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Was lief falsch? Pro Sieben setzt „Catch the Millionaire“ ab – Wieso?

Von Daniel Benedict


Berlin. Pro Sieben setzt „Catch the Millionaire“ ab! Die Quoten waren zu schlecht, die Show nicht schlecht genug. Wo laufen nun die restlichen Folgen?

Prosieben setzt die Datingshow „Catch the Millionaire“ ab: Millionen-Paul muss Single bleiben! Und seine „Wingmen“ Peter und Marcel können nicht weiter auf seinem Ticket Frauen aufreißen! Was für ein Debakel!

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Wie waren die Quoten

War die Show nicht schlecht genug? Waren die Quoten zu schlecht? Beides! In der ersten Folge zog sich eine Frau mit falschen Brüsten den Bikini aus, in der zweiten kokettierte Pro Sieben mit der Porno-Vergangenheit der nächsten Kandidatin. Wer soll sich darüber aufregen? Die Quoten sanken beim Gesamtpublikum von 1,26 Millionen auf 1,24 Millionen Zuschauer. Knapp unter der Schmerzgrenze: Im vergangenen Jahr startete die erste Staffel mit 1,37 Millionen, sank dann leicht, um im Finale 1,83 Millionen Fans zu versammeln.

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Was hat Pro Sieben falsch gemacht?

Auch wenn bei Datingshows nur Romantik die Rede ist: In Wahrheit geht es bei „Bachelor“ und „Bachelorette“ und auch bei „Catch the Millionaire“ vor allem um eins: Dem Publikum wird ein Gruselkabinett unangenehmer TV-Gesichter präsentiert, über die man dann für sechs bis sieben Wochen nach Herzenslust schimpfen kann. Das klingt leichter, als es ist. Damit man sich im Fernsehsessel wirklich als der bessere Mensch fühlt, muss der hässliche Charakter der Kandidaten authentisch sein. Paul, Marcel und Peter haben auf diesem Gebiet versagt. Nicht, dass man im wirklichen Leben mit ihnen zu tun haben wollte. Aber wenn sie sich an ihrer Verfügungsmacht über 18 Bräute berauschten, kamen sie in etwa echt rüber wie Lisas Silikonoberweite. Das kann man besser scripten!

Wie geht‘s jetzt weiter?

Pro Sieben will auf dem „Catch the Millionaire“-Sendeplatz ab sofort Blockbuster zeigen; für nächste Woche ist „Harry Potter und der Orden des Phönix“ angekündigt; die Woche drauf läuft „Harry Potter und der Halbblutprinz“, dann „Alice im Wunderland“. Für die Fans von „Catch the Millionaire“ will der Sender eine Lösung finden; die vier noch ausstehenden Folgen sollen noch gezeigt werden – laut „bild.de“ aber nicht auf Pro Sieben.

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Wie hat Pro Sieben das Scheitern vermeldet?

Kurios bleibt der launige Tonfall, mit dem Pro Sieben das eigene Scheitern kommuniziert. Per Twitter meldete der Sender am Morgen nach Folge 2 lakonisch: „Es ist, wie es ist. #CTM will irgendwie kaum einer sehen.“ Auch die restlichen Nachrichten erreichten die Fans nur per Twitter: Der zweite Tweet zum Thema lautete: „Zauberer statt Millionär: #CTM geht aus dem Programm. Nächste Woche zaubert #HarryPotter und der Orden des Phönix.“ Der dritte: „Für alle #CTM-Fans werden wir einen Weg finden, sodass ihr alle Folgen mit Genuss sehen könnt.“ Die Fans der Facebook-Seite von „Catch the Millionaire“ wissen dagegen noch nichts. Ein Interview mit Fake-Millionär Peter wird hier immer noch als „exklusiv und nur online“ beworben. Das könnte nun ja für die gesamte Show gelten.


In der Pro Sieben-Show „Catch the Millionaire“ buhlen 18 Frauen um drei Männer, von denen sie wissen: Einer ist Millionär, die anderen zwei sind Nieten. Konkurrenzformaten wie dem „Bachelor“ ist diese Dating-Show deutlich überlegen – zumindest, wenn es um den Grad der Menschenverachtung geht. Frauen sind hier nicht nur mannstoll, doof und verfügbar, sondern auch käuflich. Und Männer wertlos, wenn sie kein Vermögen haben. Wir bleiben dran!