Claudia Michelsen und Sylvester Groth „Polizeiruf 110“ heute aus Magdeburg: „Eine mörderische Idee“

Von Joachim Schmitz


Osnabrück. Der „Polizeiruf 110“ kommt heute aus Magdeburg. „Eine mörderische Idee“ ist der dritte Fall für Claudia Michelsen und Sylvester Groth.

Am Anfang knallt’s. Als in einem Magdeburger Supermarkt eine Bombe hochgeht und ein anonymer Anrufer weitere Explosionen im Halbstunden-Rhythmus in weiteren Märkten der Kette ankündigt, rotiert die Polizei und mobilisiert alle verfügbaren Einsatzkräfte. Freie Bahn für einen Millionenraub und den Mord an einem Wachmann im Hafen am anderen Ende der Stadt. Dem vorbestraften Mann wird der Schädel zertrümmert und aus einem Container verschwinden Smartphones im Wert von drei Millionen Euro.

Die ersten zehn Minuten der „mörderischen Idee“ sind voller Hektik, und doch kann man sich als Zuschauer zurücklehnen. Denn es passiert eigentlich nichts, und das zu lange. In der ersten Hälfte wird dieser dritte Magdeburger „Polizeiruf“ dominiert und abgenutzt von Verhören, Dienstbesprechungen, Detailarbeit. Autor und Regisseur Stephan Rick scheint bei seiner ersten Begegnung mit den Kommissaren Brasch (Claudia Michelsen) und Drexler (Sylvester Groth) ein wenig zu fremdeln. Doch letztendlich belohnt er die Geduld des Zuschauers: Mit zunehmender Spielzeit entfalten sich nicht nur die widersätzlichen Charaktere der beiden Ermittler – auch der Krimi nimmt Fahrt auf und führt hinein in die sonderbare Welt der Computer-Kriminalität. Wirklich überraschend oder gar unkonventionell ist er allerdings nur höchst selten.

Polizeiruf 110: Eine mörderische Idee - Sonntag, 20.15 Uhr, ARD

Bewertung: 4 von 6 Sternen