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Was sagt die Kirche? Hochzeit auf den ersten Blick: Wer sind die Kandidaten?

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Berlin. In der Sat1-Show „Hochzeit auf den ersten Blick“ geht es zum Blind Date aufs Standesamt. Die Kandidaten heiraten rechtskräftig und lernen sich dann erst kennen. Wer sind die Kandidaten? Wie werden sie füreinander ausgewählt? Welche Experten begleiten sie? Und was sagt die Kirche dazu?

„Hochzeit auf den ersten Blick“ ist tatsächlich ein Sozialexperiment – das muss man Sat1 lassen. In Kuppelshows wie dem „Bachelor“ oder dem von Sat1 zum „Experiment“ aufgedonnerte „Promi Big Brother “ betreiben die Kandidaten Öffentlichkeitsarbeit. In „Hochzeit auf den ersten Blick“ schließen sie einen rechtskräftigen Ehevertrag ab. Das ist Einsatz. Welche Kandidaten lassen sich darauf ein? Mit welchen Tests werden sie zu Paaren kombiniert? Und wer sind die Experten, die sie dabei begleiten? Alles, was man zu Hochzeit auf den ersten Blick wissen muss, in unseren Fakten zum Format. (Weiterlesen: Hochzeit auf den ersten Blick – Tabubruch oder selbst schuld?)

Die Kandidaten von „Hochzeit auf den ersten Blick“

7000 Bewerber haben sich für „Hochzeit auf den ersten Blick“ casten lassen – ohne die Spielregeln zu kennen. 120 werden zu einem Workshop eingeladen, 68 davon bleiben trotz der Pflicht zum Ja-Wort im Projekt. Acht davon treten nun in der ersten Staffel an; eine davon ist die 32-jährige Bea aus NRW. Von Beruf ist sie „Teamleiterin“. Zitieren lässt sie sich von Sat1 mit dem Satz: „Ich interessiere mich seit Jahren für Psychologie, und als ich von diesem Beziehungsexperiment erfuhr, war ich von Anfang an gespannt.“ Die anderen Teilnehmer, die sich für „Hochzeit auf den ersten Blick heiraten, sind: der 32-jährige Retail-Manager Dennis aus Berlin, die 26-jährige ​Tatjana, die in NRW als Immobilienkauffrau arbeitet, ​Pierre, 32, ein Disponent aus Brandenburg, die Berliner Gymnasiallehrerin Jana (36), ​Tim, 31, Kaufmann aus NRW, die Berliner Kellnerin ​Steffi (27) und ​Rico, 35, ein Industriekletterer aus Sachsen-Anhalt. (Weiterlesen: Wie RTL mit Kuppelkandidaten umgeht: Beate Fischer aus „Schwiegertochter gesucht“.)

So sucht „Hochzeit auf den ersten Blick“ die perfekten Partner

Sat1 geht mit seinen Experten davon aus, dass perfekt passende Partner wissenschaftlich ermittelt werden können. Die Kandidaten werden dafür körperlich und seelisch durchleuchtet. Per DNA-Test wird die „Chemie“ zwischen den Partnern im Reagenzglas untersucht. Die These dahinter: Evolutionsbiologisch üben Partner mit den unterschiedlichsten Immunsystemen die größte Anziehungskraft aufeinander aus. Psychotherapeutische Gespräche und psychologische Tests sollen außerdem Aspekte wie Bindungsfähigkeit, Konfliktverhalten und emotionale Intelligenz der Ehe-Anwärter transparent machen. Zugleich versucht Sat1 sich abzusichern: Bei „Hochzeit auf den ersten Blick“ sollen wirklich nur Menschen antreten, die nachweislich psychisch gesund und emotional stabil sind. (Weiterlesen: Kriegen Rainer und Heike eine zweite Staffel „Bauer sucht Frau“?)

Diese Experten begleiten die „Hochzeit auf den ersten Blick“

Vier Paaren stehen in „Hochzeit auf den ersten Blick“ vier Fachleute zur Seite, vom Geistlichen über Paar-Therapeutinnen bis zum seelenkundigen Innenausstatter.

Der Seelsorger: Mit Martin Dreyer ist einer der prominentesten freikirchlichen Pastoren und als Seelsorger dabei. Der Theologe und Suchtberater arbeitet seit Jahrzehnten im Bereich der christlichen Jugendkultur. Anfang 90er gründete er die Jesus Freaks; außerdem ist er Initiator der „Volxbibel“, der ersten Bibel, deren freie Übersetzung in einem Internet-Wiki gemeinschaftlich entwickelt und fortgeführt wird.

Der Seelendekorateur: Sat1 nennt Uwe Linke einen Experten für die kuriose Sparte „Wohnpsychologie“, er selbst zitiert auf seiner Homepage das Label „Wohnflüsterer“. Seine Arbeit beschreibt der Coach als Schnittmenge aus den Tätigkeiten von Interior-Design und Therapie. Dabei nimmt Uwe Linke für sich in Anspruch, dass er „Charakterzüge und Lebensthemen aus der Einrichtung ablesen kann“.

Die Analytikerin: Sandra Köhlhdorfer ist eine Psychoanalytikerin, mit Praxissitzen in Berlin-Kreuzberg und Wien. Als Schwerpunkte nennt sie auf ihre Website unter anderem Persönlichkeitsstörungen, Ängste, Depressionen und Traumatisierungen, aber auch Beziehung – Partnerschaft – Ehe, Sexualität.

Die Matching-Expertin: Die Augsburger Paartherapeutin Ingrid Strobel wird von Sat1 als Matching-Expertin der Show vorgestellt, die in den Fragebögen der Kandidaten nach passenden Antworten und Beziehungshemmnissen sucht.

Die Formatgeschichte von „Hochzeit auf den ersten Blick“

„Hochzeit auf den ersten Blick“ ist ein Format der Red Arrow International. Die Tochter der ProSiebenSat1 Media Group umfasst 17 Firmen in neun Ländern, die seit 2010 gemeinschaftlich TV-Formate für den internationalen Markt entwickeln – zum Beispiel die Koch-Show „The Taste“. „Hochzeit auf den ersten Blick“ lief zunächst in Dänemark und dann mit großem Erfolg beim US-Privatsender FYI unter dem Titel „Married at First Sight“. (Weiterlesen: Haben die Paare der US-Ausgabe von „Hochzeit auf den ersten Blick“ sich wieder scheiden lassen?)

Kirchliche Kritik an „Hochzeit auf den ersten Blick“

Die Debatte um „Hochzeit auf den ersten Blick“ ging schon vor der Ausstrahlung los. In einem Gastbeitrag für die „Bild am Sonntag“ etwa schreibt Margot Käßmann: „In einer Zeit, in der die Ehe zur TV-Show wird, möchte ich für Ernsthaftigkeit plädieren, auch wenn manche mich als Spaßverderberin hinstellen werden.“ Die Familienpolitiker der Union stimmen zu. „focus.de“ zitiert den familienpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Marcus Weinberg, mit den Worten: „Ich halte davon nichts und hoffe, dass diese Sendung bald wieder vom Markt verschwindet. Das widerspricht unserem Gedanken von der Ehe, die aus gegenseitiger Zuneigung entstehen sollte und Keimzelle der Gesellschaft ist.“


Sat1 kuppelt mit Trauschein: In der Show „Hochzeit auf den ersten Blick“ heiraten die Kandidaten gleich zu Beginn und lernen sich erst danach kennen. Hochzeit auf den ersten Blick läuft sonntags, 17.55 Uhr, in sechs Folgen auf Sat1.

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