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Duell um die Welt Joko gegen Klaas: Show mies – Quote gut?

Von Daniel Benedict

Joko Wintershit: Klaas Heufer-Umlauf lässt seinen Kollegen Joko Winterscheidt beim British Wachsing mit Raketenantrieb enthaaren. Foto: dpaJoko Wintershit: Klaas Heufer-Umlauf lässt seinen Kollegen Joko Winterscheidt beim British Wachsing mit Raketenantrieb enthaaren. Foto: dpa

Berlin. Joko gegen Klaas: Heufer-Umlauf gibt auf, Joko Wintershit muss leiden! Stromstöße und Wachs-Enthaarung mit Raketenantrieb: Man gönnt es Joko und Klaas, dass sie sich bei der Prosieben-Show „Joko gegen Klaas: Duell um die Welt“ malträtieren. Es ist trotzdem unangenehm. Und wie war die Quote?

„Ist das noch Unterhaltung, dieser asoziale Kram?“, fragt Klaas Heufer-Umlauf in der Prosieben-Show „Joko gegen Klaas“. Moderatorin Jeannine Michaelsen kichert: „Das Feuilleton wird sich freuen.“ Sie hätte auch sagen können: „Wenn das Vati wüsste.“ Denn die Grundidee von „Joko gegen Klaas: Das Duell um die Welt“ lautet so: Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf kombinieren die grenzverletzenden Ideen von 13-jährigen Jungs mit dem Etat einer großen Fernsehanstalt.

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Hoffentlich hat Joko sich wehgetan

Für die aktuelle Ausgabe heißt das: Statt einen Silvesterknaller in einen ehrlichen deutschen Hundehaufen zu stecken, reist Joko Winterscheidt nach England, beklebt sich den nackten Leib mit Enthaarungswachstreifen, verbindet sie mit einer Rakete und feuert sie ab. Hoffentlich hat es wehgetan. Man gönnt es ihm. Und es hat etwas Befreiendes, dass der britische Folterknecht Joko Winterscheidt zu Joko Wintershit macht. Trotzdem kommt bei „Joko gegen Klaas“ keine wahre Freude auf. Ob Joko und Klaas nun blockweise Butter fressen, sich von Haien attackieren oder mit Stromstößen quälen lassen: Die Grausamkeit, mit der sich echte Halbstarke mobben, kommt bei ihren Folterspielen nie auf. Denn Joko und Klaas erniedrigen sich nie wirklich, sondern lassen sich von Prosieben, von der Claquerin Jeannine Michaelsen und voneinander natürlich als Haudegen feiern.

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Triumph für Joko Wintershit

Klaas Heufer-Umlauf muss diesmal zwei Demütigungen einstecken: Beim Eistauchen bricht er genauso ab wie beim Verzehr von 180 Gramm Butter. Glückwunsch kann man da nur sagen. Kein normaler Mensch wird das als Niederlage bewerten – egal, wie angestrengt Joko Wintershit sich um jubelndes Gelächter bemüht. Das Unangenehme an „Joko gegen Klaas: Duell um die Welt“ ist nicht der pubertäre Humor, sondern die Botschaft: Es zeugt von Sportsgeist mitzulachen, wenn die eigenen Freunde einen schlecht behandeln. Tatsächlich ist es für Joko und Klaas natürlich viel leichter zu lachen als für die 13-Jährigen: Bei realen Mutproben definieren Schüler die soziale Rangordnung. Und das gibt immer Verlierer. Joko und Klaas, die superkrassen Weltreisenden, können nur gewinnen.

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Liebe Kinder, nicht nachmachen, bitte!

Bestenfalls gibt‘s für Joko und Klaas mal Gegenwind von der Kommission für Jugendmedienschutz. Als die beiden und ihr Kumpel Matthias Schweighöfer sich im „Circus HalliGalli“ mit Wodka abgeschossen haben, setzte es eine Rüge. Diesmal bauen sie sich ein Floß aus 3500 Bierdosen, die vorher leergemacht werden müssen – im Team natürlich. Vor der aktuellen Saufparty mahnen Joko und Klaas deshalb ihre Fans: Liebe Kinder, bitte nicht nachmachen. Genial! Jetzt könnten „Joko gegen Klaas“ auch auf KiKA laufen. Dort gäbe es allerdings kein Geld von Wodka Gorbatschow, der die Sendung bei Prosieben stolz präsentiert. Irgendeiner muss die Reisen ja zahlen.

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Nachtrag um 23.57 Uhr

Klaas gewinnt das Duell am Ende doch noch. Und was zeigt Prosieben im Anschluss? Eine Clipshow mit Online-Videos. Auch lustig. Trottel zünden ihre Fürze an. Perfekter Audience flow!

Und wie war die Quote?

Die sechste Ausgabe von „Joko gegen Klaas: Das Duell um die Welt“ erreichte 1,98 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil von 8,7 Prozent. Im Vergleich zum Quotensieger ist das mau: Senta Berger holte zeitgleich 5,37 Millionen Zuschauer zum ZDF; Gabaliers „Volks-Rock’n‘ Roll-Show“ im Ersten hatte immerhin noch 3,36 Millionen Zuschauer. Im Schnitt der Prosieben-Show „Joko gegen Klaas“ ist das gestrige Ergebnis aber nicht schlecht; von den 2,54 Millionen Zuschauern der letzten Show im Januar sind Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf zwar weit entfernt. Gemessen an den übrigen Sendungen bleibt die Show aber solide.

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Wie geht‘s am Prosieben-Samstag weiter?

Am kommenden Samstag, 13. September, 20.15 Uhr, heißt es bei Prosieben dann wieder „Schlag den Raab“. Nach den „Schlag den Star“-Folgen, die ihn als Moderator kaum beanspruchten, tritt Stefan Raab nun wieder selbst an. Eine Woche später, am Samstag, 20. September, zeigt Prosieben dann Raabs „Bundesvision Song Contest“. Am 27. September verprügeln sich in der Prosieben-Primetime die Bachelors Christian Tews und Jan Kralitschka, Reality-Darstellerin Melanie Müller und Model Jordan Carver sowie Model Marcus Schenkenberg und Sänger Lucas Cordalis – beim „Großen Prosieben Promiboxen“.

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