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„The Walking Dead“: Staffel 5 auf Fox Kritik zur 5. Folge „Selbsthilfe“ von „The Walking Dead“

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Was passiert in der sechsten Folge „Selbsthilfe“ mit den Überlebenden um Rick Grimes (Andrew Lincoln) und Glenn Rhee (Steven Yeun)? Wir haben die Kritik zur aktuellen Folge. Foto: Gene PageWas passiert in der sechsten Folge „Selbsthilfe“ mit den Überlebenden um Rick Grimes (Andrew Lincoln) und Glenn Rhee (Steven Yeun)? Wir haben die Kritik zur aktuellen Folge. Foto: Gene Page

Osnabrück. Der Kampf ums Überleben geht weiter: In der fünften Folge der neuen Staffel von „The Walking Dead“ geht es um vergangene Sünden und neue Identitäten.

Achtung, im Text folgen Spoiler

Nach den menschlichen Abgründen, die sich Beth im Krankenhaus aufgetan hatten, ist die fünfte Episode „Selbsthilfe“ zuerst von Hoffnung geprägt. Die Zuschauer folgen der Gruppe mit Abraham, Eugene, Rosita, Tara, Maggie und Glenn, die sich auf den Weg nach Washington D.C. gemacht haben, um sich um das Heilmittel zu kümmern, von dem Eugene Kenntnis haben soll. Mehrfach hatte Abraham seine Mission unterbrochen, um anderen, zuerst Glenn in der vierten Staffel, später Rick und Co. in Terminus, zu helfen. Nun soll es aber endlich vorangehen!

Merkwürdig wurde es bereits in der dritten Folge „Vier Wände und ein Dach“, als Eugene sich weigerte, mit Abraham zu gehen. Dr. Eugene Porter, der behauptet, er kenne das Heilmittel und wüsste, wie die Infektion rückgängig gemacht werden könnte, wollte auf einmal nicht mehr nach Washington. In dieser Folge wird auch schnell klar, warum.

Die Vergangenheit von Abraham Ford

Doch ehe Eugenes Geheimnis ans Tageslicht kommt, bekommen die Zuschauer einen intensiven Einblick in Abraham Fords Vergangenheit. Der ehemalige Sergeant der US-Armee tötete mehrere Männer, um seine Familie zu schützen. Doch seine Frau und seine Kinder waren so traumatisiert von seiner Gewaltorgie, dass sie ihn verließen. In dem Moment, in dem er seine Familie tot auffindet und sich selber töten will, ruft Eugene um Hilfe. Abraham rettet ihn vor den Zombies, Eugene erklärt ihm, dass er eine wichtige Mission zu erfüllen habe. Das Stichwort „Mission“ weckt neuen Überlebenswillen in Abraham, er hat wieder ein Ziel vor Augen.

Alles für die Familie

Diese Geschichte wird in geschickt eingewobenen Rückblicken erzählt und zeigt Abraham als Mann, der wie Rick Grimes alles für seine Familie getan hat und weiter tun würde, dabei aber seine Menschlichkeit nach und nach verliert und in einen Strudel der Gewalt abrutscht. Genau wie in der dritten Episode in der fünften Staffel, als er mit Rick und einigen anderen die Kannibalen tötete. So sagt er auch zu Glenn, dass sie nun in einer Welt leben, in der die Starken überleben, weil sie töten. Und ihm fällt das auch immer leichter.

Mission Heilmittel

Mit seiner Mission vor Augen, treibt Abraham also die Gruppe an, die sich in dem Bus, der zur Kirche von Vater Gabriel gehört, auf die Reise gemacht hat. Weit kommen sie allerdings nicht, denn der Bus hat einen schweren Unfall. Zwar können sich alle retten, vor allem Abraham ist aber verletzt. So suchen sie Zuflucht in einer Bibliothek, in der zum Zweck der Wundversorgung und um Feuer zu machen Bücher verbrannt werden. Und es kommt, welch eine Ausnahme, zu einer Sexszene zwischen Rosita und Abraham. Die sich in den anderen Episoden nicht so nahe zu stehen schienen, aber das war wohl nur gut versteckt.

