Erfolgreicher Foodblog aus Schweden Luise Vindahl und David Frankiel lieben die vegetarische Küche

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Osnabrück. Erfolg mit „Green Kitchen Stories“: David Frankiel und Luise Vindahl zählen derzeit zu den erfolgreichsten Foodbloggern Europas. Allein die Facebookseite ihres Blogs zählt knapp 63.000 Fans.

Vor drei Jahren hat das junge Pärchen aus Stockholm seinen Foodblog „Green Kitchen Stories“ ins Leben gerufen. „Grüne Küchengeschichten“ lautet der Titel des Internetkochbuchs, wenn man ihn ins Deutsche übersetzt. Blättert man ein wenig durch Kategorien und Seiten, merkt man schnell, dass diese Geschichten nicht nur grün sind, sondern zeigen, wie bunt die vegetarische Küche aussehen kann.

Da treffen unterschiedlichste Körner, Samen und Nusspasten auf Gemüse und Früchte. Anstelle von Nudeln, Reis und Kartoffeln wandern auch mal Amaranth, Quinoa und Buchweizen in die Pfanne. Anstelle von Mehl werden Bananen und Kokosnüsse für klassische Mehlpfannkuchen verwendet. Keines der Rezepte kommt ohne das gewisse i-Tüpfelchen daher. Mal sind es mutige oder ungewöhnliche Kombinationen, mal Klassiker, die durch die kreative, vegetarische Handschrift ganz neu daherkommen. Das gilt nicht nur für die Rezepte auf ihrem Blog, sondern auch für ihr gleichnamiges Buch, das auf dem deutschen Buchmarkt mit dem Titel „Die grüne Küche“ beim Knesebeck-Verlag in München erschienen ist.

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Doch wie kommt es überhaupt dazu, dass ein junges Pärchen beschließt, vegetarisch zu kochen und die Ideen aus der heimischen Küche in die Welt zu tragen? Für David Frankiehl und Luise Vindahl war die vegetarische Küche nach einer Zeit der Ernährungsumstellung so etwas wie der gemeinsame Nenner. Er war bereits Vegetarier, als sie sich kennenlernten. Großer Unterschied zu heute: Es war eher die ungesunde vegetarische Küche, die bei Frankiehl auf dem Teller landete. Luise Vindahl hingegen achtete schon früher auf gesunde Ernährung. Jedoch war diese nicht vegetarisch. Es musste also was passieren: Denn die Vorlieben eines ungesund essenden Vegetariers passten nur schwer mit einer gesundheitsbewussten Ernährung zusammen, die hier und da auch Fleisch beinhaltete. Rund ein Jahr hat es gedauert, dass Luise und David ihrer Küche das Gesicht gegeben haben, das inzwischen mit den „Green Kitchen Stories“ um die Welt gegangen ist.

David Frankiel, war es schwer für Sie, Ihre Essgewohnheiten umzustellen? Gibt es Speisen, die Ihnen aus der früheren vegetarischen Zeit mit der eher ungesunden Ernährung fehlen? Zum Beispiel Fast Food wie Pizza oder Pommes?

David Frankiel: Vegetarier war ich schon fast immer. Und Fast Food war nie etwas, das ich richtig gern gegessen habe. Mein Problem war, dass ich einfach nicht viel über Ernährung wusste. So war mir zum Beispiel nicht klar, dass Brot und Pasta, was ich beides sehr gern gegessen habe, nahezu komplett aus Kohlenhydraten bestehen. Aber ich habe immer schon gern Gemüse gegessen, das war jetzt überhaupt keine Umstellung. Das, was durchaus Mühen kostet, ist, heute einfach besser zu kochen und seine allgemeinen Gewohnheiten zu ändern. Aber vermissen tue ich heute überhaupt gar nichts.

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Luise Vindahl, auch für Sie hat sich einiges verändert: Bevor Sie angefangen haben, „Green Kitchen Stories“ zu schreiben, haben Sie noch regelmäßig Fleisch gegessen. Wie gehen Sie heute damit um? Gönnen Sie sich trotzdem ein Stück Fleisch oder Fisch, wenn Sie mal Lust darauf haben?

Luise Vindahl: Die Idee von „Green Kitchen Stories“ ist es, keine Verbote oder Regeln in Bezug auf die Ernährung zu haben. Es geht darum, einfache, gesunde Speisen zu essen, die sättigen und aus natürlichen Lebensmitteln hergestellt sind. Für mich ist es gar nicht so wichtig, ob die Küche nun vegetarisch ist oder nicht. Zwischendurch esse ich gern mal Wildfisch oder Bio-Fleisch, aber zu 95 Prozent ernähre mich mittlerweile schon vegetarisch.

Neugierig auf die „Green Kitchen“? Hier gibt es das Rezept „Burger mit Pfirsichen und Pilzen“ als PDF

Was zeichnet die vegetarische Küche von „Green Kitchen Stories“ aus?

Luise: Wir essen besonders farbenfrohe Speisen, die aus guten Zutaten wie Gemüse, Obst, Körner, Samen, Nüssen, fermentierten Lebensmitteln und Bio-Produkten zubereitet sind. Manchmal gekocht, manchmal roh.

David: Da wir in der Küche Autodidakten sind, bevorzugen wir es, unsere Rezepte so simpel wie möglich zu lassen. Dabei aber immer mit einem neuen Dreh, wie zum Beispiel bei unserem Pizzateig, den wir mit Blumenkohl zubereitet haben, oder unserer Pasta, die wir aus Zucchini geschnitten haben.

Wie ist die Idee entstanden, einen Foodblog zu starten?

David: Als wir angefangen haben zu kochen, war es nicht leicht, an gesunde, leckere und zugleich vegetarische Rezepte zu kommen. Wir wollten daraufhin unsere vegetarischen Küchenexperimente teilen. Außerdem macht es Spaß, durch den Blog zu lernen, immer bessere Food-Fotos zu machen. Der Blog wurde für uns so etwas wie eine Spielwiese!

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Sie haben eine vier Jahre alte Tochter, Elsa. Isst sie all die gesunden Sachen, die Sie in der Küche kreieren? Hat sie ein Lieblingsessen?

David: Ja, Elsa liebt Essen und sie ist mit unserer hausgemachten vegetarischen Küche aufgewachsen. Sie ist ein wichtiger Teil des Blogs und kommt dort auch immer wieder vor. Ihr Lieblingsessen sind Pancakes. Vor allem unsere dünnen, grünen Pancakes, die wir mit frischen Spinatblättern zubereiten.

Gibt es einen Tipp für Eltern, wie sie ihre Kinder dazu bewegen können, mehr frische, gesunde Sachen zu essen?

David: In unserem Buch haben wir ein ganzes Kapitel über gesunde Essgewohnheiten und Kochideen für Kinder geschrieben. Der beste Ratschlag ist aber wahrscheinlich, die Kindern einfach ausprobieren zu lassen und sie auch etwas mit Essen spielen zu lassen. Auf keinen Fall sollte es zu viele Regeln am Tisch geben, eine lockere, positive Einstellung am Tisch ist wichtig.

Gibt es Pläne für ein zweites Buch?

David: Unser nächstes Buch „Green Kitchen Travels“ wird in England, Australien und in den USA am 22. September erscheinen. In Deutschland und in anderen europäischen Ländern im Laufe des Frühjahrs 2015.

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