DVD der Woche „True Detective“: Düster und brillant

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Regisseur Cary Fukunaga erhielt für „True Detective“ einen Emmy. Foto: dpaRegisseur Cary Fukunaga erhielt für „True Detective“ einen Emmy. Foto: dpa

Osnabrück. Es hat mit den „Sopranos“ begonnen und mit „Breaking Bad“ einen vorläufigen Höhepunkt erreicht – das Phänomen der hochkarätigen US-Serie. Doch mit „True Detective“ ist Autor Nic Pizzolatto ein Opus gelungen, das ästhetisch auf Spielfilmniveau operiert und dabei die erzählerische Tiefe eines Romans hat.

Der Grundgedanke, die Dauer der durchgehenden Handlung von vorneherein auf nur eine Staffel zu begrenzen, eröffnete die seltene Möglichkeit, große Stars zu verpflichten, die bei einer länger laufenden Serie auf andere Filmprojekte hätten verzichten müssen. So konnten Woody Harrelson und Matthew McConaughey für die Hauptrollen gewonnen werden, als Autor Nic Pizzolatto schon mitten im Schreibprozess war. Die beiden stiegen auch als Executive Producer ein und brachten eigene Ideen ein. McConaughey lieferte beispielsweise sogar Musikvorschläge.Privat sind die beiden schon lange befreundet - davon ist allerdings nichts zu spüren, wenn ihre Figuren zum ersten Mal gemeinsam die Bühne von „True Detective“ betreten.

Die dichte und gleichzeitig ruhige Erzählung zieht den Zuschauer immer tiefer in die sumpfige Landschaft Louisianas und in den Sumpf einer bizarren Ritualmordserie hinein. Vorrangig geht es dabei um die ungleichen Charaktere der ermittelnden Detectives Hart und Cohle, eines vermeintlich normalen Familienvaters und eines traumatisierten Einzelgängers. Die Autofahrten, auf denen Matthew McConaughey als Cohle den genervten Hart mit metaphysischen Ausführungen quält, gehören zu dem Besten, was das Krimigenre an Dialogen seit Langem hervorgebracht hat. Überhaupt ist McConaughey die Triebfeder der Geschichte. Seine Darstellung des abgründigen Cohle ist an Intensität und Glaubwürdigkeit kaum zu überbieten.

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Auch stellt sich beim blockweisen Schauen der Serie der seltene Seheindruck von realistischer Polizeiarbeit ein, da ein Serienmörder nicht innerhalb einer Episode durch quasi-magische „CSI“-Methoden überführt wird, sondern Monate, Jahre in Anspruch nimmt und die Ermittler begleitet.

Nachdem im April die erste Staffel auf Sky Atlantic Deutschlandpremiere feierte, ist nun die DVD-Box mit reichhaltigen Extras erschienen. Wenn auch die Synchronfassung wie zumeist nur einen Bruchteil von der Faszination der Originalstimmen zu vermitteln vermag, so sind die Extras umso reichhaltiger gestaltet: zu jeder einzelnen Episode gibt es kurze Hintergrundinterviews sowie ein Making of, Audiokommentare oder herausgeschnittene Szenen und ein Gespräch zwischen dem Autor und T Bone Burnett, der mit seinem subtilen und atmosphärischen Soundtrack das Gesamtpaket dieser hochkarätigen Serie abrundet. Für Freunde von Krimi, Psychothriller und Drama ein Muss!

„True Detective“, USA 2014, 8 Folgen à 55 Minuten, FSK 16, Warner Home Video


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