Piratenserie auf Pro Sieben „Black Sails“ erzählt die Vorgeschichte der „Schatzinsel“

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Der ruchlose Captain Flint (Toby Stephens) jagt den Silberschatz der legendären spanischen Schatzgaleone „Urca de Lima“. Foto: Pro Sieben Television GmbHDer ruchlose Captain Flint (Toby Stephens) jagt den Silberschatz der legendären spanischen Schatzgaleone „Urca de Lima“. Foto: Pro Sieben Television GmbH

Osnabrück. Auch wenn Michael Bay an der Produktion der Piraten-Serie „Black Sails“ beteiligt ist, kommt die Vorgeschichte zur „Schatzinsel“ ganz ohne infantile „Transformers“-Spielzeugfiguren aus.

Wir schreiben das Jahr 1715. Vor den Westindischen Inseln treiben Piraten den maritimen Handel zur Weißglut. Weshalb sie kurzerhand zu Feinden der Menschheit erklärt werden. Aber echte Piraten ficht so etwas natürlich überhaupt nicht an. Also erklären sie mal eben der ganzen Welt den Krieg.

So martialisch verkündet es sinngemäß eine kurze Schrifteinblendung gleich zu Beginn der neuen Piratenserie „Black Sails“ . Umgehend beweisen die Macher um Mitproduzent Michael Bay („Transformers“), dass sie es nicht bei Worten belassen. Schon wird ein Handelsschiff von Piraten angegriffen. Nicht von irgendwelchen Piraten. Nein, es ist das Schiff von – ein Schlottern geht durch die dem Tod geweihte Mannschaft – Captain James Flint (Toby Stephens)!

Kämpfen? Hoffnungslos. Da versteckt sich ein gewisser John Silver (Luke Arnold) doch lieber erst einmal tief im Innern des Schiffes. Später kann er sich ja als Nachwuchsseeräuber und Koch bei den Piraten bewerben. Das wertvolle Stück der Begierde, weswegen die Piraten überhaupt angreifen, bringt Silver vorsichtshalber auch gleich in seinen Besitz. Kann ja nicht schaden...

Ist das Programm der anderen besser? Zu den TV-Tipps.

Richtig. „Black Sails“ erzählt die Vorgeschichte zur „Schatzinsel“ von Robert Louis Stevenson, dessen Roman zunächst von Oktober 1881 bis Januar 1882 als Fortsetzungsgeschichte in einer Zeitschrift erschien. Die Handlung der Fernsehserie setzt nun 20 Jahre vor der Handlung der „Schatzinsel“ ein. Den späteren Erzähler Jim Hawkins gibt es hier noch gar nicht. Und Silver ist sogar (noch) im Besitz von zwei erstaunlich gesunden Beinen.

Das Prequel beschäftigt sich mit der reizvollen Frage, wie welcher Schatz überhaupt auf die Pirateninsel gelangte, um die sich Stevensons weltberühmter Klassiker dreht. Im Ergebnis überzeugt das aufwendige Hochglanzprodukt durch eine solide Abenteuergeschichte in kinotauglicher Hochglanzoptik. Allerdings erscheinen insbesondere die Frauenfiguren - offenbar allesamt pseudofeministische, lesbische Flintenweiber und Huren mit dem Auftrag, männliche Zuschauer zu entern - nicht sehr glaubwürdig inszeniert.

In den USA war die für den Bezahlsender Starz in Auftrag gegebene Serie dermaßen erfolgreich, dass bereits eine zweite Staffel produziert wird. Pro Sieben folgt dem Trend des „Binge Watching“ und strahlt die ersten acht Episoden freitags in zwei Blöcken mit drei und einem Block mit zwei Episoden aus.

Black Sails. Pro Sieben. Folgen 1–3, Freitag, 25. Juli, 20.15 Uhr.


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