Bundespräsident trifft alte Weggefährten NDR zeigt Doku „Träume des Aufbruchs“ mit Joachim Gauck

Von Tobias Sunderdiek

Vor 25 Jahren sprach Joachim Gauck seinen Zuhörern in der Rostocker Marienkirche aus der Seele. Nun hat er sie wiedergetroffen. Foto: NDRVor 25 Jahren sprach Joachim Gauck seinen Zuhörern in der Rostocker Marienkirche aus der Seele. Nun hat er sie wiedergetroffen. Foto: NDR

Osnabrück. Joachim Gauck war nicht der einzige, der im Jahr des Mauerfalls „Träume des Aufbruchs“ hatte. Eine NDR-Dokumentation zeigt die Situation 25 Jahre später.

Bundespräsident Joachim Gauck bekennt freimütig: Das, was sich im Herbst 1989 in der Rostocker Marienkirche ereignete, war wohl „der größte und bewegendste Augenblick meines Lebens“. Etwa 6000 Menschen drängten sich in das Gotteshaus, Veränderung lag in der Luft: Erstmals fanden Menschen den Mut, offen gegen die Diktatur zu protestieren, gegen die Enge, die moralische und wirtschaftliche Misere des SED-Staates.

Ein seinerzeit geschossenes Schwarz-Weiß-Foto, das den damaligen Pastor Gauck, umgeben von Demonstranten in dieser Kirche, zeigt, wird dabei zum Ausgangspunkt für einen ungewöhnlichen Dokumentarfilm . 25 Jahre nach dem Mauerfall spürt Regisseurin Stefanie Gromes einige der Abgebildeten auf. Was wurde aus den dort abgebildeten Schülern, Geistlichen und Menschenrechtlern? Bis es zu einem erneuten Foto an derselben Stelle kommt, zeigt der Film, wie es etwa der damaligen Abiturientin Ruth heute geht, warum es den nun erfolgreichen Manager Sören in die USA verschlug oder wie sich Werner, der ehemalige Werftarbeiter, nun im Ruhestand am Sozialleben beteiligt. Was aus den Träumen von damals in der Realität heute angekommen ist – das untersucht der Film auf spannende Art und Weise.


Wertung: 5 von 6 Sternen

„Unsere Geschichte: Träume des Aufbruchs“, Mittwoch, 06. November, 21.00 Uhr, NDR Fernsehen