„Niemand weiß warum“ auf Arte Starkes Aids-Drama

Die Liebe zwischen Laura (Florence Loiret Caille) und JB (Guillaume Gouix) ist stärker als Lauras Krankheit. Foto: ArteDie Liebe zwischen Laura (Florence Loiret Caille) und JB (Guillaume Gouix) ist stärker als Lauras Krankheit. Foto: Arte

Osnabrück. Liebe im Angesicht einer HIV-Infektion? Ein gewiss schwieriges und brisantes Thema, das die Comic-Verfilmung „Niemand weiß warum“ aber ohne erhobenen Zeigefinger verfilmte.

Silvester in Paris: Man trinkt, wünscht sich alles Gute für das neue Jahr, sucht vielleicht etwas für die Nacht. Doch wird dieser Abend das Leben zweier Menschen von Grund auf ändern. Als der Comiczeichner Jean-Baptiste, genannt „JB“, auf die alleinerziehende Laura trifft, beginnt es zwischen beiden zu funken. Doch was zunächst nach einer typischen Junge-trifft-Mädchen-Geschichte klingt, gestaltet sich schwieriger als gedacht. Denn Laura ist HIV-positiv, ebenso ihr Sohn Oscar. Dennoch werden beide ein Paar. Und müssen fortan gegen die Vorurteile, aber auch Sorgen von Freunden und Verwandten angehen. Als Laura dann noch schwanger wird, wächst die Sorge: Wird ihre Tochter ebenfalls infiziert werden?

Was zunächst nach gut gemeintem Problemfilm oder ambitioniertem Aufklärungsdrama klingt, ist erstaunlich mitreißend verfilmt. Nicht nur, weil es Regisseur Jean-Philippe Amar gelingt, einige Tabus zu brechen, sondern auch ästhetisch zu begeistern. So verweisen charmant eingefügte und liebevoll gestaltete Zeichentricksequenzen auf die autobiografisch gefärbte Comic-Vorlage „Blaue Pillen“ des Schweizers Frederik Peeters. Das ist Mut machend, ergibt aber auch einen starken Film.


Niemand weiß warum - Arte, Freitag, 26. September, 20.15 Uhr

Wertung: 5 von 6 Sternen


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