Wer ist wer im „Wolkenatlas“? „Cloud Atlas“ in der ARD – Erklärung für den Tom-Hanks-Film


Berlin. Die ARD zeigt am Mittwoch „Cloud Atlas – Der Wolkenatlas“ mit Tom Hanks und Halle Berry. Mit diesem Glossar verstehen Sie den komplizierten 100-Millionen-Dollar-Film von Tom Tykwer und den Wachowskis.

Am Mittwoch, 6. August, zeigt das Erste um 22.45 Uhr im ARD-Sommerkino „Cloud Atlas“ (2012). Der Blockbuster von Tom Tykwer („Das Parfum“) und Andrew und Lana Wachowski („Matrix“) ist der teuerste deutsche Film aller Zeiten. 100 Millionen Dollar hat die in Babelsberg gedrehte Produktion verschlungen – plus Werbekosten! (Zum Trailer.) Zugleich ist „Cloud Atlas“ einer der kompliziertesten Blockbuster aller Zeiten: Dieselben Darsteller spielen auf sechs Zeitebenen immer neue Rollen – und alle werden gleichzeitig gezeigt. In David Mitchells Romanvorlage sind die Erzählstränge noch säuberlich getrennt. Mit unserer Übersicht bewahren Sie den Durchblick.

100 Millionen Dollar – plus Werbung! Hier sagt der Produzent, wieso „Cloud Atlas“ so teuer war.

Das Grundprinzip von „Cloud Atlas“

„Cloud Atlas“ ist ein Roman von David Mitchell. Er erzählt sechs Geschichten über einen Zeitraum von 1849 über die 70er Jahre und die Gegenwart hinaus bis in die postapokalyptische Zukunft. Die Figuren wechseln dabei; das Thema ist aber immer dasselbe: Überall geht es um den Kampf von moralisch integerer Menschen gegen unterschiedliche von Ausbeutung, von der Sklaverei bis zur Industrie-Kriminalität.

Weiterlesen: Was Tykwers „Cloud Atlas“ von David Mitchells Roman unterscheidet.

Wie ist das Buch aufgebaut?

Jede Episode ist in einem anderen Stil geschrieben – als Tagebuch, Briefroman, Thriller, Science Fiction zum Beispiel. Jede Geschichte wird in der Mitte unterbrochen und von der chronologisch folgenden abgelöst: Auf die Abenteuergeschichte aus dem 19. Jahrhundert folgt ein Künstlerroman aus den 30er Jahren, dann ein 70er-Jahre-Thriller bis zur düsteren Zukunftsvision. Im Zentrum des Wälzers steht eine Postapokalypse, in der die Menschheit in eine barbarische Stammeskultur zurückgefallen ist. Nach diesem Mittelstück werden alle Episoden in umgekehrter Reihenfolge zu Ende erzählt. Der Roman schließt also, wo er anfing: im 19. Jahrhundert.

Was hat der Geschlechterwechsel in „Cloud Atlas“ mit den Regisseuren zu tun? In der Kritik erfahren Sie es.

Und wie ist der Film konstruiert?

Tom Tykwer und die Wachowski-Geschwister haben eine diffizile, aber auch brillante Änderung vorgenommen: Sie erzählen alle Geschichten gleichzeitig, schneiden vom Abenteuerplot aus dem 19. Jahrhundert über den 70er-Jahre-Thriller in die Sci-Fi-Geschichte und wieder zurück in eine Gegenwartssatire. Als verbindendes Element lassen sie in allen Episoden dieselben Darsteller unterschiedliche Rollen spielen; Stars wie Tom Hanks und Halle Berry überschreiten dabei nicht nur die Grenzen der Zeit, sondern auch die von Geschlecht und Rasse. Das macht den Film unübersichtlicher als das Buch, aber es vertieft zugleich seine Aussage.

„Cloud Atlas“ nutzt dem deutschen Film mehr als Til Schweiger! Zum Kommentar.

Was bedeutet die Mehrfachbesetzung in „Cloud Atlas“?

Dass überall dieselben Schauspieler zu sehen sind, unterstreicht die These des Romans: „Unsere Taten überdauern uns“, heißt ein Kernsatz der Geschichte. Ein anderer: „Mein Leben reicht weit über meine Grenzen hinaus.“ In der Mehrfachbesetzung wird das besonders anschaulich: Denn der ewige Kampf von Gut und Böse bleibt sich hier über die Jahrhunderte gleich. Die Figuren von Tom Hanks stehen dabei im Zentrum: Im Verlauf von vielen Generationen läutern sie sich – und mutieren vom Mörder und Betrüger zum Retter der Menschheit.


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