Arte, 14.11, 20.15 Uhr Venaults Film „Palace Beach Hotel“ will zu viel

Von Christian Schubert

Psychologin Di Vanno (Raphaëlle Agogué) bittet Oberst Letellier (Thierry Godard) inständig, die Geschehnisse nicht zu melden. Foto: ARTE FrancePsychologin Di Vanno (Raphaëlle Agogué) bittet Oberst Letellier (Thierry Godard) inständig, die Geschehnisse nicht zu melden. Foto: ARTE France

Osnabrück. Bewältigungsdrama nach einem Afghanistan-Einsatz, Kriminalgeschichte, Thriller: Venaults Film „Palace Beach Hotel“ will zu viel. Zusehen am Freitag, 14.11., 20.15 Uhr, auf Arte.

Nach einem sechsmonatigen Afghanistan-Einsatz macht eine Einheit französischer Soldaten Station in einem Hotel auf Zypern. Dort sollen sie sich erholen und auf ihre Heimkehr vorbereiten. Ein kluges Setting: „Befreit“ von den bisherigen soldatischen Pflichten, Tätigkeiten und Routinen hocken die Soldaten – unter ihnen Franck, Elsa und Mario – aufeinander. Kein Alltag mehr, dafür viel Zeit zum Nachdenken und Verarbeiten – Erholung ist das sicher nicht.

Zunächst spricht alles für einen Film, der den psychische Folgen von Kriegseinsätzen (Schlagwort Posttraumatische Belastungsstörung) nachspürt. Aber recht schnell verdichten sich zwei Erzählstränge zugunsten eines dramatischeren Geschehens. Beide wurzeln in einer zurückliegenden Operation in Afghanistan, bei der ein Kamerad getötet wurde.

Bewältigungsdrama, Kriminalgeschichte, Thriller mit einigen militärpolitischen Bezügen. Es ist einfach zu viel, was in 90 Minuten verhandelt werden will. So berauben sich die einzelnen Erzählebenen gegenseitig ihrer Möglichkeiten. Paradoxe Folge: Gerade die Figuren im Zentrum wirken eindimensional und überzeichnet, während sich am Rande einige gelungene, weil vielschichtige Nebenfiguren entfalten.


Wertung: 3 von 6 Sternen