Für immer „Schlag den Raab“ Schlag den Raab: Debakel der Jahrhundert-Überziehung

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Schlag den Raab: Schlägt Stefan Raab 2014 selbst den Raab – in dem er seinen eigenen Rekord einstellt und ein ganzes Jahr ungeschlagen bleibt?  Foto: ProSieben/Willi WeberSchlag den Raab: Schlägt Stefan Raab 2014 selbst den Raab – in dem er seinen eigenen Rekord einstellt und ein ganzes Jahr ungeschlagen bleibt? Foto: ProSieben/Willi Weber

Berlin. „Schlag den Raab“ endet im Debakel. Beziehungsweise: Die Show endet gar nicht. Beim letzten Spiel versuchen Stefan Raab und sein Kontrahent eine knappe Stunde lang, einen Ring am Band auf einen Haken zu schwingen. Um 2.17 Uhr wird ein Ersatzspiel angekündigt, das der Studiokandidat Peter gewinnt – und damit 2,5 Millionen Euro. Was für ein Debakel!

Zum 49. Mal fordert Pro Sieben: „Schlag den Raab“. Und zum fünften Mal moderiert Raab die Show in diesem Jahr – bislang noch ungeschlagen. 2,5 Millionen Euro sind deshalb im Jackpot. Wenn er diesmal wieder gewinnt, kann er in seiner 50. Show den eigenen Rekord brechen und erstmals ein volles Jahr ohne Niederlage bleiben. (Weiterlesen: Legendär oder blamabel? Ein Kommentar zu Stefan Raabs 96-Minuten-Überziehung.)

Welche Kandidaten wollen den Raab schlagen?

Fünf Kandidaten stehen bei „Schlag den Raab“ zur Auswahl. Und alle sind unschlagbar: Peter, weil er Feuerwehrmann ist. Hubert, weil er sechs Kinder hat. Julia kann als Ergotherapeutin auf einem Brett stehen, das auf einem Ball liegt. Und der promovierte Wirtschaftswissenschaftler Michael hat die ranghöchste Kompetenz in den für „Schlag den Raab“ so wichtigen Randsportarten: Er war mal in der Lacrosse-Nationalmannschaft. Beim Zuschauervoting setzt sich aber Peter durch. Ein 34 Jahre alter Allrounder, der Tischtennis und Basketball spielt, Quiz-WMs bestreitet und als Politikberater den ganzen Tag Fernsehen guckt. Er weiß also alles. (Weiterlesen: Harenerin gewinnt fünf Autos bei „Schlag den Raab“)

Spiel 1 bei „Schlag den Raab“: Klebeband

Das erste Spiel ist schon mal lustig: Gewonnen hat, wer als erster 66 Meter Paketband von der Rolle wickelt. Während Peter das Klebeband abreißt und ewig nach dem Ansatz sucht, fesselt Raab sich selbst, indem er seine Rolle mit Karacho um die eigenen Oberschenkel wickelt. Leider darf er sich am Ende wieder davon befreien, sodass er unbehindert in die kommenden Spielen geht. 1:0 für Raab.

(Weiterlesen: Wie sich Stefan Raab vor 20 Jahren an den Moderator der ZDF-Hitparade kettete.)

Peter deklassiert Stefan Raab beim Personenraten

Bei „Schlag den Star“ sind Quiz-Spiele nur dazu da, die Promis mit ihrem miesen Allgemeinwissen zu blamieren. Legendär: die aufrichtige Ahnungslosigkeit von Michael Wendler. Diesmal trifft es wider Erwarten Stefan Raab. Peter, der Mann, der professionell Nachrichten guckt, erkennt auf einer Fotoserie in atemlosen Tempo Roberto Di Matteo, Jean-Claude Juncker, Areana Grande, Siegried Lenz, Ulrich Tukur, Yasmin Fahimi und Bernd Lucke. Raabs einziger Ehrentreffer ist Christoph Kramer. 2:1 für Peter.

Laaaangweilig! Baseball bei „Schlag den Raab“

Das darf einem Raab nicht passieren: Mitten in der Show ein Loch der Langeweile. Das vierte Spiel ist Baseball – was den Amerikanern der packendste Volkssport ist, gerät bei „Schlag den Raab“ zur Geduldsprobe. Gespielt wird Best of 7. Das bedeutet: Siebenmal schlagen Peter und Stefan Raab je sechsmal einen Baseball, hoffend, dass er möglichst weit fliegt. Und selbst nach uneinholbaren Treffern, wird natürlich erbarmungslos weitergemacht. Es endet und endet nicht. Man wünscht sich die öden Poolbillard-Übertragungen von Eurosport zurück. 9:1 für Peter. (Weiterlesen: Sind Joko und Klaas unmoralisch?)

Menschenkenntnis: Raab schafft den Anschluss

Zum Glück, es wird doch noch spannend: Raab verkürzt auf 14:7, und das dank Menschenkenntnis. Als es darum geht, in einer Gruppe von Zufallskandidaten die Zahl der Vegetarier, Musikanten und Helene-Fischer-Fans zu schätzen, siegt der Erfinder von „Schlag den Raab“. Hier bewähren sich die 87 Jahre im Showbiz, die der der Entertainer hinter sich hat. Raab kennt sein Publikum! (Weiterlesen: Hier erfahren Sie alles über Raabs Rekorde.)

