Im echten Leben und im Film „Gegen den Sturm!“: Alexandra Neldel unterstützt Taifunopfer

Von Marcel Kawentel

Während Alexandra Neldel die engagierte Ärztin Chirurgin Dr. Sophie Heimbach spielt, stellt Hannes Jaenicke den verbitterten Leiter des Hilfsprojekts dar. Foto: Sat.1/Aki PfeifferWährend Alexandra Neldel die engagierte Ärztin Chirurgin Dr. Sophie Heimbach spielt, stellt Hannes Jaenicke den verbitterten Leiter des Hilfsprojekts dar. Foto: Sat.1/Aki Pfeiffer

Osnabrück. Vor genau einem Jahr bekam der Taifun Haiyan seinen Namen und wütete auf den Philippinen. Sat.1 zeigt an diesem Dienstag den Spielfilm „Gegen den Sturm!“ und eine Doku über Ärzte in Krisengebieten. Hauptdarstellerin Alexandra Neldel sprach mit unserer Redaktion über die Regenzeit, Hand-Doubles und ihr eigenes karitatives Engagement.

Alles, was schiefgehen kann, geht auch schief. So lautet „Murphy’s Gesetz“, und danach leben die Helfer in dem fiktiven Krisengebiet, das Chirurgin Dr. Sophie Heimbach voller Tatendrang betritt, um zu helfen. Sie muss sich unter chaotischen Zuständen behaupten und rasselt mit Matthias Kreussler ( Hannes Jaenicke ), dem verbitterten Leiter des Projekts, aneinander.

Die andere Seite

„Ich finde die Geschichte in der Hinsicht spannend, dass sie die Helfer von einer ganz anderen Seite zeigt, wie es auch sein könnte, welche Komplikationen es geben könnte“, erzählt Alexandra Neldel, die die Sophie spielt . Doch sie betont auch: „Es ist natürlich eine fiktive Geschichte.“

Im echten Leben engagiert Alexandra Neldel sich für die Organisation „Habitat for Humanity“, die auch nach der Taifun-Katastrophe auf den Philippinen Häuser errichtete. Doch mit dem, was Sophie in „Gegen den Sturm!“ leistet, möchte sie das nicht vergleichen.

„Zwar wird in beiden Fällen geholfen, aber das ist schon etwas ganz anderes, als Ärztin zu helfen. Es gibt bei meiner Arbeit auch nicht diese Dringlichkeit wie bei Medikamentenversorgung.“ Die wird aufgrund von Korruption im Film bald zur Zerreißprobe für das Helferteam. Klar, dass Matthias und Sophie sich trotzdem näherkommen.

„Jeder Schauspieler hat seine Vorstellung von seiner Rolle“, so Neldel über die Arbeit mit Hannes Jaenicke. „Und dann ist es sehr spannend, wenn das aufeinanderprallt und dann auch noch so gut passt. In den Proben kann man schauen, braucht es etwas mehr oder weniger? Oft sind das nur Nuancen.“

Hannes Jaenicke wird dem Zuschauer auch im Anschluss an den Spielfilm begegnen, denn er reist in der Doku „Ihr seid Helden!“ nach Ruanda, um dort Ärzte zu treffen. Von ihm stammt auch der Entwurf zum Drehbuch von „Gegen den Sturm!“. Den kannte Alexandra Neldel allerdings nicht. Sie bekam das fertige Drehbuch und war sofort „Feuer und Flamme“.

Der Film wurde in Thailand während der Regenzeit gedreht. So entstand eine skurrile Situation, wie Neldel berichtet: „Wir erzählen im Film die Wasserknappheit. Beim Dreh in Thailand hatten wir mit der Regenzeit zu kämpfen, also eher zu viel Wasser. Für uns Schauspieler war das gar nicht so schwierig. Aber Ausstattung und Kostüm hatten das Problem, dass sie immer wieder unsere Kostüme trockenlegen mussten – oder auch das ganze Set.“

Eine klassische fachliche Vorbereitung auf die Rolle der Chirurgin gab es für Alexandra Neldel nicht. „Wir hatten medizinische Beratung vor Ort. Aber da Sophie ja ohnehin nicht die Mittel zur Verfügung hat wie in einem normalen OP, war klar, sie muss improvisieren, und das habe ich gemacht“, erzählt Neldel lachend. „Zwar hatten wir ein Hand-Double für die entsprechenden Handgriffe. Aber ich glaube, das ist nur noch in einer Szene zu sehen, ansonsten haben wir alles selbst gemacht.“

Tragikomisch

In der vielleicht schönsten, vor allem aber tragikomischsten Szene begegnet Neldels Filmfigur einer Schauspielerin, die sich für die Organisation engagiert und im Camp eine peinliche PR-Show abzieht. Steckt darin ein Quäntchen Realität? Neldel lacht: „Ich habe solche Erfahrungen nicht gemacht, dann könnte ich das ja sein. Aber natürlich haben wir damit gespielt und es überspitzt dargestellt.“

„Gegen den Sturm!“, um 20.15 Uhr und „Ihr seid Helden! Hannes Jaenicke trifft Ärzte im Krisengebiet“ um 22.15 Uhr bei Sat.1.