GVU-Analyse Movie4k.to und Kinox.to: Die illegalen Marktführer

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Gegen die Betreiber des Online-Portals kinox.to ermittelt die Staatsanwaltschaft Bremen. Foto: dpaGegen die Betreiber des Online-Portals kinox.to ermittelt die Staatsanwaltschaft Bremen. Foto: dpa

pm/kfr Berlin. Movie4k.to und Kinox.to dominieren den Markt für illegale Streaming-Portale im Internet. Beide Webseiten verzeichneten zusammen allein im Monat August schätzungsweise 112,6 Millionen Besucher. Das geht aus einer aktuellen Analyse der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) hervor.

Während die Fahndung nach zwei Betreibern des Portals kinox.to noch für Schlagzeilen sorgt, hat die GVU die für den deutschsprachigen Raum relevantesten Angebote untersucht. Danach dominieren Kinox.to, Movie4k.to, MyGully und Boerse.sx den illegalen Online-Markt . Auf diesen Portalen finden Nutzer Links zum Streamen und teilweise auch zum Download von Filmen, Spielen und E-Books, die illegal ins Internet gestellt worden sind .

Wie groß die Nachfrage nach diesen Inhalten ist, zeigen Schätzungen des Webseitenanalysedienstes Similarweb für den vergangenen August: 112,6 Millionen Mal sind die Webseiten Movie4k.to und Kinox.to aufgerufen worden. Mit 38 050 Filmen und 6578 Serien verweist Movie4k auch auf die meisten Inhalte. Bei kinox.to waren im August 34 790 Filme und 9845 Serien gelistet.

MyGully und Boerse.sx folgen in der Rangliste der illegalen Download-Angeboten. Problematisch beim Aufruf der Portale sind dabei nicht nur die widerrechtlich hochgeladenen Inhalte: Auf die Seitenbesucher lauerten nach Analysen der Computerbild (Ausgabe 20/2014) auch Viren und sogenannte Adware, die bei der Nutzung der Portale versteckt installiert werden.

Torrent.to ist das meistbesuchte BitTorrent-Portal

Bei den unter GVU-Beobachtung stehenden illegalen BitTorrent-Portalen belegt MyGully Platz 2 mit 4,1 Millionen Aufrufen. Nur Boerse.bz verzeichnete zu dem Zeitpunkt mit 6,3 Mio. Besuchen mehr Zugriffe. Dahinter folgt das Bit-Torrent-Portal Torrent.to mit 2,4 Mio. Aufrufen. Das erst Anfang August 2014 registrierte Nachahmer-Board Boerse.sx wurde in jenem Monat bereits 270 000 Mal besucht. Im September 2014 schätzte Similarweb die Zugriffszahlen bereits auf 1,8 Millionen.

Den untersuchten Download- und Streaming-Portalen und –Boards ist gemeinsam, dass die dort gesammelten Links nahezu ausnahmslos auf Dateien mit illegalen Kopien verweisen. Die Inhalte sind dabei einem Filehoster gespeichert. Dementsprechend erklären Betreiber von Streaming-Portalen wie Kinox.to behaupten, sie stellten „keine direkten Links zu dem jeweiligen Stream“ zur Verfügung, sondern indexierten es, wie es auch Google macht. „Das ist natürlich Unsinn“, teilt GVU-Geschäftsführer Matthias Leonardy in einer Pressemitteilung mit. „Movie4k, Kinox, MyGully, Boerse.sx und so weiter sind gerade nicht mit einer Suchmaschine wie Google vergleichbar. Denn Google indexiert grundsätzlich alle öffentlich zugänglichen Webinhalte. Neuerdings erschwert es sogar die Suche nach strukturell urheberrechtsverletzenden Online-Angeboten, wenn diese von Rechteinhabern wiederholt zuvor als illegal gemeldet wurden. Die genannten Streaming- und Download-Portale und -Boards aber sind darauf ausgerichtet, ausschließlich und gezielt das Auffinden urheberrechtsverletzender Inhalte zu steuern“.

Fahndung nach kinox.to-Betreibern

Diese öffentliche Zugänglichmachung ist strafbar. So urteilen auch deutsche Gerichte, wie am 30. April 2013 in Aachen. Dort wurde der ehemalige Eigner von Torrent.to zu drei Jahren, 10 Monaten Haft verurteilt. Das BitTorrent-Portal habe die dort aufgeführten urheberrechtlich geschützten Werke widerrechtlich zugänglich gemacht.

Auch gegen die Betreiber des Portals kinox.to waren Ermittler der Generalstaatsanwaltschaft Dresden mit einer Razzia in mehreren Bundesländern vorgegangen. Von den vier Hauptbeschuldigten wurden zwei verhaftet, die anderen sind auf der Flucht. Nach ihnen wird mittlerweile öffentlich gefahndet .


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