ARD-Film „Monsoon Baby“: Wo ist Leihmutterschaft legal?

Von Daniel Benedict


Berlin. Im ARD-Film „Monsoon Baby“ lassen Julia Jentsch und Robert Kuchenbuch ein Kind von einer Leihmutter austragen. Wie ist Rechtslage bei Leihmutterschaft? Fakten zum ARD-Film „Monsoon Baby“.

Der ARD-Film „Monsoon Baby“ erzählt die Geschichte eines deutschen Paares, das sein Kind in Indien von einer Leihmutter austragen lässt. Die von Julia Jentsch und Robert Kuchenbuch gespielten Helden begeben sich damit in eine moralische Grauzone. Aber wie ist eigentlich die Rechtslage beim Thema Leihmutterschaft? Fakten zum ARD-Film „Monsoon Baby“ (ARD, Mittwoch, 17. September, 20.15 Uhr):

Was ist eine Leihmutterschaft?

In der Reproduktionsmedizin gibt es zwei Varianten von Leihmutterschaft. Bei der ersten Methode wird der gebärenden Mutter ein Embroy eingepflanzt, der aus Samen- und Eizelle der beauftragenden Eltern entstanden und damit genetisch das Kind beider sozialen Eltern ist. Im zweiten Fall wird die Leihmutter mit dem Samen des beauftragenden Vaters befruchtet. Dessen Partnerin, also die soziale Mutter, ist in diesem Fall biologisch nicht mit dem Kind verwandt.

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Wo ist Leihmutterschaft legal?

Indien, wo der ARD-Film „Monsoon Baby“ spielt zählt zu den Ländern, in denen Leihmutterschaft erlaubt ist. Weitere Länder, die das Verfahren teilweise mit Einschränkungen billigen, sind Russland, die Ukraine, Belgien, Griechenland, das Vereinigte Königreich, Israel, Australien, die Niederlande und 18 US-Bundesstaaten. In Deutschland und in 14 weiteren der 28 EU-Mitgliedsstaaten ist es dagegen verboten, einen Embryo von einer anderen Frau austragen zu lassen.

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Ist Leihmutterschaft in Deutschland strafbar?

Ja, schon die Vermittlung einer Leihmutter ist in Deutschland verboten. Ärzte, die eine Leihmutterschaft begleiten, riskieren ein Strafmaß von Geldauflagen bis hin zu drei Jahren Gefängnis. Die Eltern, von denen der Auftrag kommt, sowie die Leihmütter werden in Deutschland nicht bestraft. So kommt es zu der Siuation, das Paare wie im Film „Monsoon Baby“ den Weg ins Ausland suchen.

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Wer ist nach deutschem Recht eine Mutter?

Lässt sich eine Leihmutter die befruchtete Eizelle einer anderen Frau implantieren, wird auch der Begriff der Mutterschaft problematisch. Wenn ein Kind mit den Genen einer Frau im Körper einer anderen heranwächst, sind beide Frauen nicht nur sozial, sondern sogar biologisch mit dem Kind verbunden. In Deutschland ist der Zweifelsfall deshalb rechtlich eindeutig definiert. Seit 1997 gilt der Paragraf 1591 BGB: „Mutter eines Kindes ist die Frau, die es geboren hat.“

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Welche Staatsangehörigkeit hat das Kind einer Leihmutter?

Nach deutschem Recht hat das Kind die Staatsangehörigkeit seiner Mutter und ihres Ehemanns. In den Ländern, die Leihmutterschaft billigen, können allerdings andere Regelungen gelten. In Indien, dem Schauort des ARD-Films „Monsoon Baby“ richtet sich die Staatsbürgerschaft nach dem erblichen Vater. Die Unvereinbarkeit dieser Gesetze kann zur Staatenlosigkeit der Kinder von Leihmüttern führen, sodass ein Neugeborenes im Zweifel keinen Pass für die Ausreise aus seinem Geburtsland erhält.

Quellen: BR , Wikipedia,