Nervenkrieg bei „Schlag den Raab“

„So macht man das, wenn der Druck groß wird“, sagt Stefan Raab. Und tatsächlich: Es wird heißer. Beflügelt vom Erfolg, schraubt er Glühbirnen schneller ein als Peter – Gleichstand. Beim Geschicklichkeitsspiel geht Raab dann so sehr auf Risiko, dass er Punkte und den Gleichstand verspielt. Macht Raab in der 49. Ausgabe von „Schlag den Raab“ noch den Fehler, sich im Moment des Glücks zu überschätzen? Falsch! Beim Quiz danach drückt Raab den Buzzer sogar schon, bevor die Frage ausgesprochen ist – siegt mit der wahnsinnigen Strategie und kommt auf einen hauchdünnen Vorsprung von 22:23. Beim Präzisionsfußball ist Peter dann so zittrig, dass Raab an ihm vorbeizieht. Seine schlichte Erklärung: „Jetzt wird gezockt.“ . (Mehr zum Thema Übermut: Polizei stoppt Raab in Göttingen beim wilden Radeln.)

Und die Musik bei „Schlag den Raab“?

Was unterscheidet „Wetten, dass ..?“ und „Schlag den Raab“? Beim ZDF war die Musik ein Gnadenakt der Endlos-Show. Kein Mensch kann den ganzen Abend trinken, ohne einmal auszutreten. Aber wieso lädt sich Stefan Raab Musik-Acts in die Show ein? Er hat doch viele, viele Werbepausen! Die Fantastischen Vier sind als Promo für „The Voice“ zumindest verständlich. Aber The Script? (Weiterlesen: Wieso sind Smudo und Michi die besten Coaches bei „The Voice“?)

So geht Überziehen: „Schlag den Raab“

„Final Destination 2 verschiebt sich um fünf Stunden.“ Bei Twitter sieht man es mit Humor, im Studio von „Schlag den Raab“ schwinden die Kräfte. Raab und Peter schaffen es, bis zum letzten Spiel nur einen Punkt auseinanderzuliegen. Bei der endgültig letzten Übung muss ein Metallring am Galgen auf einen Haken geschwungen werden. Kommentator Ringguth: „Das kann sehr schnell gehen, das kann auch noch ewig dauern.“ Es ist1:30 Uhr. Raab hat zu diesem Zeitpunkt schon 38 Minuten überzogen.

Der Haken des Grauens: „Schlag den Raab“ endet nie

2 Uhr nachts. Seit ungefähr einer Dreiviertelstunde schwingen Raab und Peter erfolglos den Ring am Galgen. Wenn alle Zuschauer zusammenlegen – vielleicht käme dann auch so auf die 2,5 Millionen für Peter, und er gibt einfach auf! Zu Hilfe! Man darf ja nicht vergessen: Die Zuschauer sitzen live im Studio. Die Angehörigen von Peter hoffen immer noch, in wenigen Minuten steinreich zu sein. Raab denkt laut über Möglichkeiten nach, das Grauen mit Zusatzregeln oder größeren Haken abzukürzen. Jubel, als Raab vorschlägt, das Preisgeld zu teilen. Die Leute wollen nach Hause. Und bei Pro Sieben dürfte man so langsam nach dem Namen fragen, der für dieses Wahnsinnsspiel verantwortlich ist. Mit jeder weiteren Minute halbiert sich der Quotenschnitt für „Schlag den Raab“.

Auszeit: Peter und Raab auf dem Klo

Um 2.10 Uhr müssen Peter und Raab zur Toilette. Steven Gätjen und Elton blödeln mit dem Ring rum. Elton gibt zu verstehen, dass bei „Schlag den Raab“ nie länger überzogen wurde. Kommentator Ringguth fordert, dem Publikum zum britischen Traditionssaufspiel Bier zu servieren. (Jubel im Saal.) Am Ende trifft jemand eine Entscheidung und flüstert sie dem Moderator ins Ohr: Noch drei Durchgänge – dann kommt ein Ersatzspiel. Peter und Stefan Raab müssen einen Flummi in einen Eimer werfen. Peter trifft um 2.23 Uhr und gewinnt. Danke!


SCHLAG DEN RAAB 49

16. November 2014 00:21
Peter ist der bessere Schnapper #sdr@prosieben
via twitter
TVtotal
16. November 2014 00:21
Was ich an #Raab bewundere: Auch nach 49 Ausgaben #SchlagdenRaab gönnt er seinen armen Gegnern den Sieg nicht. noz.de/artikel/522813
via twitter
Daniel Benedict
16. November 2014 00:37
#Raab kennt die Tastatur Sonderzeichen nicht, weil er immer für sich tippen lässt #sdr
via twitter
TVtotal
16. November 2014 00:40
Pinkelpause für Stefan Raab #SchlagdenRaab#sdr@Prosieben
via twitter
TVtotal
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