Zu perfekt ZDF zeigt Vater-Sohn-Beziehungen in „Mannsbilder“

Von Marcel Kawentel

Thomas plant die Zukunft seines Sohnes Emil. Foto: ZDF/Catrin-Anja EichingerThomas plant die Zukunft seines Sohnes Emil. Foto: ZDF/Catrin-Anja Eichinger

Osnabrück. „Mannsbilder“ aus der Reihe „37 Grad“ porträtiert am 16.9. um 22.15 Uhr im ZDF drei Generationen von Männern, zeigt, was sie trennt und verbindet.

Welches Männerbild entsteht, wenn man drei Generationen einer Familie – Vater, Sohn und Enkel – filmisch begleitet? Geht es auf den Privatsendern um Familie, gibt es gerne Geschrei und Tränen. Nicht so im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Hier backt der Papa mit dem Sohn Pfannkuchen, geht zum Fußballspiel, lobt, bestätigt, wie aus dem Erziehungsratgeber. Auch der Großvater legt sich ins Zeug, reflektiert über seine Rolle, plant, mit dem Sohn ein Haus zu bauen für die gemeinsame Altersversorgung. Ein Problemfall sei der Mann heutzutage, hört und liest man immer wieder, ihm fehlten klare Rollenbilder.

Die Sendereihe „37 Grad“ nahm sich auch schon Trennungskindern an.

In der Doku von Caroline Haertel und Mirjana Momirovic wird eine so sympathische und fast perfekte Männerfamilie präsentiert, dass es schon langweilig ist. Womöglich ist den beiden Autorinnen genau damit ein Abbild des neuen Mannes gelungen: Er nimmt die Kinder, geht zum Kochkurs, ist beruflich erfolgreich – alles, was die Gesellschaft auch von der perfekten Frau erwartet. Trotzdem, die großen Themen bleiben auf der Strecke. Die tiefgründigste Frage („Wie denkt ein Mann?“) wird nur am Rande von der einzigen Frau gestellt. Den Protagonisten kann man das kaum zum Vorwurf machen, allenfalls den Filmemacherinnen.


Wertung: 3 von 6 Sternen,

37 Grad: Mannsbilder, ZDF, 16. September, 22.15 Uhr