Caroline Peters spielt Sophie Haas Dritte Staffel „Mord mit Aussicht“ startet in der ARD

Ex-Kölnerin und Kommissarin Sophie Haas (Caroline Peters) muss sich weiter mit den Eigenheiten des provinziellen Verbrechertums herumschlagen. Foto: ARD/Jens van ZoestEx-Kölnerin und Kommissarin Sophie Haas (Caroline Peters) muss sich weiter mit den Eigenheiten des provinziellen Verbrechertums herumschlagen. Foto: ARD/Jens van Zoest

Köln. Zum Interviewtermin im Salon Schmitz in der Kölner Innenstadt trägt Caroline Peters noch „Hengasch-blond“. Gerade erst hat sie die dritte Staffel von „Mord mit Aussicht“ abgedreht, in der sie die Serien-Hauptrolle Sophie Haas spielt. „Jetzt dunkeln meine Haare langsam wieder auf normal nach“, sagt die 43-Jährige und wirft einen amüsierten Blick in den Spiegel, der hinter dem Tresen hängt.

„Diese Bluse würde Sophie übrigens auch nie tragen“, sagt sie dann und bestellt eine Rhabarbersaft-Schorle. „Zart aufeinander abgestimmte Pastelltöne sind nicht ihr Ding. Sie trägt gelbe Bluse zu grünem Rock. Immer schön auf die Zwölf.“

Nicht nur bei der Kleiderwahl, auch der Ermittlungsstil von Caroline Peters Alter Ego ist nicht gerade subtil. Sie redet zu schnell, mäkelt an ihren Kollegen herum, und die Kriminalfälle, die sie in dem Eifelörtchen Hengasch löst, sind eher unspannend. Trotzdem gehört Sophie Haas zu den beliebtesten TV-Kommissarinnen. Bis zu sechs Millionen Zuschauer schalten pro Folge ein. Warum eigentlich?

„,Mord mit Aussicht‘ ist wie ein Volksschwank angelegt“, versucht Peters den Erfolg zu erklären. „Ich komme mir oft vor, als wäre ich Pippi Langstrumpf und meine Kollegen Schäffer und Bärbel sind Tom und Annika.“ Sätze wie: „Die Spurensicherung hat den DNA-Abgleich gemacht“, gebe es im Alltag der Provinz-Polizisten nicht. Stattdessen entdeckt die Kommissarin Fußabdrücke im Schlamm. „Mich nervt es, dass die meisten Krimis heute so aussehen, wie sich der Zuschauer den Alltag bei der Polizei vorstellt“, sagt Peters. „Wie langweilig! Ich mag Stilisierungen.“

Caroline Peters kann auch ernsthaft: „Im Netz“

So wie beim Film-Örtchen Hengasch. Es ist ein Musterbeispiel für die deutsche Provinz mit Polizeiwache, Forsthaus und Kneipe. Im echten Leben gibt es den Ort nicht, das Filmteam zieht kreuz und quer durch die Region zu den schönsten Locations. „Dabei sind wir versehentlich expandiert“, verrät Peters. Zuschauer hätten sie darauf aufmerksam gemacht, dass mittlerweile neun Kirchtürme gezeigt wurden, die angeblich alle in Hengasch stehen. „Das ist ja schon fast eine Stadt. Das geht natürlich gar nicht“, sagt die Schauspielerin und macht ein entsetztes Gesicht. Sie hat Spaß am Absurden und kommentiert komische Situationen gerne mit theatralischem Blick.

Der Vater von Caroline Peters war Direktor der Nervenklinik in Köln: Im Interview erzählt sie von ihrer Kindheit

Caroline Peters ist wohl das, was man eine „klassische Theaterschauspielerin“ nennt. Sie hat Schauspiel in Saarbrücken studiert, spielte in Hamburg, Berlin, Zürich und Wien. Erst mit 30 Jahren nahm sie die erste TV-Rolle an. Mit 38 kam der Serienerfolg. Trotzdem ist Peters bis heute Ensemblemitglied am Burgtheater geblieben, pendelt zwischen dem Dreh in Köln und den Aufführungen in Wien. Der TV-Ruhm und das Millionenpublikum sind ihr eher suspekt. „Ich frage mich, was das ist, wenn man mich auf der Straße anspricht“, sagt sie. „Aber das gehört wohl dazu, wenn man sich jeden Dienstag um 20.15 Uhr bei den Leuten ins Wohnzimmer drängelt.“

Ob auf der Bühne oder im Film: Caroline Peters gibt das Tempo vor. Sie ist detailverliebt und will auch – oder gerade – aus kleinen Episoden das Maximale herauskitzeln. Ob sie trotzdem für eine vierte Staffel „Mord mit Aussicht“ zur Verfügung stehen würde? Darauf mag sie sich nicht festlegen. „Das lässt sich die ARD noch offen und ich mir auch“, sagt sie und lenkt das Thema geschickt in eine andere Richtung. Grundsätzlich gefalle ihr die Idee, mit der Figur umzuziehen. „Ich finde es toll, wenn Formate sich selbstständig machen und in anderem Kontext wieder auftauchen.“ Sophie Haas – die in Folge eins in die Eifel strafversetzt wird – würde natürlich nach Köln zur Mordkommission wechseln.

„Dann übernehme ich quasi den Köln-Tatort “, sagt Peters und spinnt die Idee begeistert weiter: „Das wird eine harte Nuss. Schenk und Ballauf werden versuchen, Sophie wegzumobben. Sie wäre der Underdog, der lange in der Provinz gelebt hat. Die beiden Platzhirsche würden ihr das zu spüren geben und sich über ihren Ermittlungsstil und die gelb-grünen Klamotten lustig machen.“

„Mord mit Aussicht“, Start der dritten Staffel am heutigen Dienstag, 9. September, 20.15 Uhr, ARD