„Soko Leipzig“ in Spielfilmlänge Schatten der Vergangenheit

Von Frank Jürgens


Osnabrück. Seit beinahe zwölf Jahren darf die Soko Leipzig“ als Einzige unter den ZDF-Sonderkommissionen im Hauptabendprogramm ermitteln. Zum Auftakt der 14. Staffel gönnen die Mainzelmännchen ihrem Zugpferd mal wieder eine Episode in Spielfilmlänge.

Die Schwestern Beate (Therese Hämer) und Angelika Bernert (Eleonore Weisgerber) eint nicht nur das Auktionshaus, das sie sich hart erarbeitet haben. Sie werden auch durch einen Schatten der Vergangenheit zusammengehalten, wie Kriminalhauptkommissar Hajo Trautzschke (Andreas Schmidt-Schaller) bald mutmaßen muss. Doch zunächst geht es um den Mord an einem Sammler, der während eines Überfalls auf das Auktionshaus das Zeitliche segnet. War der wirklich nur zur falschen Zeit am falschen Ort?

Gleich zu Beginn der Ermittlungen erkennen die Bernerts den guten Hajo glatt als „Major Trautzschke“ aus alten DDR-Zeiten wieder. Als solcher hatte der es einst tatsächlich mit den beiden Schwestern zu tun. Erweiterter Suizid, so lautete damals sein Verdacht gegen Angelika, die mit ihrem Wartburg die eigene Schwester in den Rollstuhl und den treulosen Verlobten in die ewigen Jagdgründe beförderte. Aber was kann das heute, mehr als ein Vierteljahrhundert später , mit einem Porzellanelefanten, einer roten Akte, einer ehemaligen Studentin und noch einem Mordopfer zu tun haben? Das Geheimnis der Suizid-Schwestern zieht immer weitere Kreise...

Die Soko Leipzig“, als einzige ZDF-Sonderkommission zur besten Sendezeit unterwegs, war schon häufig für positive Überraschungen gut. Einzelne Folgen in Spielfilmlänge sind längst keine Besonderheit mehr. Mit der Episode „Entführung in London“ (2008/2009), einer Koproduktion mit der britischen ITV-Serie „The Bill“, hat die Soko Leipzig sogar ein kleines Stückchen internationale TV-Geschichte geschrieben. Da nimmt sich die Episode über „Zwei Schwestern“ zum abendfüllenden Auftakt der 14. Staffel schon beinahe etwas bescheiden aus. Wer nicht aufpasst, kann obendrein schnell den Überblick in dem ausufernden Personengeflecht einer etwas verworrenen Geschichte verlieren, die am Ende aber in aller Konsequenz zu sich zurück findet.

Schön sind auf jeden Fall ein paar Rückblenden in Trautzschkes Vergangenheit, der sich bereits früher seinen Kopf an den Bernert-Schwestern zermartert hat. Damals noch mit einem Fahrradschlauch statt eines Smartphones in den Händen. Und „Bums-Bafög“-Studentinnen, so etwas kannte man 1987 in der ollen DDR nun wirklich nicht.

Soko Leipzig: Zwei Schwestern. ZDF, Freitag, 21.15 Uhr. Danach 24 neue 45-minütige Folgen jeweils freitags um 21.45 Uhr.