In dieser Nacht kommen Maggie auch kurz Zweifel daran, ob es richtig war, die andere Gruppe zu verlassen. Aber sie zerstreut sie selbst sehr schnell, weil ihre Hoffnung stark ist, dass sie das richtige tun: das Heilmittel finden. Weiterhin kein Wort über ihre Schwester Beth, nur ein kurzes Bedauern darüber, dass die Gruppe um Rick nicht nach vorne schauen kann und in der Kirche geblieben ist. Es scheint, als hat Maggie sich von den anderen nach der grausamen Rache an den Kannibalen entfernt, sie will nicht zurückschauen.

Eugenes Geheimnis

Abraham ebenfalls nicht. Nachdem die Gruppe einen Feuerwehrwagen flott gemacht hat und Eugene (ja, genau, der ängstliche Eugene) die anderen vor Beißern gerettet hat, scheitern sie erneut mit ihrer Weiterfahrt an einer riesigen Herde Zombies. Wenn Abraham also sagt, „wir können nicht zurück“, meint er nur sich. Er will mit aller Gewalt einen Neuanfang, damit er mit seiner Schuld weiterleben kann, er will nur seine Mission abschließen, um eine neue zu beginnen. Doch Eugene macht ihm einen Strich durch die Rechnung.

Wie man in den Andeutungen erraten konnte, offenbart Eugene, dass er kein Wissenschaftler ist. Er hat den Bus manipuliert, weil er Angst vor der Ankunft in Washington hatte, Angst vor Abrahams Reaktion. Für ihn starben Menschen, für eine Lüge, die er sich ausgedacht hatte, um gerettet zu werden. Weil er, wie er sagt, nicht in der Lage ist, sich selbst zu helfen. Abraham zerbricht. Und hervor kommt der brutale Mann, der Eugene verprügelt, bis er zu Boden fällt und dort blutend liegen bleibt. Abrahams Mission ist gescheitert.

Fazit: Es gibt keinen Weg zurück

Abraham will um jeden Preis seine Familie retten. Als das nicht gelingt, hat er mit Eugene eine neue Mission. Die Episode „Selbsthilfe“ zeigt eindrucksvoll die innere Zerstörung des einstigen Sergeants, der kurz vor seinem Selbstmord selbst gerettet wird und am Ende doch an seinem damaligen Verlust zerbricht. In dieser Folge haben sich die Macher von „The Walking Dead“ wieder auf ihre Stärke besonnen: wie die feine Grenze zwischen Mensch und Monster mit einem Hieb zerschnitten werden kann. Eine starke Episode, die von der Beziehung zwischen Abraham und Eugene lebt, der Soldat und seine Mission. Abraham, der alle Menschen retten will, nachdem er bei seiner Familie gescheitert ist. Eugene, der niemanden durch Körpereinsatz retten kann, aber eine Lüge aufrecht erhält und damit den Menschen Hoffnung gibt. Hoffnung ist das, was die Gruppe zusammen hält; die Aussicht auf eine Zukunft, in der man nicht von Tag zu Tag überleben muss, lässt die Charaktere an ihre Grenzen gehen. Doch als Eugene diese Hoffnung zerstört, fällt alles in sich zusammen.

Eine ähnliche Situation gab es in der zweiten Staffel, als Rick Grimes und Co. nach der verschwundenen Tochter von Carol gesucht haben. Der Moment, in dem die junge Sophia als Zombie auftaucht und Rick sie erschießen muss, hatte eine ähnliche Wirkung auf die Gruppe wie Eugenes Geständnis. Denn alle Bemühungen waren umsonst. Die Hoffnung, die alle aufrecht erhalten hat, ist verloren. Bleibt nur die Frage: Wie geht es weiter?

Nächste Woche Montag, 17. Dezember, gibt es ab 21 Uhr auf Fox wieder neue Antworten.


Wie es in der nächsten Folge weitergeht, erfahren Sie in unserer aktuellen Kritik auf noz.de.

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