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Top-Quote Circus HalliGalli: Joko und Klaas unmoralisch?

Von Daniel Benedict

Circus HalliGalli: Sind Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf unmoralisch? Foto: dpaCircus HalliGalli: Sind Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf unmoralisch? Foto: dpa

Berlin. Im „Circus HalliGalli“ spielen Joko und Klaas mit Essen und lassen Punkmusiker die Pyrotechnik direkt aus den Po-Backen hervorsprühen. Ein Facebook-Fan ist empört. Zu Recht?

Ist die „Circus HalliGalli“-Krawallunterhaltung von Joko und Klaas eigentlich verwerflich? Ein Facebook-Fan findet ja. Auf der „Circus HalliGalli“-Seite haben die Pro-Sieben-Moderatoren angekündigt, dass sie mit Essen spielen wollen. Ein treuer Zuschauer der Show droht daraufhin mit Boykott. Zu Recht?

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Die Argumente des empörten Fans

Das schreibt der Joko-und-Klaas-Fan zur Ankündigung des „Halli Galli“-Wettfressens: „Hey Jungs, ich mag euch ja wirklich sehr und schau immer eure Sendungen, aber meiner Meinung nach geht ihr mit dem großen Fressen angesichts der aktuellen Weltverhältnisse, wo in aktuellen Kriegsgebieten Tod und Hunger grassiert, zu weit, und ich finde es in eurer Stellung moralisch nicht vertretbar. Deswegen werde ich diese Folge sicherlich auslassen.“

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Was haben Joko und Klaas überhaupt gemacht?

Beim „Aushalten“-Spiel haben Joko und Klaas versucht, in zwei Stunden möglichst viel Gewicht in sich rein zu fressen. Spielregel: „Wer kotzt, verliert.“ (Schwer einzuhalten, denn Klaas musste mit vollen Leib turnen, Joko eine Foto-Kompilation von Fußkrankheiten ansehen.) Ist das unmoralisch? Naja. Selbst wenn die angeknabberte Festtafel wider Erwarten nicht vom Drehteam binnen Sekunden völlig leergefuttert wurde: Angesichts von 82 Kilogramm Lebensmitteln, die jeder Deutsche jährlich wegwirft, spielt eine zu Unterhaltungszwecken vergeudete Käseplatte keine allzu Rolle.

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Circus HalliGalli: Politisch wie nie!

Im Gegenteil: Die aktuelle Ausgabe von „Circus HalliGalli“ war hochgradig politisch! Erst hat sich ein Punkrocker aus der Band Terrorgruppe einen Silvester-Funkenregen zwischen die nackten Hinterbacken gesteckt und Thilo Sarrazin veralbert. Dann haben russische Freischärler das Studio annektiert, sich die Kleider vom Leib gerissen und die Regenbogenfahne gehisst. Und schließlich haben Joko und Klaas sich mit dem Studiogast Lenny Kravitz sogar noch über dämliche Coolness lustig gemacht. So viel Wertevermittlung hatte Pro Sieben seit der Absetzung von „Catch the Millionaire“ nicht mehr zu bieten.

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Was gibt’s da noch zu mosern?

Trotzdem hat der Humor von Joko und Klaas etwas Beklemmendes. Nicht nur, weil so oft gerülpst wird. Dass Joko und Klaas als Kumpel auftreten, deren größter Spaß in der Demütigung des Gegenübers besteht, erinnert einfach nur unangenehm an die Pubertät.

Und Stefan Raab?

Galt früher nicht eigentlich Stefan Raab als der gehässigste Zyniker im Fernsehen? Nach „Circus Halligalli“ ist „TV total“ fast eine Art Gegengift: Es gibt nichts Unschuldigeres als die kindliche Freude, mit der er sich am Größenunterschied von sich und seinem Gast Dirk Nowitzki berauscht. Nur einmal wird Raab hämisch, aber nur, weil es hier wirklich anders nicht geht. Und zwar als er ein Video zeigt, in dem Inka Bause Kylie Minogue imitiert.

Und die Quote?

Was den Marktanteil angeht, können Joko und Klaas aufatmen: Nachdem zum Staffelauftakt nur 10,6 Prozent der werberelevanten Zielgruppe zugeguckt hatten, schalteten nun 13,2 Prozent ein. Das meldet der Branchendienst „kress.de“ und weist darauf hin: „Circus HalliGalli“ und die zuvor gezeigte Folge „The Big Bang Theory“ (17,3 Prozent) sicherten Pro Sieben bei den jungen Zuschauern den Tagessieg.

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