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Folter-Quiz Jochen Schropps „Himmel oder Hölle“ bei Pro 7 – eine Qual!

„Himmel oder Hölle“ mit Jochen Schropp und Evelyn Weigert. Foto: Pro Sieben„Himmel oder Hölle“ mit Jochen Schropp und Evelyn Weigert. Foto: Pro Sieben

Berlin. Jochen Schropp beweist mit der Pro-Sieben-Show „Himmel oder Hölle“: Das gute alte TV-Quiz wird nicht weniger spießig, wenn man seine Kandidaten foltert.

Der Mix aus „Jackass“ und „Wer wird Millionär?“ – so hat Pro Sieben seit Wochen die Quiz-Show „Himmel oder Hölle“ mit Jochen Schropp und Evelyn Weigert beworben. Wird aus dem guten alten TV-Quiz also wirklich eine supercoole Hardcore-Show, wenn man die Kandidaten ein bisschen foltert statt mit ihnen zu plaudern? Wenn Jochen Schropp den Sadisten gibt, jedenfalls nicht.

„Himmel oder Hölle“ – das quält wirklich

Wer bei „Himmel oder Hölle“ bis zu 50.000 Euro gewinnen will, muss nicht nur Quiz-Fragen beantworten. Er muss sich auch eine Tonsur rasieren und mit Farbe ansprühen lassen, den Ventilator mit der Zunge stoppen oder fauligen Dreck mit den Lippen balancieren. Denn wann immer man im Quiz-Himmel ratlos ist, geht‘s zur Mutprobe in die Hölle. Das Studio hat dafür extra zwei Etagen.

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Rollenteilung der Moderatoren

Oben regiert der liebe Jochen Schropp, unten die fiese Evelyn Weigert. Die Rollenteilung benennen die beiden immer wieder: Er ist ihr „Weichei“, sie sein kleiner Satansbraten“. So klingt es, wenn Spießer frech sein wollen. Und genau daran krankt auch die Möchtegern-Krawall-Show: Zwei freundliche und saubere Menschen scheitern daran, ein so hässliches Gefühl wie Schadenfreude lässig rüberzubringen. Genau das braucht es aber leider, wenn man einem geldgeilen TV-Kandidaten mit der Fliegenklatsche den nackten Hintern auspeitschen lässt.

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Was lernen wir daraus?

Was ist aus dem Debakel zu lernen? Häme ist ein Quotengarant, aber dramaturgisch ganz schwer umzusetzen. Am besten geht‘s mit einem verlogenen Vorwand: mit dem Wettkampfgedanken der Castingshows . Mit der falschen Romantik von „Bauer sucht Frau“. Wer es direkt versucht, der braucht die schrille Selbstironie des Dschungelcamps. Schropp hat sie nicht drauf.


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