Stunde lang erfolglos einen Ring geschwungen. Die Show war ein Debakel - und das gerade weil Stefan Raab mit „Schlag den Raab“ sonst so gutes Fernsehen macht.

Was für eine Nacht! 2,5 Millionen Euro gewinnt Stefan Raabs Kandidat Peter in der 49. Ausgabe von „Schlag den Raab“. Viel Geld, aber nur, wenn man es nicht auf die Arbeitszeit umrechnet. Denn diese Show dauerte ewig.

„Schlag den Raab“: Chronik des Grauens

Was war passiert? Nahezu punktgleich erreichen Raab und sein Herausforderer Peter die letzte Disziplin. „Schlag den Raab“ dauert schon über fünf Stunden, als das Geschicklichkeitsspiel „Ringing Bull“ die Entscheidung bringen soll. Dabei wird ein Ring am Band in Richtung eines Hakens geschwungen. Hängt er, ist das Spiel gewonnen. Aber er hängt nie. 58 Minuten lang zeigt Pro Sieben immer dasselbe: Raab, den Ring und Peter. Peter, Ring und Raab.

96 Minuten überzogen

Mittlerweile ist es nach 2 Uhr nachts. Das Live-Publikum hängt in den Seilen. Und auch dem Moderatoren-Team fällt nichts mehr ein. Kommentator Ron Ringguth, dessen Glanzstunde dies hätte werden können, fängt viel zu spät mit Witzen an - als Raab und Peter mal auf dem Klo verschwinden. Der Moderator Steven Gätjen hat nicht den Mumm das Spiel abzubrechen. Und Raab, der mehrfach Ansätze dazu macht, ringt sich auch nicht durch. Erst nach einer Stunde fällt die Entscheidung, einfach was anderes zu spielen - und Peter dabei in Minuten zum Millionär zu machen.

Frankenfeld wär das nicht passiert

Sechs Stunden und elf Minuten dauert die längste Ausgabe von „Schlag den Raab“, 96 Minuten länger als geplant. Es stimmt: Damit hat Raab Sendergeschichte geschrieben - und im Nachhinhein macht’s auch Spaß, die Twitter-Witze darüber nachzulesen . Nachts um zwei war es dagegen alles, aber nicht unterhaltsam. Raab und Pro Sieben haben viel zu spät eingegriffen. Frankenfeld wär das nicht passiert. Denn dass gerade Raab seine Show in dieses Debakel steuerte, ist kein Zufall. Wenn „Schlag den Raab“ auch nach 49 Ausgaben noch Spaß macht, wenn ProSiebenSat1 selbst die Spin-Off-Shows des Formats weltweit mit so großem Erfolg vermarktet - dann verdankt das sich ja gerade dem genialen Spielkind Stefan Raab. (Weiterlesen: Hier erfahren Sie alles über Raabs Rekorde.)

Das geniale Spielkind Stefan Raab

Diesmal sind Stefan Raab gerade seine Tugenden zum Verhängnis geworden: der nie ermüdende Spaß, den er an den immer neuen Spielideen hat, die Verbissenheit, mit der er seinen Kadidaten die wohlverdienten Millionen abjagt, und die Schonungslosigkeit, mit der er dabei Jochbeinbruch und Innenbandriss in Kauf nimmt. In 371 Minuten hat er seinem Publikum am Samstag die gleiche Härte abverlangt.

„Schlag den Raab“ bleibt gutes Fernsehen

Trotzdem: Angesichts der zusammengeschnittenen Show-Konserven, die sonst laufen, ist das Live-Ereignis „Schlag den Raab“ noch immer vor allem eins: eine der unschuldigsten, ehrlichsten und unterhaltsamsten Shows der Zeit. Wenn die letzte Ausgabe entgleiste, dann aus diesem einen Grund: Raab macht echtes Fernsehen, und dazu gehören Pannen. (Weiterlesen: Sind Joko und Klaas unmoralisch?)


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