„Einer der ganz Großen“ Trauer um TV-Legende: Adieu, „Blacky“ Fuchsberger!

Von Stefan Alberti


Osnabrück. „Ich habe ein Leben lang in meinem Haus verbracht, und ich möchte in meinem Haus die Erde verlassen.“ Diesen Wunsch äußerte Joachim „Blacky“ Fuchsberger vor Wochen im Interview mit unserer Zeitung. Der 87-Jährige starb am Donnerstag in seinem Haus in Grünwald bei München. Damit ist der Wunsch der Fernsehlegende in Erfüllung gegangen.

Nach einem Schlaganfall hatte „Blacky“ bereits das Jahr 2013 größtenteils in Krankenhäusern verbracht. Er kämpfte sich jedoch zurück. Geistig immer auf der Höhe, körperlich freilich stark angeschlagen, schmiedete er für 2014 neue Pläne: Einer ging mit der Veröffentlichung seines letzten Buches „Zielgerade“ im April auf. Gerne hätte er auch mit seinem Freund und Schauspieler Jan Josef Liefers noch ein geplantes Fernsehspiel in die Tat umgesetzt. Die vergangenen Wochen musste der 87-Jährige jedoch erneut in mehreren Kliniken behandelt werden. Er durfte sogar wieder nach Hause. „Er war fröhlich. Er dachte, es klappt“, teilte Ehefrau Gundel jetzt mit. Aber: „Die Organe haben nicht mehr mitgemacht.“

Gerne hätte „Blacky“ in diesem Jahr auch noch die diamantene Hochzeit mit Gundel gefeiert. Seine Frau nannte er immer nur liebevoll „meine Regierung“. In unserem Interview hatte er den 2. Dezember 2014 klar im Visier: „Das Datum ist unglaublich wichtig. Da gebe ich schon ein etwas größeres Fest, wenn ich es noch erlebe.“ Dass ihm bei diesem Vorhaben allerdings der Tod einen Strich durch die Rechnung machen könnte, war ihm schon seit Jahren klar: „Der Boandlkramer war schon so oft da mit seinem Wagen, stand hinterm Baum, hat geguckt und entschieden: Den entsorgen wir später.“ Das Thema Tod nahm er mit Humor, dennoch beschäftigte sich der große Mann der deutschen Fernsehunterhaltung ständig mit der Frage, ob denn zuerst er oder seine Gundel diese Welt verlassen muss. „Ich würde es nicht lange ohne sie aushalten, würde alles tun, um ihr so schnell wie möglich zu folgen.“ Ähnlich wie diese Frage grübelte „Blacky“ auch bis zuletzt über den frühen Tod seines geliebten Sohnes. Thomas Fuchsberger war im Oktober 2010 nach einem Unglücksfall in einem Bach in Kulmbach ertrunken.

Ein großer Schauspieler, Showmaster, Radiosprecher und Dokumentarfilmer lebt nicht mehr. Wir können mit Freude an die vielen Ausgaben der Unterhaltungsshow „Auf Los geht’s los“ zurückblicken, als uns Showmaster „Blacky“ Fuchsberger viele Samstagabende verschönerte. Mit einem genussvollen Schaudern denken wir an die zahlreichen Edgar-Wallace-Klassiker wie „Der Hexer“, „Der Frosch mit der Maske“ oder „Das Gasthaus an der Themse“, als Schauspieler „Blacky“ Fuchsberger dem Verbrechen auf der Spur war. Unvergessen ist auch seine Rolle als Lehrer Dr. Johannes „Justus“ Bökh in der Erich-Kästner-Verfilmung „Das fliegende Klassenzimmer“. Als Talkmaster moderierte „Blacky“ Fuchsberger 300 Sendungen von „Heut’ abend“, in denen er vielen großen Stars exklusive Aussagen entlockte. Bei den Olympischen Spielen 1972 in München stand seine Aufgabe als Stadionsprecher unter keinem guten Stern: Bei der Schlussfeier lag das blutige Attentat mit mehreren ermordeten Geiseln eine knappe Woche zurück, als sich zwei unbekannte Flugzeuge dem Stadion näherten. Die Verantwortlichen befürchteten einen weiteren Terroranschlag. Joachim Fuchsberger entschied sich dafür, nichts zu unternehmen, um eine Panik zu vermeiden. Die richtige Entscheidung – die Flugzeuge entpuppten sich als harmlos.

Viele frühere Weggefährten, Freunde und Politiker nahmen am Donnerstag traurig den Tod des Universal-Talents zur Kenntnis. „,Blacky‘ war ein ganz besonderer Mensch, der jeden, der ihm begegnete, mit seinem Charme und seiner Präsenz beeindruckte“, schrieb Unicef Deutschland über seinen Ehrenbotschafter. „Sehr berührt und traurig“ reagierte Alfred Biolek auf den Tod seines Kollegen: „Er war einer der ganz Großen im deutschen Fernsehen.“ Jan Josef Liefers bat seine Facebook-Fans, „einen Moment innezuhalten“ und „Blacky“ zum Abschied hinterherzuwinken.

Viele Fernsehsender haben bereits am Donnerstag ihre Programme zum Tod von Joachim Fuchsberger geändert. Weitere Änderungen sind geplant. Am Samstag zeigt das ZDF (14.40 Uhr) zum Beispiel eine „Traumschiff“-Folge mit „Blacky“ an Bord.